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Haschisch

autor

Schmitz, Oscar A. H.

gesamtwertung: 1.5/5

verlag

Steirische Verlagsgesellschaft

jahr

2002

1 bewertung

isbn

390032347X

2007 x gelesen

genre

Erzählungen

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 02.01.2007 von Florian Hilleberg

Ein junger Mann erlebt Ende des neunzehnten Jahrhunderts in einem Club die berauschende Wirkung von Haschisch. Die anderen Mitglieder erzählen sich Geschichten voller dunkler Poesie und bizarren Erlebnissen.

Um verruchte sexuelle Erlebnisse mit einer Unbekannten in einem stockdunklen Raum geht es in „Die Geliebte des Teufels“.

„Eine Nacht des achtzehnten Jahrhunderts“ endet in einer Orgie sondergleichen und auch in „Karneval“ wird der Protagonist Opfer einer sonderbaren Liebschaft.

„Die Sünde wider den Heiligen Geist“ beschreibt eine perfide Falle vergnügungssüchtiger Männer für eine junge Nonne, welche die Sünde aller Sünden begehen soll.

Zum Abschluss berichtet der Haschischkonsument von zweien seiner eigenen Erlebnisse, die er später selbst erlebt haben will und welche skandalös von fleischlicher Begierde und menschlichen Abgründen zeugen.

Dekadent, surreal, unheimlich, bizarr wie ein literarischer Haschisch-Rausch. Der dünne Band aus dem Jahre 1913 von Oscar Adolf Hermann Schmitz galt damals als Skandalbuch und der Autor selber verweist in seinem Vorwort darauf, dass sich der Sinn der Geschichten nur dem Intellektuellen und Gebildeten erschließen würde und daher für die Jugend und die schlichteren Gemüter sowieso nicht interessant seien. Den Anspruch erheben die Geschichten vor allem durch ihre gestelzte, bisweilen sehr umständliche Formulierung, weniger durch den Inhalt. Des Weiteren verwendet der Autor gerne Fremdwörter und Umschreibungen aus anderen Sprachen, die im vorliegenden Band durch Fußnoten erklärt werden.

Die Storys an sich sind durchaus spannend und kurzweilig und bestechen durch eine ganz eigene Atmosphäre. Einzig die letzte Erzählung bleibt hinter den vorhergehenden Kurzgeschichten, durch ihren verwirrenden Aufbau und die leidlich spannende Handlung zurück. Ein ausführliches Nachwort zu diesem Buch, welches neben einem Porträt des Autors auch eine ausführliche Buchbesprechung enthält runden diesen Bücherschatz, der vor gut 100 Jahren zum ersten Mal erschien hervorragend ab.

Die Aufmachung tut ihr übriges, um die Lust am Lesen zu steigern, denn das Cover von Mark Freier passt ideal zu der stickigen, verrauchten Atmosphäre eines Haschisch-Clubs und die Illustrationen von Timo Kümmel brauchen sich dahinter nicht zu verstecken und geben den Lesern einen ersten Eindruck von der Düsterheit und der Morbidität der folgenden Kurzgeschichte.

Fazit: Anspruchsvoll und kurzweilig präsentiert sich der aufwändig gestaltete dünne Band dem Leser und lädt mit seinen intelligenten und originellen Einfällen dazu ein, öfters in diesem Buch zu lesen.


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