Zurück zur Homepage

Reisen mit mir und einem Anderen: Fünf Höllenfahrten

autor

Gellhorn, Martha

gesamtwertung: 5/5

verlag

Dörlemann

jahr

2011

1 bewertung

isbn

3908777615

470 x gelesen

genre

(Auto-)Biographie

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 23.02.2012 von Claudine Borries

Als Reisen noch Abenteuer versprachen.

Martha Gellhorn war Kriegsberichtserstatterin und zu ihrer Zeit eine bekannte Schriftstellerin. Sie wurde zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in St.Louis geboren. Abenteuerlustig, gewitzt und ein wenig exzentrisch wie so viele ihresgleichen aus den „Roaring Twenties“ führte sie ein aufregendes Leben, das sie in die wichtigsten Kriegs- und Krisengebiete Mitte des letzten Jahrhunderts führte. Sie nennt ihre Reisen auch „Höllenfahrten,“ und das waren sie wohl auch.

Von 1940 -1945 war sie mit dem ebenso das Reiseabenteuer suchenden Ernest Hemingway verheiratet, dessen erste Frau ebenfalls aus St.Louis/ USA( s. „Madame Hemingway“) stammte.
1941 reiste Martha Gellhorn nach China. Die zivilisationsverwöhnte Frau konnte dem Dreck, den Menschenmassen und der Fremdartigkeit dieser fernen Welt kaum standhalten. Ihren Begleiter nennt sie „UB“, was für unwilligen Begleiter steht. Unter diesem Namen verbirgt sich ihr Mann E. Hemingway, der ihr mit großer Geduld zur Seite stand. Ihre Launen und Verzweiflungen in dem völkerreichen Staat sind eine wahre Zumutung. Doch unermüdlich sucht Martha Gellhorn den Reiz des Neuen, der sie durch das Riesenreich der Chinesen führt. Vom Krieg zwischen Japan und China berichtet sie dem Chefredakteur der Zeitschrift „Collier,“ den sie als charmant und liebenswürdig beschreibt.

Man folgt der Autorin auf ihren Reisen, erleidet mit ihr die Unbilden und kann sich dem Charme der schmissig geschriebenen Erzählungen nicht entziehen. Immer neue Kriegsgebiete gilt es zu erkunden, und ihre Erzählweise ist eruptiv, ehrlich und vermittelt hautnah ihre schmerzhaften Erfahrungen. Sie fühlt sich verführt, ständig neue Herausforderungen zu suchen. Naturschönheiten kann sie mit großem Entzücken beschreiben und gibt doch zugleich ihrer Verzweiflung über die kargen und entbehrungsreichen Unterkünfte Ausdruck.

In einem Nachwort von Sigrid Löffler hört man, wie sehr sie die Natur genoss, sofern sie noch unbeleckt vom Tourismus Einsamkeit und Stille bot.

Wer Ruhe und Zeit hat, wird sich mit Martha Gellhorn auf die Reise begeben und erstaunt sein, was man alles bei der Lektüre durch ihre Augen erlebt.
Dem Dörlemann Verlag ist es zu verdanken, dass wieder einmal ein schon fast vergessenes Werk, das zum ersten Mal 1978 erschienen ist, neu entdeckt werden kann.


Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon.


hier klicken, um dieses buch selbst zu rezensieren!

weitere rezensionen suchen buch ebenfalls rezensieren

Gaudi in Manhattan

Geschrieben am: 10.04.2010

Rezensent: Irrlicht

Eine phantastische Erzählung von Carlos Ruiz Zafon. Eine wunderschöne bibliophile Ausgabe aus dem Insel-Verlag. Die Erzählung ist so kurz, dass man fast zu viel Verraten könnte, wenn man eine Rezension darüber verfasst.

Ein junger Architekt erhält die Ehre, mit dem großen Gaudí zusammen nach ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere zufallsrezensionen

Schachzug

Geschrieben am: 13.09.2013

Rezensent: Everett

In Liestal, im Baselland wird früh morgens ein junger Manager der Bahn erschossen. Mit einem Präzisionsschuss aus 600 Metern Entfernung. Neben dem Leiter der Abteilung Kriminalitätsbekämpfung, Heinz Neuenschwander, macht sich auch der Journalist Max Bollag auf die Suche nach Mörder seines Schwagers. ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere beliebte rezensionen

Ein Mann namens Ove

Geschrieben am: 01.09.2014

Rezensent: KimVi

Ove ist ein Nachbar, der seine Wohnsiedlung genau kennt und darauf achtet, dass auch alle Regeln akribisch eingehalten werden. Da seine Frau gestorben ist, und man ihn bei der Arbeit kurzerhand auf das Abstellgleis geschoben, und in Frührente geschickt hat, ist Ove nicht nur schrecklich einsam, sond ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere neue rezensionen