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Gegen alle Feinde

autor

Clancy, Tom (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 1.5/5

verlag

Heyne

jahr

2012

1 bewertung

isbn

345326830X

241 x gelesen

genre

Thriller

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 10.04.2012 von Michael Lehmann-Pape

Statt Jack Ryan nun Max Moore

Man muss konstatieren, dass Tom Clancy in den letzten Jahren doch immer wieder erkennbaren und gleichen Strickmustern folgt. Waren es in früheren Zeiten die Ausläufer des Kalten Krieges und damit „die Russen“ vornehmlich als „Feinde“, so ist es in den letzten Jahren zunehmend die islamistische Bedrohung, die den Hintergrund für die technisch hochgerüsteten „Agententhriller“ des Tom Clancy darstellen.

„Gegen alle Feinde“ mit Betonung auf „alle“ klingt schon vom Titel her bereits wie ein Rundumschlag und trifft es im Kern auch. Max Moore, der „neue Held“ Clancys (der den Staffelstab von der Familie Ryan quasi übernimmt) bietet mit Anklängen an „Das Kartell“ ein umfassendes Verschwörungs- und Action Szenario auf knapp 850 Seiten (mit durchaus teilweisen Längen) der bekannten Clancy-Art. Mit einer langen Einleitung, die wohl dem Vorstellen des „neuen „Personals dient.

Technisch durchaus fundiert (aber nicht mehr so ausschweifend wie in früheren Thrillern des Autors), mit ausführlichen Erläuterungen von Strukturen, technischen Ausrüstungen und modern ausgestatteter Kriminalität, der ebenso hochmoderne und toptrainierte CIA-Agenten gegenüber stehen. Wie so oft bei Clancy sind auch in diesem Buch Gut und Böse klar voneinander getrennt, Differenzierungen in den Personen werden höchstens angedeutet, der Kampf des „Helden“ gegen eine fast übermächtige Verschwörung bietet ein klar abgegrenztes Szenario auch für die (kaum) Entwicklung des „Personals“.

Inhaltlich steht der Plan der Tailban eines vernichtenden Schlages gegen Amerika als roter Faden im Buch. Ein Plan, der zunächst weniger mit offenem Terrorismus zu tun hat (obwohl auch dies im Verlauf des Buches nicht zu kurz kommen wird), sondern mehr mit einer (zunächst) Infiltration des „freien Amerika“. An der amerikanisch-mexikanischen Grenze bedienen sich die Taliban des Kampfes zweier Drogenkartelle, um ihre vernichtenden Pläne gegen den Erzfeind von dessen Grenze aus in das „Land des Feindes“ hineinzutragen.

Max Moore, Elitesoldat und CIA-Agent, verliert zu Beginn des Buches sein gesamtes Team. Auf der Suche nach den Schuldigen stößt er auf den umfassenden und vernichtenden Plan der Taliban. In Absprache mit dem neuen Präsidenten der USA, dem Nachfolger Jack Ryans, setzt sich Moore mit einer neuen Einheit in Bewegung, um die Schurken zur Strecke zu bringen und den Anschlag zu verhindern. Wobei, bei aller Technik und bei allen modernen Mittel des Terrors und des Antiterrorkampfes, immer wieder bei Clancy dann doch der Kampf sich in archaischer Form auf „den Helden“ und „den Widersacher“ reduzieren lässt.

Technisch versiert wie eh und je gelingt es Clancy auch in seinem neuen Thriller, höchst realistisch den „Stand der Dinge“ abzubilden. Das Szenario an sich ist nachvollziehbar und kann durchaus für bare Münze genommen werden. Wer allerdings bereits so einiges von Tom Clancy gelesen hat, der wird sich an der doch Vorhersagbarkeit der Geschichte und der einfach fehlenden „Aha-Erlebnisse“ stören. Ob der „Held“ nun Jack Ryan oder Max Moore heißt, ob der Gegner Russe, Araber oder Taliban ist, die Grundstruktur der flüssig und durchaus actionreich verfassten Thriller bleibt sich doch gleich.

„Gegen alle Feinde“ ist ein Thrller mit leider doch inzwischen hohem Gewöhnungseffekt. Dennoch eine unterhaltsame, in Teilen durchaus spannende (wenn auch mit Längen versehene) Lektüre, bei der grundsätzliche Überraschungen allerdings weitgehend ausbleiben.


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