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Die Farben der Finsternis

autor

Pinborough, Sarah (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 1.5/5

verlag

Otherworld

jahr

2011

1 bewertung

isbn

3800095467

506 x gelesen

genre

Thriller

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 02.05.2012 von Florian Hilleberg

Nachdem es DI Cass Jones gelungen ist den Fliegenmann zu stellen und eine großangelegte Verschwörung innerhalb der Polizei von London aufzudecken, hat er es bei den Kollegen nicht gerade leichter. Vor allem weil seine damalige Partnerin einem feigen Mordanschlag zum Opfer gefallen ist. Sein neuer Partner Armstrong indes ist ein karrieregeiler Emporkömmling, dem Cass von Anfang an misstraut. Dann aber wird Cass zu dem Selbstmord einer jungen Studentin gerufen, die vor ihrem Tod den Satz „Chaos im Dunkel“ hinterlassen hat. So wie schon viele vor ihr. Cass Jones und Armstrong finden heraus, dass ein urbaner Mythos bei den Studenten kursiert, der besagt, dass jeder sterben muss, der diesen Satz von sich gibt. Doch was veranlasst augenscheinlich fröhliche und erfolgreiche Studenten sich der Reihe nach umzubringen, obwohl sie offenbar nichts gemeinsam haben? Hat der geheimnisvolle Castor Bright auch hier seine Finger im Spiel? Was hat die Bank mit diesen Vorfällen zu tun? Doch Cass Jones muss sich auch um die Angelegenheiten seiner Familie kümmern, denn plötzlich erhält er eine Nachricht seines verstorbenen Bruders, dass sein Neffe Luke nach der Geburt offenbar vertauscht wurde. Als Cass Jones Mr. Bright aufsucht und Antworten verlangt wird er im Tausch für Informationen bezüglich seines Neffen auf einen weiteren Fall angesetzt. Die persönliche Leibwächterin der britischen Premierministerin, Abigail Porter, wird vermisst, nachdem sie einen Verdächtigen in der U-Bahn gestellt hat, der vermutlich für die jüngsten Bombenattentate in London verantwortlich ist. Auch zwei weitere Personenschützerinnen hochrangiger Regierungsmitglieder anderer Staaten werden vermisst. Cass Jones wittert eine Verschwörung, in die die geheimnisvolle Bank verwickelt sein muss. Mehr und mehr wird dem Inspektor klar, dass er gegen einen übermächtigen Gegner angetreten ist, dessen Pläne er nicht einmal ansatzweise versteht ...

Der zweite Teil der Mystery-Trilogie aus der Feder der jungen Schriftstellerin Sarah Pinborough liefert ein ähnlich undurchschaubares Szenario wie „Die Bürde des Blutes“. Dieses Mal jagt Cass Jones jedoch keinen Serienkiller sondern versucht das Geheimnis einer merkwürdigen Selbstmordserie zu ergründen. Dass er dabei auch auf höchst irdische Verbrechen stößt und menschliche Abgründe auslotet macht das Buch umso interessanter. Wirkliche Antworten, die Castor Bright, die Bank oder Jones Neffe Luke betreffen, findet der Leser aber auch in diesem Band keine. Allerhöchstens vage Andeutungen, die jedoch Großes erahnen lassen. Leider ist bei der derzeitigen Marktlage immer ungewiss, ob und wann der dritte Teil der Trilogie erscheint. Den Lesern bleibt allein die Hoffnung, denn nach der Lektüre des vorliegenden Bandes muss man wissen wie alles zusammenhängt. Und sei es nur, um in Erfahrung zu bringen, ob die scheinbar verwirrenden Handlungsstränge einem logischen Gesetz folgen. Jedenfalls wird auch dieses Mal viel intrigiert und Cass Jones befindet sich im Mittelpunkt einer neuen Verschwörung gegen ihn. Der Inspektor steht auf verlorenem Posten, ohne zu wissen wer Freund und wer Feind ist. Besonders in der Charakterisierung des Protagonisten ist der Autorin etwas Großartiges gelungen. Cass Jones ermittelt ganz im Stil der desillusionierten Schnüffler aus den Krimis Noir, und ist sich mehr denn je der Tatsache bewusst, dass es kein Gut und kein Böse gibt. Cass Jones lebt in einer Welt der Grautöne, die immer schwärzer werden. Erschreckend realistisch ist die Geschichte um die Bank, die als Geldgeber sogar die Regierung kontrolliert. Ein durchaus denkbares Szenario zu dem auch die Anschläge in der Londoner U-Bahn passen. Leider verstrickt sich die Autorin häufig in sehr abstrusen Andeutungen über übernatürliche Kreaturen und auch die Handlung um Abigail Porter verlangt am Ende viel Toleranz vom Leser. Um wirklich überzeugen zu können, fehlt es dem Roman an Aha-Erlebnissen und separat ist der Band kaum lesbar. Szenen mit dem Geige spielenden Greis, der seltsame Andeutungen von sich gibt ermüden eher, als die Spannung anzuheizen. Leider hat auch das Lektorat viele Dinge übersehen. Anders ist folgender Fauxpas nicht erklärbar:
„Ein dunkelhaariger, breitschultriger Mann mit dunklen Haaren ...“
Bleibt zu hoffen, dass der dritte Band die nötigen Antworten liefert und sich alles schlüssig ineinander fügt. Doch allein schon die Figur des Cass Jones ist die Lektüre des vorliegenden Romans wert.

Die äußere Gestaltung des Paperbacks ist eine kleine Offenbarung, von der sich das englische Original noch eine Scheibe abschneiden kann. Sehr düster und ansprechend, dabei im ähnlichen Layout gehalten wie der erste Band. Hinzu kommt die hochwertige Klappenbroschur hinter der sich jener Satz verbirgt, der die Studenten offenbar in den Selbstmord getrieben hat. Schaurig. Satzspiegel und Papierqualität lassen indes keine Wünschen offen.

Fazit:
Durchwachsene Fortsetzung mit deutlichen Längen und einem sympathischen Protagonisten. Während die Selbstmordserie der Studenten unheimlich und spannend von Anfang bis Ende bleibt, schüren sonderbare Andeutungen von Geige spielenden Greisen höchstens die Verwirrung. Unbedingt Band 1 „Die Bürde des Blutes“ vorher lesen!


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