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Die Furcht des Weisen, Teil 2: Die Königsmörder-Chronik. Zweiter Tag

autor

Rothfuss, Patrick (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 5/5

verlag

Klett-Cotta

jahr

2012

1 bewertung

isbn

3608939261

524 x gelesen

genre

Fantasy & Science Fiction

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 01.02.2012 von Michael Lehmann-Pape

Kvothes Ausbildung

„Nur was sich biegt, kann lernen“, spricht Vashet, die Ademerin und beginnt umgehend mit der Unterrichtung ihres neuen Lehrlings Kvothe. Auf ihre eigene Weise.

Bis Kvothe allerdings zu diesem Volk der stillen Krieger gelangt ist, muss er noch einiges an Weg hinter sich bringen und durchaus schmerzliche Entscheidungen treffen. Die „schönste Frau der Welt“ wird er unter anderem zu „durchleiden“ haben. Fae Felurian schlägt ihn in ihren Bann und dies dann ist der Einstieg in diesen zweiten Teil des zweiten Tages der Königsmörderchroniken von Patrick Rothfuss, der, natürlich, direkt an das Ende des ersten Teiles anschließt (es handelt sich um das gleiche Buch, das aufgrund des Umfangs in zwei Bände geteilt wurde). Nach überstandenem Kampf gegen Banditen sammelt sich Kvothe mit seinem kleinen Trupp an Begleitern gerade wieder, als Felurian die Szene betritt.

„„Ich glaube nicht an Feen“, wollte ich sagen, aber aus meinem Mund kam nur ein undeutliches Flüstern“. Sicher ist Kvothe durchaus bereits kundig und ein wenig fortgeschritten in seinen magischen Fähigkeiten und auch als Persönlichkeit, aber dieser Frau hat er zunächst wenig entgegen zu setzen. Was sich ändern wird im Lauf der Handlung.

Wie überhaupt Kvothe mehr und mehr vom teils unbesonnen Jüngling zum Mann reifen wird in diesem Teil der Geschichte. Und zum Krieger, der sein berühmtes Schwert Saicere von den Adem erhalten wird und der sich dann, innerlich wie äußerlich gestärkt und ausgebildet, auf den Weg zurück zur Universität, in den Einflussbereich Maers, machen wird. Rothfuss wäre allerdings nicht Rothfuss, wenn dieser Rückweg nicht weiterhin voller Gefahren und Herausforderungen wäre, die er intensiv und spannend zu erzählen versteht.

Es ist ein umfassendes Universum, das Patrick Rothfuss sprachkundig mittlerweile auf hunderten von Seiten verfasst hat. Ohne sich dabei allzu sehr zu verzetteln und ohne sich in allzu vielen Nebenhandlungen zu verlieren. Eng verbleibt er (und damit der Leser) an der Entwicklungsgeschichte des jungem Mannes Kvothe hin zum erbittert verfolgen „Königsmörder“ und geht gründlich Schritt für Schritt dieses Weges ab. Eine Vielzahl von Personen, Freunden, Gefährten, Gegnern, Feinden lässt Rothfuss hierbei den Weg Kvothes kreuzen und versteht es durchaus, jeder der Personen ein Eigenleben und eine differenzierte Darstellung zu geben. Auch Kvothe selbst ist ja nicht einfach nur ein „Held“, ein „Guter“, sondern besitzt seine Ecken und Kanten (und lässt gerne mal die ein- oder andere Münze zu seinem Vorteil verschwinden). Aber auch einer, der sich vorsehen muss, selbst vor vermeintlich eng Vertrauten, wie sich zum Ende hin herausstellen wird.

Auch wenn gerade die Ausbildung beim Volk der Adem an viele ähnlich Geschichten und „Heldensagen“ erinnert, läuft Rothfuss nicht in Gefahr, allzu viel Pathos einzustreuen. Trotz der oft bildkräftigen Sprache bleibt er seinem eher nüchternen Unterton treu und rückt gerade durch diesen Stil seine Geschichte und die tragenden Personen so realistisch ins Licht, trotz aller Magie und Schwertkampfszenen. Fast wie im „Herrn der Ringe“ spürt der Leser durch den klaren, roten Faden, wie sich das Unheil und die große Konfrontation am Horizont nähert, aber dies wird Teil des nächsten Teiles der „Königsmörderchroniken“ sein, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassen wird. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.


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