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Tage des Bösen

autor

Temple, Peter (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 5/5

verlag

C.Bertelsmann

jahr

2012

1 bewertung

isbn

3570009998

573 x gelesen

genre

Thriller

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 07.05.2012 von Michael Lehmann-Pape

Die Sprengkraft von Informationen

Durchaus mit Grund hat er seinen Namen geändert, der zur Zeit als Sicherheitsbeauftragter in Südafrika arbeitende Constantine Niemand. Da gab es in seiner Vergangenheit eine Einheit, der er angehörte, was es für ihn ratsam erscheinen ließ, seinen alten Namen nicht mehr zu führen, damit nicht mehr in Verbindung gebracht zu werden.

John Anselm dagegen trägt durchaus seinen Namen noch. Der ehemalige Journalist aber kann sich, im Gegensatz zu Constantine, an viele Dinge aus seiner Vergangenheit nicht mehr erinnern, bedingt durch die traumatische Erfahrung seiner Entführung und Folterung im Zug einer Recherche.
Nun arbeitet Anselm in familiär-freundschaftlicher Atmosphäre in einer kleinen Recherchefirma, die alles und jeden aufzuspüren versteht, gegen gutes Geld natürlich.

Constantine Niemand in Südafrika, John Anselm in Hamburg, geographisch weit entfernt aber doch, das wird die Geschichte zeigen, auf vielfachen und sehr hintergründigen Wegen miteinander verbunden. Anselm erhält im Zuge eines Rechercheauftrages immer mehr Informationen zu einem verschwundenen Videofilm, Informationen, die bald anfangen, Leben zu kosten und auch seines bedrohen.

Könnte dies jener kleine Videofilm sein, den Constantin Niemand im Rahmen einer missglückten Bewachung eines Schutzbefohlenen in Südafrika in die Hände bekam? Eine Bewachung, die ebenfalls eine Reihe von Todesopfern forderte? Einen Film, den er versucht, in Europa an eine interessierte Partei zu verkaufen. Eine Partei, die ihm allerdings immer einen Schritt voraus ist und die gar nicht darauf erpicht ist, ihm Geld für den Film zu geben, vor weniger, ihn am Leben zu lassen. Gut, dass er eher durch Zufall in London in der Enthüllungsjournalistin Caroline Wishart eine Verbündete findet, die auch, ebenso durch eigene Recherche, den Kontakt zu John Anselm herstellen wird.

Kontakte, die alle in Gefahr bringen, Informationen, die ganz weit oben in der Weltpolitik von hohem Interesse sind, ein Ereignis in der Vergangenheit, bei dem eine Eliteeinheit der US Army brutal und sadistisch eingegriffen hatte, ein Katz und Maus Spiel in der Gegenwart, bei dem irgendwann nicht mehr klar ist, wer Freund oder Feind ist.

Da wäre es fast besser gewesen, wenn John Anselm bei seiner anfänglichen Weigerung geblieben wäre. „Was soll denn das? Willst du etwa nicht für die arbeiten?.
„Für diesen Zweig der amerikanischen Regierung, nein!“.
Und doch wird er unaufhaltsam in das Komplott mit eingezogen.

Getragen von einer dunklen, spannungsreichen Atmosphäre, getragen auch von durchaus gebrochenen Protagonisten, die Peter Temple nicht heroisch, sondern manches Mal eher taumelnd skizziert, deren Geschichte er geschickt in den Handlungsrahmen einfließen lässt. Persönliche Geschichten und aktuelle Ereignisse, die alle in irgendeiner Form miteinander zusammenhängen und die Temple zum Ende des Buches hin mit handfesten Überraschungsmomenten auflöst.

Tage des Bösen“ bildet eine temporeiche, intelligente und hervorragend geschilderte Verschwörungsgeschichte zwischen gestern und heute.


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