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Kraft aus dem Schweigen: Einübung in die Zen-Meditation

autor

Enomiya-Lasalle, Hugo M.

gesamtwertung: 5/5

verlag

Patmos

jahr

2005

1 bewertung

isbn

3491694183

243 x gelesen

genre

Sachbuch

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 29.05.2012 von Michael Lehmann-Pape

Weg zu einem innerlichen Leben

Bereits 1975 ist dieses Buch in erster Auflage erschienen und viel hat sich seitdem getan, was die Verflechtung der fernöstlicher Meditationshaltung des Zen in die westlich geprägte europäische Gesellschaft betrifft.

Eine integrative Entwicklung, die Enomiya-Lasalle durchaus wegbereitend angestoßen hat und die diesem schmalen Buch durchaus eine gewissen Zeitlosigkeit gibt.

Beginnend bei einer Erläuterung der religiösen und geschichtlichen Hintergründe des Zen (mit einem Blick auf den Buddhismus und das Yoga) führt Enomiya-Lasalle sodann umgehend über zur Praxis und Wirkung des Zen. Anschaulich und in einfachen Worten erläutert er innere und äußere Haltungen und die Atmung, verweist auf die Bindung an einen Zen Meister und erläutert ebenso prägnant kurz, aber wichtig, die Funktion des „Warnungsstabes“ als Unterstützung der Meditation, nicht als Züchtigungsmittel zu verstehen-

Bedeutsam gerade zur damaligen Zeit (und heute immer noch wichtig) sind die Einlassungen Anomiya-Lasalles zur Verbindung zwischen Zen und christlicher Meditation. Ergänzung und Erweiterung, Aufnahme althergebrachter kontemplativer Haltungen, Zen in diese Richtung zu verstehen öffnet den Weg auch von Christen und christlicher Kirche in diese Übung „einer anderen Religion“ im Sinne auch der christlichen mystischen Tradition.

Wobei Enomiya-Lasalle nicht bei der rein „innerkirchlichen“ oder „innerchristlichen“ Sicht stehen bleibt, sondern im Buch ebenfalls Raum für Carl Albrechts „psychologischer Interpretation der mystischen Erfahrung“ gibt.

Dies in Verbindung mit der integrativen Darstellung des Zen innerhalb des christlichen Glaubens eröffnet in breiter Weise, trotz des eher schmalen Umfangs des Buches, einen umfassenden Blick auf die Verbindung von Zen und christlich tradierter, westlich geprägter Gesellschaft und kann daher auch heute noch als ein hervorragender Zugang zur „Welt des Zen“ und zum christlich verstandenen „schweigendem Gegenüber zu Gott“ betrachtet werden. Und dies aus der Feder eines Jesuiten, der sich schon früh mit den Wegen der Mystik gedanklich und in seiner Lebenshaltung auseinandersetzte und der ins einer Zeit als Missionar in Japan in eine direkte Verbindung zur Meditationspraxis fernöstlicher Prägung treten konnte, Mithin ein Mann, der durchdrungen war von dem, was er schreibt und lebte.


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