Zurück zur Homepage

JoJo und ich: Die Geschichte einer tiefen Freundschaft

autor

Bernal, Dean

gesamtwertung: 5/5

verlag

Integral

jahr

2012

1 bewertung

isbn

3778792326

619 x gelesen

genre

Sachbuch

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 08.05.2012 von Michael Lehmann-Pape

Freundschaft mit einem Delfin

1989 wurde JoJo, ein freilebender Tümmler, offiziell zum nationalen Kulturgut des Inselstaates der Turks- und Caicosinseln erklärt. Ein Akt, der eine intensive Vorgeschichte hatte, die natürlich einerseits eng mit dem Tümmler selbst, vor allem aber auch mit Dean Bernal, dem Autor des Buches, zu tun hatte.

Als Tauchlehrer in der Karibik traf Bernal in den 80er Jahren auf den freilebenden Tümmler, der sich regelmäßig nahe bei ihm hielt.
Ein einzigartiges Ereignis, im Übrigen, von dem Bernal im Buch erzählt.
Die Geschichte einer Freundschaft zwischen Mensch und Delfin, die durch „dick und dünn“ miteinander gehen. Sei es das Eingreifen des Delfins bei einem Haiangriff, sei es die Rettung des Menschen durch den Delfin aus der ein oder anderen brenzligen, teils lebensbedrohlichen Situation.

„Ich nahm diese Beziehung sehr ernst, ernster vielleicht sogar als den Umgang mit vielen meiner Mitmenschen“.

Ein „sich kümmern “, das auf Gegenseitigkeit beruht, denn auch für den Delfin drohen Gefahren. Vor allem durch das Verhalten von Fischern und Touristen. Gefahren, in denen dann Dean Bernal dem Delfin zur Seite steht. Bernal, der späterhin die Marine Wildlife Foundation ins Leben ruft und seitdem unablässig darum bemüht ist, die einzigartige Kraft der Delfine bekannt zu machen und vor den Gefahren eines überbordenden Tourismus für die Lebenswelt des Meeres zu warnen. Mit Folgen übrigens für ihn selbst, denn späterhin wurde er zur „persona non grata“ auf den Inseln, die zu großen Schaden für den Tourismus durch seine Arbeit befürchteten,

Aber diese Abenteuergeschichten sind nicht der Kern des Buches. Vor allem nämlich erzählt Bernal die Geschichte dessen, was er an Zuwendung, Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen und tatsächlich psychisch heilenden Kräften am und vom Delfin lernen durfte. Die Geschichte einer echten Freundschaft auf Augenhöhe und Gegenseitigkeit.

Eine „innere“ Kraft, die durchaus ja in den letzten Jahren immer wieder dokumentiert wurde, unter anderem in der therapeutischen Arbeit mit Delfinen, was das Krankheitsbild des Autismus angeht, aber auch in Bezug auf andere psychische Störungen. So, wie es das Zitat von Plutarch im Buch schon zu Beginn auf den Punkt bringt:

„Dem Delfin hat die Natur als Einzigem die Gabe verlieben, nach der die besten Philosophen streben – uneigennützige Freundschaft“.

Mit übrigens aller Zeit der Welt, denn „Delfinzeit ist eine andere Zeit“, eine Zeit im Rhythmus des Lebens, nicht im Rhythmus festgelegter Abläufe. Auch davon erzählt Bernal und macht in seinen Worten deutlich, wie viel auch er selbst durch den Umgang mit JoJo gelernt hat.

Von jener wohltuenden, durchaus auch „heilende“ Kraft, die den Delfinen von Natur aus innewohnt. Eine Freundschaft, ein Miteinander, von dem auch die zwar wenigen, qualitativ aber hochwertigen Bilder im Buch eine deutliche Sprache sprechen. Ein daneben flüssig und gut geschriebenes Buch, dessen Lektüre durchaus einen Gewinn darstellt.


Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon.


hier klicken, um dieses buch selbst zu rezensieren!

weitere rezensionen suchen buch ebenfalls rezensieren

Die Ballade der Trockenpflaumen

Geschrieben am: 14.03.2011

Rezensent: Bookorpc

Was machte diesen Blog zum meistgeklickten Italiens und das Buch zu einem Sensationsbestseller? Wer die Antwort darauf haben möchte, sollte das Buch lesen.
Inhalt:
In drei Teilen mit einigen Untertiteln schildert die Texterin ihr Leben ab der Geburt bis zum Erwachsen werden. Witzig erläutert ... » weiterlesen.

kommentare (3)

weitere zufallsrezensionen

Der schwarze General

Geschrieben am: 23.09.2013

Rezensent: Michael Lehmann-Pape

Eine Biographie wie ein Roman

Ein ganz außerordentliches (nicht nur für seine Zeit) und „vielfaches“ Leben ist es, dass Tom Reiss in dieser Biographie nachvollzieht und für die er zu Recht in Stil und Inhalt den Pulitzerpreis dieses Jahres erhalten hat.

Das ein Schwarzer aus „Übersee“ ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere beliebte rezensionen

Das Salz der Erde

Geschrieben am: 18.09.2014

Rezensent: Sabine Haustein

Die Handlung des historischen Romans findet in der fiktiven Stadt Varenne statt. Nach dem Tode seines Vaters übernimmt der junge Salzhändler Michel de Fleury das Geschäft. Doch die Stadt Varennes leidet unter einem korrupten Bischof und einem grausamen Ritter. In der Stadt reagiert Armut und Willkü ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere neue rezensionen