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Was bleibt

autor

Sabottka, Thomas (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 5/5

verlag

Edition PaperONE

jahr

2008

1 bewertung

isbn

3939398772

301 x gelesen

genre

Erzählungen

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 22.05.2012 von Florian Hilleberg

„Was bleibt“ ist ein wunderschön aufgemachter kleiner Band mit 18 Shorties von Thomas Sabottka, die mit Fotografien des Künstlers Butow Maler verziert wurden. Eine grandiose Verquickung von Bildband und Kurzgeschichtensammlung rund um den Tod. Ein zentrales Motiv ist darüber hinaus die Donau, deren tückische Strömungen im Laufe der Zeit unzähligen Menschen den Tod brachte.
Thomas Sabottka hat auf knapp 100 Seiten viele Schicksale von Menschen geschildert, die in den Fluten oder an dessen Ufern umkamen.

Das bizarre Erlebnis eines Taxifahrers, der mysteriöse Leichenfund eines toten Kindes im Jahr 1840, ein kleiner Junge, der für eine heiße Brühe, sein Leben in den kalten Wassern der Donau aushaucht. Die Geschichten die Thomas Sabottka hier erzählt sind kurz – aber eindringlich und schaffen auf wenigen Seiten etwas, was vielen Autoren mit dicken Wälzern nicht gelingen will: Sie berühren den Leser. Oftmals beinhalten die Zeilen eine große Traurigkeit und Wehmut; berichten davon, wie schnell eine Existenz, eben noch von ungebändigter Lebenslust erfüllt, enden kann.
Da wird von einem Mann erzählt, der Zeit seines Lebens sein Geld als Clown in einem Zirkus verdiente, wo ihn die Leute nur als lebensfrohen, lustigen Menschen kannten und der sein Dasein durch einen Sprung von der Brücke beendet. Ein Fotomodel leidet unter der Anonymität ihrer Schönheit und sucht die Flucht in den Tod.
Bei diesen Geschichten beweist Sabottka seine Vielseitigkeit und beschreibt einfühlsam wie tröstend für einige Menschen die Erlösung sein kann.
Düster bedrohlich geht es in den Erzählungen „Hafensanierung“, „Memorial“ und „Am Ende der Nacht“ zu, die einen morbiden und surrealen Touch haben, der an Erzählungen von Edgar Allan Poe erinnert. Zugleich greifen einige der Geschichten auf faszinierende Art und Weise ineinander, es empfiehlt sich also das Buch der Reihe nach zu lesen und nicht querbeet, auch wenn dies nicht heißen soll, dass man nicht einen zweiten oder dritten Blick auf besonders einprägsame Storys werfen kann.
Nur über eines sollte man sich klar sein: Obwohl die Texte sehr kurz sind und das Buch insgesamt sehr dünn ist, kann man es nicht „zwischendurch mal eben“ lesen. Die Geschichten ziehen einen unweigerlich in ihren Bann und beschäftigen einen noch lange danach. Daher ist dieses Werk ein Buch, dass man in angemessener Atmosphäre und in nicht allzu trübsinniger Stimmung genießen sollte.

Die Bilder von Butow Maler sind einfach grandios und passen in ihrer Eigenwilligkeit und Melancholie ebenso treffend zu den Texten, wie in der Wahl ihrer Motive.

Fazit:
Ein nachdenklich stimmender, wunderschön aufgemachter Band mit einfühlsamen Erzählungen von Thomas Sabottka und kunstvollen Schwarzweiß-Fotografien von Butow Maler. Das Thema Tod wird hier in seinen unterschiedlichsten Facetten behandelt und trotz seines stattlichen Preises von 15 Euro ist das Buch jeden Cent Wert.


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