Zurück zur Homepage

Schiller-Handbuch: Leben - Werk - Wirkung

autor

Luserke-Jaqui, Matthias

gesamtwertung: 2/5

verlag

J.B.Metzler

jahr

2011

1 bewertung

isbn

3476024067

431 x gelesen

genre

Sachbuch

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 30.04.2012 von Michael Lehmann-Pape

Leben, Werk und Wirkung

Mit dem Anspruch eines Handbuchs versehen bilden die verschiedenen Autoren im sorgfältig zusammengestellten Buch die Biographie und die Rezeption von Person und Werk Friedrich Schillers interessanterweise nicht in chronologischer Ordnung, sondern thematisch nach Gattungen des Werkes sortiert an. Innerhalb der Gattungen allerdings findet sich dann durchaus eine chronologische Ordnung im Buch wieder.

Dramen, Gedichte, Erzählungen, Historische Schriften, theoretische Schriften, Kritiken und publizistische Schriften, Bearbeitungen und Übersetzungen sowie zwei abschließende Kapitel über einerseits ausgewählte Briefwechsel und andererseits Wirkung und Wirkungsgeschichte Schillers bilden Aufbau und Rahmen der Darstellung.

Eine interessante Variante des Aufbaus eines Handbuches mit einem großen Vorteil, der Leser ist jederzeit in der Lage, zielgerichtet zu konkreten Werken und Publikationen des Schriftstellers umfassend und fundiert sich über die Entstehungsgeschichte, entsprechende Hintergründe der literarischen und anderer Einflüsse, über konkrete Quellen, die Schiller je nutzte, die Wirkgeschichte des jeweiligen Werkes oder der jeweiligen Publikation ebenso detailliert zu informieren, wie über literarische Deutungen und entsprechende Literaturhinweise zum konkreten Thema. Zudem kann gattungsspezifisch auch eine entsprechende Entwicklung des Dichters und Schriftstellers chronologisch nachvollzogen werden.
Literarisch interessant einerseits, aber leider im persönlichen Bereich wenig aufschlussreich dargelegt, folgt man fast am Ende des Handbuches den Einlassungen zu ausgewählten Briefwechseln Schillers einerseits mit Goethe und andererseits mit Körner. Wobei hier die Briefe selbst nicht im Vordergrund stehen, sondern vor allem deren Entstehung und Überlieferung, der persönliche Hintergrund zwischen den Beteiligten, ergänzt durch eine indirekte Beschreibung der Briefwechsel selbst und die Rezeption derselben.

Der Aufbau der Kapitel folgt hierbei nicht einem starren Konzept, sondern bietet je dem Werk entsprechende Darlegungen an. So findet sich zur „Verschwörung des Fisko zu Genua“ unter anderem eine Differenzierung in eine psychologische und politische Deutung, eine Unterscheidung, die im Blick auf das ein oder andere Werke sich nicht anbietet und so auch im Handbuch nicht vollzogen wird. Ebenso natürlich ist es, dass in der Betrachtung von Schillers Briefwechseln und publizistischen Schriften nicht unbedingt eine literarischen Deutung oder Interpretation Platz findet.

In Form und Stil liegt das Handbuch als wissenschaftliche Darstellung vor und bewahrt durchaus Distanz zur Person Schillers. Anekdoten, persönliche Nähen, nähere Erläuterungen der persönlichen Lebensumstände sind selten und ebenso sachlich gehalten wie der Rest des Buches. Das Leben Schillers selbst findet sich daher bedauerlicherweise nicht ausreichend nachvollziehbar im Handbuch wieder.

Als wissenschaftliches Handbuch zu den einzelnen Werken und der schriftstellerischen Arbeit Schillers bietet das Buch hochwertige Kapitel, welche zu einer Vertiefung auch durch die jeweiligen Literaturangaben im Einzelnen geradezu einladen. Zur Biographie und zu persönlichen Wendungen und bedeutsamen Ereignissen schweigt das Buch sich allerdings meist gründlich aus und verbleibt in nüchterner, beschreibender Distanz. Die Darstellung des „Lebens“, im Untertitel avisiert, wird daher nicht wirklich zufriedenstellend eingelöst.

Das Buch bildet ein fundiertes Handbuch vor allem zum Werk Friedrich Schillers und ist mit hochwertigen Artikeln gefüllt. Was den biographischen Teil angeht findet sich allerdings deutlich zu wenig im Buch.


Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon.


hier klicken, um dieses buch selbst zu rezensieren!

weitere rezensionen suchen buch ebenfalls rezensieren

Die Drachen-Bande - Der Tanz der Gespenster

Geschrieben am: 20.10.2009

Rezensent: R. Lerchenmüller

Die Drachenbande, das sind Jan, Julia, Marie und Albert genannt Einstein. Sie gehen füreinander durch dick und dünn. Eines Tages:

Zwei junge Fußballer sehen am späten Abend auf dem Heimweg vor dem alten Kloster um ein Feuer Gespenster tanzen. Sie fliehen, berichten Jan, und bitten ihn um Hilf ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere zufallsrezensionen

Der schwarze General

Geschrieben am: 23.09.2013

Rezensent: Michael Lehmann-Pape

Eine Biographie wie ein Roman

Ein ganz außerordentliches (nicht nur für seine Zeit) und „vielfaches“ Leben ist es, dass Tom Reiss in dieser Biographie nachvollzieht und für die er zu Recht in Stil und Inhalt den Pulitzerpreis dieses Jahres erhalten hat.

Das ein Schwarzer aus „Übersee“ ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere beliebte rezensionen

Das Salz der Erde

Geschrieben am: 18.09.2014

Rezensent: Sabine Haustein

Die Handlung des historischen Romans findet in der fiktiven Stadt Varenne statt. Nach dem Tode seines Vaters übernimmt der junge Salzhändler Michel de Fleury das Geschäft. Doch die Stadt Varennes leidet unter einem korrupten Bischof und einem grausamen Ritter. In der Stadt reagiert Armut und Willkü ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere neue rezensionen