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Goodbye Istanbul

autor

Aykol, Esmahan

gesamtwertung: 2/5

verlag

Diogenes

jahr

2007

1 bewertung

isbn

3257065698

1771 x gelesen

genre

Drama

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 22.08.2007 von Miranda

Die junge Türkin Ece hat eines Tages genug von ihrem Leben in Istanbul! Sie verlässt die Stadt und fährt nach London.

Hinter sich lässt sie einen Vater, der nach einem Unfall und Verlust eines Armes die ganze Familie tyrannisiert und eine unzufriedene Mutter, die nicht glauben kann, dass die Tochter ein Studium ins Auge fasst.

Tamer, den sie liebt und mit dem sie eine Liaison hat, bleibt allen Beteuerungen zuwider verheiratet, so dass sie keine Zukunftsaussichten mit ihm sieht.

Am schwersten aber wiegt der Verlust des Großvaters: mit ihm fühlte sie sich eng verbunden. Er hinterließ ihr, ohne dass die übrige Verwandtschaft davon wusste, ein beträchtliches Vermögen, mit dem sie einst ihr Leben selbständig in die Hand nehmen soll.

Esmahan Aykol entwirft das Bild einer modernen Stadt Istanbul, in der Frauen studieren und ein freizügiges Leben im Geheimen leben konnten.

In London aber sieht die Welt nicht besonders rosig für Ece aus. Nun lernt sie die Tücken des Andersseins kennen.

Als Türkin hat sie geringe Chancen, in eine gehobene Berufsanstellung zu kommen.

So wird sie erstmal Tellerwäscherin in einem coffee-shop.

Ece trifft eine Reihe von Landsleuten, die aus den verschiedensten Gründen ihr Land verlassen haben. Dabei offenbaren sich ihre Nöte und Armut, die sie bedenklich stimmen. Was ist aus den rosigen Vorstellungen geworden, mit denen sie in den Westen aufgebrochen war?

Die Autorin bringt mit dieser Erzählung eine interessante Gegenüberstellung des Lebens in der Türkei und der großen, in demokratischen und konservativen Traditionen verhafteten Metropole Londons ins Spiel. In dieser Stadt bleiben Fremde fast immer Fremde ohne besondere soziale Aufstiegschancen.

Wenn es zu schlimm kommt, dann erinnert sich Ece des Großvaters, und da wird ihr warm ums Herz.

Sie weiß ihrer Cousine Aylin viele schöne Geschichten zu erzählen, die ihr der Großvater, ein angesehener Silberschmied, überliefert hat.

Die Legende von Vostan scheint direkt der biblischen Geschichte von Jakob und Rahel zu entsprechen. Man vernimmt mit Erstaunen, dass die uralten Geschichten unterschiedlicher Völker und Religionen Ähnlichkeiten aufweisen.

Mit den Erzählungen Eces wird die Türkei als ein orientalisches Land ins Bild gerückt, das im krassen Gegensatz zu dem modernen London steht.

Wie Aykol ihre Themen angeht, das geht zu Herzen. Die eigenwillige und trotzige, zugleich liebevolle Heldin wirkt sehr präsent. Man stellt sich eine starke Persönlichkeit vor, die ihr Glück und das Vergessen in der Fremde sucht. Die Bemühungen, Erinnerung und Vergessen in ein adäquates Verhältnis zu bringen, zeigt die Willenskraft und Intelligenz der Protagonistin. Reflektiert und klug sucht sie ihren Weg.

Die Gegenwart wird von der Vergangenheit und einer innerlich erwärmenden Beziehung zwischen Großvater und Enkelin überblendet.

Der Bogen ist weit gespannt: von Istanbul, seiner Geschichte und dem Leben dort nach London, wo die Integration von Fremden schier unmöglich erscheint. Ausländer bleiben unter sich und bilden einen eigenen Kosmos in der Stadt.

Europa und der Orient sind im Format dieser Erzählung lebhaft als Gegensätze auszumachen

Aykol präsentiert eine starke Erzählung, in der die Charaktere mit markanten Eigenschaften in Erscheinung treten.

Schicksale dieser Art bilden nicht die Ausnahme in unserer Zeit. Man sollte das Buch lesen!


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