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Micro

autor

Crichton, Michael; Preston, Richard

gesamtwertung: 2/5

verlag

Karl Blessing Verlag

jahr

2012

1 bewertung

isbn

3896674293

362 x gelesen

genre

Thriller

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 03.06.2012 von Florian Hilleberg

Im Büro eines Rechtsanwalts auf Hawaii werden drei Leichen gefunden, die aus unzähligen kleinen Schnittwunden verblutet sind. Nichts deutet auf einen etwaigen Täter hin und alle drei Männer sind in einem von Innen verschlossenen Raum getötet worden.
Zur selben Zeit werden in Cambridge von Nanigen Micro Technologies sieben Studenten nach Hawaii eingeladen, um sich dort die Laboratorien der Firma anzusehen und sich gegebenenfalls anwerben zu lassen. Einer der Studenten ist Peter Jansen, dessen großer Bruder Eric zum Vorstand von Nanigen gehört. Doch kurz bevor die Reise losgeht, erhält Peter eine SMS, in der ihm Eric rät, nicht nach Hawaii zu kommen. Schließlich erhält Peter die Nachricht, dass Eric bei einem Bootsunfall ums Leben kam. Die SMS muss er kurz vor seinem Tod verschickt haben. Peter Jansen verdächtigt Vin Drake, den Geschäftsführer von Nanigen, den Bootsunfall inszeniert zu haben. Fest entschlossen den Täter zu entlarven tritt er, gemeinsam mit seinen Kommilitonen, die Reise nach Hawaii an. Tatsächlich gelingt es ihm Beweismittel sicherzustellen, die ihm helfen Drake zu überführen. Doch dazu benötigt er ein Geständnis. Das erhofft er sich, wenn er den Mitschnitt eines kompromittierenden Telefonats vor den Ohren seiner Studienkameraden und im Beisein von Drake abspielt. Doch der gewiefte Geschäftsmann ist gerissener als Peter dachte. Er lockt die Studenten in eine Falle und verkleinert sie mit hochmoderner und strenggeheimer Technologie auf Mikrogröße, genauer gesagt auf eine Körperlänge von 1,3 cm!
Ausgesetzt im hawaiianischen Dschungel müssen Peter Jansen und seine sechs Kommilitonen, sowie ein Nanigen-Wissenschaftler, der zur falschen Zeit am falschen Ort war, um ihr Leben kämpfen. In einer Welt, in der hinter jeder Ecke ein grausamer Tod lauert.

Eine Story wie aus einem Hollywood-Blockbuster und zugleich eine so abstruse Idee, dass es nur jemandem wie Michael Crichton gelingen konnte, ein derartiges Szenario glaubhaft darzustellen. Dabei erwies sich der Autor in der Beschreibung jeglicher Bedrohung als absolut sattelfest und authentisch. Egal ob Tyrannosaurus Rex oder Riesenkrabbenspinne, Crichtons Monster bleiben in ihrer Ungeheuerlichkeit immer vorstellbar. Doch die Bedrohung kommt in MICRO nicht nur aus dem Reich der Insekten und Gliederfüßer, sondern geht, wie auch schon im JURSSIC PARK, von der unsachgemäßen und unverantwortlichen Nutzung hochmoderner Technologien aus. In der Charakterisierung der Protagonisten bedient er sich zwar an einigen Stellen gängiger Klischees, vor allem bei der Darstellung des Bösewichts, doch kommt es im Verlauf der Handlung zu der einen oder anderen Überraschung und unerwarteten Wendung. In der Welt der Insekten, Spinnen und Hundertfüßer ist eben niemand sicher. Selbstverständlich hätte man den Konflikt Mensch und Insekt auch in altbewährter Tarantula-Manier darstellen können, indem man Insekten und Spinnen mutieren und um ein Vielfaches hätte wachsen lassen. Doch dadurch hätte die Geschichte schnell an Glaubwürdigkeit eingebüßt und den Autoren die Möglichkeit genommen auf die Schönheit, Vielfältigkeit und Natürlichkeit einer Welt hinzuweisen, die nur eine Körperlänge von uns entfernt ist. Und das zu jeder Zeit des Tages und auf (fast) jedem Punkt der Erde. Die Handlung spielt sich für die sieben Studenten beinahe wie in einem gigantischen Videospiel ab, in dem sie in immer schwieriger werdenden Levels ihr Können unter Beweis stellen müssen, bis hin zu waghalsigen Manövern in Miniaturflugzeugen. Man sieht es schon, der Leser benötigt für dieses Werk jede Menge Fantasie, sowie Toleranz gegenüber mutigen und innovativen Ideen. Natürlich ist es streng wissenschaftlich betrachtet, absoluter Nonsens Menschen auf Insektengröße schrumpfen zu wollen. Allein die physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Gasaustausches, die ja auch das Größenwachstum der Insekten begrenzen, würden dem einen Riegel vorschieben. Doch es ist ja nicht so, als ob sich Crichton und Preston darüber keine Gedanken gemacht hätten. Und auch für dieses Problem haben sie eine schlüssige Erklärung gefunden, die zumindest im Roman ihre Gültigkeit hat. Mir hat das Lesen des Buches jedenfalls einen Riesenspaß bereitet, und obwohl die Meinungen über MICRO stark auseinandergehen, dürfte feststehen, dass Michael Crichton auch mit seinem letzten Werk bewiesen hat, dass er ein begnadeter Unterhaltungsautor war, dessen Visionen einem Jules Verne zur Ehre gereichen.


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