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Der Komponist Paul hört in einem Konzert in Zürich zwischen Kammermusik von Haydn und Beethoven die Erstaufführung einer eigenen Komposition, die gnadenlos ausgepfiffen wird. Das Streichquartett der jungen Musiker liegt ihm am Herzen, und es schmerzt ihn, dass seines Stückes wegen ihr Erfolg geschmälert wird. Was mit einem Eklat und einer gewissen Traurigkeit beginnt, weitet sich aus zu einer stillen, ruhigen und geheimnisvollen Erzählung, die eine gewisse Traurigkeit beibehält. Paul ist krank. Er weiß, dass er sterben wird und zieht sich in sein Haus am Meer zurück. Seine Frau Lucie soll nicht bei ihm sein; er will alleine sterben. So bemerkt man sie in ihrer Fürsorge für ihn nur aus der Ferne. Dort am Meer begegnet ihm eine fremde Frau. Sie ist sehr schön und fängt an, sich um ihn zu kümmern. Er verliebt sich in sie. Mit der letzten Liebe wird der Wunsch des Helden konterkariert: die Liebe zeigt sich stärker als der Tod! In seinen kurzen Sätzen, die oft im Nichts enden, lässt Gailly uns spüren, wie einsam sich ein Mensch fühlt, der den Tod kommen sieht; wie sehr er das Alleinsein sucht, um mit dem Sterben, das unabwendbar und unerklärlich ist, für sich zu sein. Hier wird nur eine von vielen Möglichkeiten beschrieben, wie man sich dem eigenen Ende nähert. Wir werden in dieser Geschichte in einer sensiblen, feinen und verhaltenen Form mit einem sehr ungewöhnlichen Sterben konfrontiert. Herkömmlich und in den vorletzten Jahrhunderten wurde uns das Sterben und Abschiednehmen als ein Ereignis beschrieben, bei dem alle Lieben anwesend waren und gemeinsam am Tode teilhatten. Unsere Zeit und die Individualisierung haben das Sterben verändert, indem es tabuisiert wurde und abseits von aller Welt stattfindet. Das einsame Sterben wird hier auf die Spitze getrieben: niemand, auch nicht die eigene Frau, soll das kommende Ende miterleben. Die ruhige Sprache zeigt Christian Gailly als den Meister der poetischen Prosa. Strand, Wind, Sonne, Sand und am Abend die Sterne bringen uns die Stimmung des Meeres nahe. Dazu das Haus, in dem aus der Ferne stetig das Meeresrauschen zu hören ist, ein Haus mit einem Piano und einer geschmackvollen Einrichtung. Der Hausherr, der sich in die schöne junge Frau verliebt, beweist, was zwischen den Zeilen versteckt ist: dass ein Abschied für immer Trauer und Melancholie auslöst, und dass der Tod und die Liebe nahe beieinander sind. Man liest das Buch mit Spannung, weil im Gegensatz zu der verhaltenen Geschichte immer noch etwas zu erwarten ist. Eine sehr empfindsam geschriebene Geschichte, die an die eigenen Gefühle rührt ohne in Kitsch auszuarten. Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon. | |||||||
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