| Gesamtwertung: ![]() ![]() 1 Bewertung 1346 mal gelesen |
Durch den wirklich spannenden Thriller "Das Jesus-Video" auf Andreas Eschbach aufmerksam geworden, griff ich vor einigen Wochen in der Buchhandlung zu einem weiteren Roman des Autors - "Eine Billion Dollar". Da ich mittlerweile nicht mehr Klappentexte lese (meist enthüllen diese nämlich unglücklicherweise in nur wenigen Sätzen den halben Inhalt des Buches und töten so jegliche Spannung schon vor der ersten Seite), war ich fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es sich hierbei um einen Thriller handelt. Dies ist hier allerdings nicht der Fall. Eschbach erzählt in seinem Roman die Geschichte rund um eine wahrhaft phantastische Begebenheit: ein junger New Yorker erbt von einem vor 500 Jahren verstorbenen Vorfahren das mittlerweile auf eine stattliche Billion (also eintausend Billiarden) angewachsene Summe mit der Aufgabe, die verloren gegangene Zukunft der Menschheit zu retten. Dummerweise hat aber dieser John überhaupt keinen Plan, wie er dies anstellen soll, und so wird er Spielball der Mächtigen und Schlauen. Im Prinzip also eine interessante und vielversprechende Idee für einen Roman. Leider ist er meiner Meinung nach um etwa 300% zu lang geraten. Die in Form von Milliarden angezeigten Seitenzahlen lassen beinah vermuten, Eschbach hätte mit Absicht die 1000. Seite angestrebt, nur um auch noch einmal die berüchtigte Billion abdrucken zu können. Mich hat diese Länge extrem gestört und ich war froh, als ich dann endlich zum Ende kam. Was noch relativ gut gelungen ist, ist wie Eschbach die verschiedensten Theorien von Zukunftsforschern, Historikern, Wirtschaftsexperten, Volkswirtschaftlern, Finanzexperten und so weiter mit einfließen ließ. Leider kam mir das meiste davon schon recht bekannt vor. Außerdem scheinen aus heutiger Sicht einige der Realitätskonstrukte in diesem Buch beinah lächerlich, angesichts des 11. Septembers und der immer größer werdenden Lücke zwischen den Kulturen und Religionen. Seltsam auch, wie einige Erzählstränge nicht wirklich zu Ende geführt werden, z.B. ist es wichtig, dass die Fugger mit ins Spiel gebracht werden, was ist mit Ursula nach der Trennung los, warum taucht der Bruder wieder auf am Ende, usw? Ich würde das Buch nicht weiterempfehlen, zum einen wegen der ungerechtfertigten Länge, zum anderen wegen der unbedeutenden Geschichte, über die ich mit Sicherheit in Zukunft kein zweites Mal nachdenken werde. Schade eigentlich, denn "Das Jesus-Video" hat mir wirklich gut gefallen, und ich bin mir sicher, dass Herr Eschbach bestimmt bessere Romane schreiben kann als die Utopie "Eine Billion Dollar". Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon. | |||||||
Zurück | |||||||





