Zurück zur Homepage

Solange der Haifisch schläft

autor

Agus, Milena (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 5/5

verlag

Klett-Cotta

jahr

2007

1 bewertung

isbn

3608937498

1624 x gelesen

genre

Familiensaga

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 19.04.2007 von Miranda

Dieser wunderbare, heitere, naive, herzerfrischend und sehr italienische Roman reißt den Leser sofort mit!

Eine Familie: Vater, Mutter, Bruder, Großmutter, eine Tante und die Icherzählerin leben zusammen in einem Dorf auf Sardinien.

Durch die Augen der Icherzählerin erfahren wir in leisen Tönen, naiv, lakonisch und treuherzig, wie jeder einzelne lebt und die Welt betrachtet.

Der Vater ist ein Weltverbesserer, der viel fort ist, um in sich in Südamerika als Entwicklungshelfer hervor zu tun. Die schöne Tante schwebt von einem Liebhaber zum anderen; nie klappt es wirklich mit der Liebe. Die Mutter, eine zarte kleine Person, ist von ihrem Mann aus mühevoller Archivarbeit befreit worden und darf nun malen. Sie widmet sich dem Metier mit Hingabe. Der Bruder bleibt im Schatten der anderen, leidet an der Welt und den bösartigen Mitschülern und spielt immer nur Klavier. Die Großmutter gibt über allen schwebend ihre weisen Kommentare von sich.

Und unsere Icherzählerin? Sie schreibt Geschichten und hat einen verheirateten und absolut perversen Liebhaber.

Es geht um Gott und die Welt, um die Liebe, die Leichtigkeit und die Schwere des Seins.

Neben dem irdischen Allerlei des Tages wird immer wieder die Liebe in allen ihren Variationen thematisiert. Die herrlichsten poetischen Liebesbeweise tönen einem entgegen, hinreißend und von feinster Sprache zeugend.

Ohne Trauer und Verlust ist die Liebe nichts. Und so beschwört M. Agus die ganze Welt der Gefühle in ihrem Büchlein herauf.

Sie schreibt mit leichter Feder; selbst die unglaublichsten Einfälle von Perversion werden wie ganz normale leichte Geschichten daher erzählt. Fragen nach dem Lebenssinn und nach Gott werden unbeschwert, kindlich und naiv gestellt und beantwortet.

Die Familie ist scheinbar eng verbunden. Zugleich ist erkennbar, dass jeder seine eigene Philosophie und sein eigenes Bild von Gott und seinen Taten hat. Und zuletzt wird bei aller Einigkeit nach außen auch klar, dass jeder sein einsames Leben abgesondert vom Innenleben der anderen lebt.

Agus beschreibt ihre Charaktere kraftvoll und intensiv. Väter und Geliebte sind oft erotische Helden, die sich allerhand erlauben dürfen. Nichts aber ist verbissen, ehrpusselig oder gar moralisierend. Es ist wie es ist! Das mag als Motto für das Leben der hier beschrieben Menschen gelten.

Bei allem Ernst, der hinter den einzelnen Leben erspürt werden kann, ist die Geschichte heiter, zuweilen traurig, manchmal verzweifelt und melancholisch, immer aber auch südländisch und fröhlich.

Milena Agus ist eine wunderbare Erzählerin!

Man wünscht diesem Buch viele Leser und Leserinnen; es lohnt sich!


Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon.


hier klicken, um dieses buch selbst zu rezensieren!

weitere rezensionen suchen buch ebenfalls rezensieren

Gerhard Schröder - Entscheidungen: Mein Leben in der Politik

Geschrieben am: 01.07.2008

Rezensent: Hagen Bonn

Der Selbstinszenierer inszeniert sich selbst. Als "Armani-Kanzler" und "Genosse der Bosse" hat Schröder ein Buch vorlegen lassen, das sicherlich niemanden weh tun wird. Kein Skandal, keine holprigen Thesen, eher ein kritikloses Sammelsurium von Geschichtchen, die nicht wirklich was zu sagen haben. D ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere zufallsrezensionen

Die Narben der Hölle

Geschrieben am: 03.09.2012

Rezensent: Rabea Tabken

Da der Autor früher selbst Bundeswehroffizier war, und ich eigentlich an Kriegsromanen nicht sonderlich interessiert bin, habe ich mir das Buch nur besorgt, weil ich in der Zeitung einen ausführlichen Bericht über den Autor und dieses Buch gelesen habe. Und tatsächlich ist es kein Soldaten- oder Kri ... » weiterlesen.

kommentare (1)

weitere beliebte rezensionen

Ich liebe dich, aber nicht heute

Geschrieben am: 25.05.2013

Rezensent: Antje Jürgens

Vor ihrer Tätigkeit als Autorin und Journalistin war die 1957 in Trossingen geborene Gaby Hauptmann Chefredakteurin des Privatsenders Seefunk Radio Bodensee und arbeitete bei verschiedenen Fernsehsendern (HR, SWF, VOX) als Produzentin, Regisseurin und Moderatorin. Aus ihrer Feder stammen über 20 Fra ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere neue rezensionen