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Tommy, 11 Jahre, ENTFÜHRT!

autor

Jordan, Chris

gesamtwertung: 1.5/5

verlag

Mira Taschenbuch im Cora Verlag

jahr

2007

1 bewertung

isbn

3899413636

1974 x gelesen

genre

Thriller

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 04.12.2006 von LeseratteADMIN

Was für ein beknackter Titel, aber zum Glück greife ich aufgrund privater Umstände auf eine englischsprachige Bücherei zu, und hier heißt der Thriller schlicht und einfach: "Taken", was mich beinah an eine Akte-X-Folge erinnern lässt. Ein insgesamt recht spannender Thriller mit einigen guten Elementen, jedoch auch einigen erzähltechnischen Schwächen, wie ich gleich erläutern werde.

Tommy ist ein normaler 11jähriger, der eines Tages von einem Baseballspiel nicht mehr nach Hause kommt. Stattdessen erwartet die verwitwete, nichtsahnende Mutter Kate ein maskierter Eindringling mit Waffe, der sie auffordert, einen erheblichen Betrag auf ein ausländisches Konto zu überweisen, sollte sie ihren Sohn noch einmal lebend wiedersehen wollen. Dies tut Kate natürlich auch ohne zu zögern, doch anstatt ihren Sohn zurückzuerhalten, findet die plötzlich auftauchende Polizei eine Leiche in ihrem Keller, und macht Kate damit vom Opfer zu einem vermeintlichen Täter. Und von Tommy keine Spur.

Der Autor Chris Jordan hat sich sichtlich bemüht, einen klassischen Thriller abzulegen. Leider wirkt manches ein wenig wie aus dem Lehrbuch, so zum Beispiel der äußerst brutale Entführer, der vor nichts und niemandem Halt macht und wahrscheinlich beim Leser die ein oder andere Schrecksekunde auslösen will, oder der letztlich sehr schockierende Grund, warum man es ausgerechnet auf den kleinen Tommy abgesehen hat, und welches perverse Ziel der Entführer verfolgt. Seltsam und inkohärent erschien mehr der Perspektivwechsel zur 1. Person, wenn aus der Sicht der Mutter berichtet wird. Dies hätte meiner Meinung nach nicht notwendig sein müssen und trägt zum Spannungsaufbau nicht wesentlich bei, sondern verwirrt nur.

Zum Thema Spannung lässt sich übrigens noch hinzufügen, dass das Buch rasant beginnt und dann aber zunächst ein wenig an Fahrt verliert, weshalb ich dann doch länger für die Lektüre benötigt habe als zunächst angenommen. Erst auf den letzten hundert Seiten kommt wieder Schwung in die Handlung.

Recht interessant sind die Hauptfiguren der Geschichte, vor allem der etwas kauzige Detektiv, den ich gern noch ein wenig mehr involviert gesehen hätte. Hier gab es sicherlich noch Potential zum Ausbau.

Insgesamt ist dieser Thriller mit diesem so blöden deutschen Titel recht gut gelungen und unterhaltsam und dank des großen Geheimnis rund um die Entführung, das sich erst nach und nach entfaltet und wahrlich gruselig ist, recht empfehlenswert.


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