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Judas 3: Judastöchter

autor

Heitz, Markus (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 2/5

verlag

Droemer Knaur

jahr

2010

1 bewertung

isbn

3426652307

475 x gelesen

genre

Horror

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 01.02.2012 von Florian Hilleberg

Emma Karkow, Sias Nachfahrin, liegt im Koma und droht nach ihrem Ableben selbst zu einer gefährlichen Judastochter zu werden. Während dieser schweren Zeit kümmert sich Theresia „Sia“ Sarkowitz rührend um Emmas Tochter Elena, immer auf der Hut, falls sich Emma in ein Monster verwandeln sollte. Doch dann wird Elena plötzlich entführt und Sia begegnet während ihrer Suche nach den Tätern jenem attraktiven und charismatischen Mann, der ihr bei einer Begegnung mit Nazi-Werwölfen das Leben rettete. Es handelt sich um niemand Geringeren als Eric von Kastell, den berüchtigten Bestienjäger. Mit ihm gemeinsam nimmt sie die Spur der Entführer auf. Als es in einem Hotel zu einer Schießerei kommt, ahnt das ungleiche Paar, dass es etwas mit Elena zu tun haben könnte. Dort finden sie eine Leiche mit einer sonderbaren Tätowierung, die auf Irland hinweist und das sagenumwobene Vampirvolk der Sidhe. Kurz darauf wird auch die komatöse Emma aus dem Krankenhaus geraubt. Wenig später melden sich die Sidhe bei Sia und stellen ihre Forderungen. Die Judastochter soll nach Irland kommen, um dort mit den Wandelwesen aufzuräumen, die immer mehr an Macht gewinnen. Sia willigt ein, in dem sicheren Wissen, dass ihr die Hände gebunden sind. Doch sie hat noch einen Trumpf in der Hinterhand, denn ihre Feinde wissen nicht, dass Eric von Kastell sie begleitet und ihr hilfreich zu Seite steht. Doch den Wandlern und ihrem geheimen Oberhaupt, dem Ard Rí, steht ebenfalls eine mächtige Verbündete zur Verfügung – die Schlangenwandlerin Boída de Cao. Die Forderung der Sidhe den Ard Rí zu beseitigen erweist sich als schwieriger als erwartet und plötzlich hängt das Leben von Emma und Elena Karkow am seidenen Faden ...

Dieser Band beschließt die großartige Vampir-Trilogie von Markus Heitz. Zugleich verabschiedet sich der Autor im Nachwort zunächst von der Welt der Untoten, Dämonen und Werwölfe. Tatsächlich erstreckt sich der Zyklus über insgesamt sechs Bände, denn Justine und Eric von Kastell haben ihren Einstand bereits in dem grandiosen Doppelband „Ritus“ und „Sanctum“ gegeben. Natürlich würde es reichen, wenn man nur die Judas-Trilogie liest, doch richtig Spaß macht die Lektüre des vorliegenden Bandes eigentlich nur, wenn man alle Bände kennt. Sollte es Leser geben, die Erics Schwester Justine in diesem Buch zum ersten Mal begegnen kommen sie ohnehin nicht daran vorbei, sich auch die restlichen Bücher zu besorgen, zu denen noch der Roman „Blutportale“ zählt. Wer jedoch noch keinen Roman von Markus Heitz aus dem Droemer Knaur-Verlag kennt, der sollte auch nicht mit „Judastöchter“ beginnen, denn dann wird er vieles nicht verstehen und beim Lesen nur halb so viel Spaß haben. Lohnen tut sich die Lektüre auf jeden Fall, zumindest wenn man Filme wie „Underworld“ oder „Resident Evil“ mag. Wie in allen seinen Büchern so frönt Markus Heitz auch in diesem Werk seinem ausgezeichneten cineastischen Stil, der geradezu nach einer Verfilmung schreit. Action wird in diesem Buch groß geschrieben und abermals kommt es zu einer regelrechten Materialschlacht, bei der kein Auge trocken bleibt. Es spricht für das schriftstellerische Talent des Autors, dass er die Emotionen seiner Figuren trotz allem glaubhaft zu Papier bringt. Vor allem die kleine Elena und ihr steifer, britischer Bodyguard Wilson dürften den Lesern schnell ans Herz wachsen, ebenso wie die oben bereits erwähnte Justine, die erst relativ spät in Erscheinung tritt, aber unzweifelhaft zu den interessantesten Figuren des Romans gehört. Das liegt vor allen Dingen an der Tatsache, dass Justine in ihren Absichten eher undurchsichtig bleibt, und ihren wahren Charakter hinter einer Maske der Oberflächlichkeit verbirgt. Am faszinierendsten ist jedoch, dass sie ihr Dasein als Bestie nicht nur akzeptiert, sondern auch in vollen Zügen genießt. Das Gutmensch-Getue ihres Bruders dagegen ist fast schon unerträglich. Die beiden Protagonisten Sia und Eric werden so sympathisch dargestellt, dass sie fast zu den langweiligsten Charakteren gehören. Insbesondere dann, wenn sie voneinander schwärmen, obwohl ihre gegenseitige Liebe doch nie erfüllt werden kann. Dieser Twilight-Kitsch trübt den Unterhaltungswert des Romans aber nur geringfügig. Ebenso wie einige Ungereimtheiten. Sias Handicap kein fließendes Wasser überqueren zu können wirkt irgendwie konstruiert. Um nach Irland überzusetzen muss sie extra ein Mini-U-Boot nehmen. Offensichtlich kann sie nicht einmal im Flugzeug das fließende Gewässer überqueren. Dann müsste sie aber im Umkehrschluss in Leipzig ständig Probleme bekommen, denn immerhin fließt unter der Stadt ein regelrechtes Netzwerk aus Abwasserkanälen. Also allzu viele Gedanken sollte man sich über Sinn und Unsinn der Vampirfähigkeiten nicht machen, dann bekommt man eine überaus rasante und spannende Geschichte geboten, in der es der Autor so richtig krachen lässt. Dabei sind es vor allem die kleinen Dinge, die das Buch so besonders machen und im Gedächtnis haften bleiben. Als Beispiel sei die Szene genannt, in der Eric von dem Ard Rí vom Dach seines Hauptquartiers geschleudert wird, und auf einem Auto landet, dessen Insassen den Sturz offensichtlich mit dem Leben bezahlen. In eben diesem Auto sitzt jedoch die Schlangenwandlerin Boída de Cao mit ihrer Sidhe-Geisel. Eigentlich wollte de Cao die Untote verhören, um herauszufinden wer für den Tod der Wandler verantwortlich ist. Dabei ist es Eric selbst, der den Sturz in seiner Dämonengestalt unbeschadet überstanden hat. Boída de Cao überlebt den Unfall, doch ihrer Kronzeugin wird dabei das Genick gebrochen. Ironie des Schicksals. Wer also auf der Suche nach moderner, packender Vampir-Literatur fernab der Twilight-Beautys ist, ist an dieser Stelle goldrichtig.

Das Cover zum Roman ist nicht nur mystisch und kunstvoll, sondern darüber hinaus auch ein echter Hingucker. Papier, Satz und Lektorat sind von herausragender Qualität und machen das Lesen zu einem echten Vergnügen.

Fazit:
Krönender Abschluss eines komplexen, gut durchdachten und durchweg spannenden Zyklus über Vampire, Werwölfe und Dämonen. Auch in diesem Band zieht Markus Heitz alle Register seines schriftstellerischen Könnens. Wer „Underworld“ mag, wird die Judas-Trilogie lieben.


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