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Atomblut: Ein Wirtschaftskrimi

autor

Claassen, Utz

gesamtwertung: 1.5/5

verlag

Econ

jahr

2012

1 bewertung

isbn

3430201306

528 x gelesen

genre

Thriller

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 01.06.2012 von Michael Lehmann-Pape

Aus dem Inneren der Wirtschaftsmacht

Utz Claassen weiß, wovon er schreibt und das ist dem Buch durchaus anzumerken. Als ehemaliger CEO eines großen Energieunternehmens legt er einerseits eine fiktive Handlung vor, die andererseits aber durch die genau Kenntnis und Beschreibung der Abläufe des Energiesektors und, vor allem natürlich, durch den fundierten Blick hinter die Kulissen der „Deals“ und der Einflussnahmen besticht.

Natürlich ist das Buch durchaus auch mit einer spannenden Thriller Geschichte versehen.

Die schleichende Bedrohung der Fabienne Felsenstein, Top Managerin und neuerdings neuer Vorstand eines der größten deutschen (fiktiven) Energieunternehmen sieht sich den Herausforderungen des Atomausstieges, persönlicher, anonymer „Überwachung“ (welche in einem Blog im Internet immer wieder zeigt, wie nah ihr manche Blogger faktisch bereits im realen Leben sind) und den gesammelten Vorurteilen der Entscheidungsträger ihr gegenüber ausgesetzt. Zum einen, weil ihr ein kühler, harter Ruf vorausgeht, zum anderen, weil sie diesen einflussreichen Posten nur deswegen angeboten bekommen hat, weil ihr direkter Vorgänger bei einem vermeintlichen Unfall zu Tode kam (im Übrigen nicht der einzige Mord, der den Reigen des Thrillers eröffnet) und die einflussreiche, graue Eminenz des Unternehmens daraufhin auf ihre Mitarbeit allen anderen Vorständen gegenüber bestand.

Keine einfachen Voraussetzungen, vor allem dann nicht, wenn aus fremden Autos Farbpatronen auf ihre Limousine geschossen werden und sie einen Unbekannten dabei beobachten muss, wie dieser in ihre Wohnung einbricht und unerkannt entflieht. Wer aber hat es auf sie abgesehen? Und was hat das alles mit ihrer neuen Aufgabe zu tun?

Dies ist einerseits der Spannungsfaden des Romans. Andererseits findet sich der eigentliche Schwerpunkt in der Schilderung der Vorgänge „hinter den Fassaden“ der Macht. Absprachen, Deals, Gier, der Kampf um Einfluss und Macht, das sind die eigentlichen Themen, die durchaus realistisch von Claassen benannt werden.

Politik, Gesetze, legales Handeln? Aber doch nicht in diesen Kreisen. Wie auch bald der junge Journalist Wallter feststellen muss, in dem die Verbindungsstränge von Blog, Firma und Frau Felsenstein sich mehr oder minder fast zufällig zusammenbinden.

Anfangs in fast hektischer, assoziativer, stichwortorientierter Sprache merkt man Utz Claassen schon an, dass die Literatur nicht unbedingt sein bisheriger Schwerpunkt war. Das Tempo hält sich durch diesen Stil zwar gerade auf den ersten Seiten hoch, einiges an Personen und Ereignissen hätte aber eine breitere Ausführung besser zu Gesichte gestanden. Dies aber pendelt sich im weiteren Verlauf der Geschichte besser ein, Hintergründe von handelnden Personen und doch mehr an atmosphärischen Beschreibungen nehmen den Leser ein stückweit besser mit hinein in die Handlung (wenn auch nicht durchgängig).

Sprachlich hier und da zu simpel dargestellt, atmosphärisch nicht immer austariert, erzählt Claassen dennoch in den Grundzügen eine überzeugende, durchaus komplexe Geschichte, die einiges über das Handeln hinter den Fassaden der Stromwirtschaft offen legt.


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