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Das Motel

autor

McBean, Brett (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 2/5

verlag

Festa

jahr

2012

1 bewertung

isbn

3865521479

418 x gelesen

genre

Thriller

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 02.05.2012 von Florian Hilleberg

Eine stürmische Nacht in den Bergen. Ein einsames Motel, geführt von einer alleinstehenden, älteren Frau. Das Lodgepole Pine Motel ist selten gut besucht. Das ändert sich schlagartig in jener Halloween-Nacht des Jahres 1980, als kurz vor Mitternacht sechs Gäste eintreffen. Al und Eddy sind seit der Highschool unzertrennliche Freunde, doch als sie diese Nacht im Alkoholrausch ein Auto klauen, in dessen Kofferraum eine Leiche liegt, bleibt ihnen nur ein Ausweg. Ab in die Berge und den Toten so schnell wie möglich loswerden. Das Ehepaar Morrie und Judy Prescott hingegen wollten eigentlich nur einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher verbringen. Doch plötzlich liegt ein Teenager tot in ihrem Vorgarten und das Pärchen ist auf der Flucht vor der Polizei. Am sonderbarsten ist jedoch der ominöse Wayne, der mit seinem Sohn einen nächtlichen Ausflug macht. Für die Motel-Besitzerin Madge steht fest, dass dies eine lange Nacht werden wird. Wie lang und grauenhaft sie aber tatsächlich wird, hätte sie sich in ihren schrecklichsten Alpträumen nicht auszumalen gewagt ...

Der Roman „Das Motel“ stammt bereits aus dem Jahr 2003 und wurde von Brett McBean im Alter von 25 Jahren veröffentlicht. Die überarbeitete Neuausgabe stammt aus dem Jahr 2011 und diente auch der deutschen Erstveröffentlichung als Grundlage. Der junge Australier beweist mit diesem Werk sein Talent für gute, unterhaltsame und spannende Geschichten. Motels sind seit Robert Blochs „Psycho“ immer wieder zu Schauplätzen blutiger Thriller geworden und eignen sich auch in diesem Fall für einige Stunden Kurzweil. Dabei betritt McBean keine ausgetretenen Pfade, sondern überrascht den Leser mit einer äußerst originellen und einfallsreichen Geschichte, die zwar einige aberwitzige Zufälle bemüht, aber das Leben schlägt bekanntlich die merkwürdigsten Kapriolen, und nach dem man die letzten Seiten gelesen hat, kommt man nicht umhin, dem Autor seinen Respekt zu zollen. Nur so, wie der der Roman hier endet ergibt die Geschichte einen Sinn, und der Vergleich mit Richard Laymon, den der Autor Brian Keene in seinem Slogan auf dem Klappentext zieht, ist mehr als gerechtfertigt. Tatsächlich erinnern Handlungsverlauf und Charakterisierung stellenweise stark an Laymons Stil. Richtige Sympathieträger gibt es eigentlich keine, dafür glaubwürdige Figuren mit Ecken, Kanten und dunklen Geheimnissen. Und gerade dadurch wachsen sie dem Leser ans Herz. Bis auf einige Rückblicke in die Vergangenheit einiger Charaktere, spielen sich die Ereignisse in einer einzigen Nacht ab und machen das Buch beinahe zu einer Lektüre in Echtzeit. In Anbetracht des gefälligen, flüssigen Schreibstils des Autors hat man die 380 Seiten auch in Nullkommanichts verschlungen. Einige unelegante Patzer im Lektorart nimmt man dabei schon mal geflissentlich in Kauf. Als Beispiel sollte man versuchen einen Satz zu kichern, was reichlich albern klingen dürfte. Die Figuren im Roman tun dies am laufenden Band. Nichtsdestotrotz ist „Das Motel“ ein durchweg spannender, atmosphärischer Thriller, in dem Gewalt eher sparsam eingesetzt wird.

Die blutige Hand an der nassen Scheibe erinnert natürlich an eine gewisse Duschszene, die auch in einem Motel spielte und Filmgeschichte schrieb. Allerdings ist das Motiv auch derart unverbindlich, dass es auch zu diesem Roman hervorragend passt. Das Taschenbuch ist von hoher Qualität und liegt gut in der Hand. Die Lederoptik des Umschlags verleiht dem Band zusätzlich einen edlen Touch.

Fazit:
Mit diesem Band hat sich Brett McBean endgültig als der australische Richard Laymon bewiesen. Ein unglaublich rasantes und packendes Buch, mit aberwitzigen Wendungen und einem düsteren Finale.


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