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Phantom – Gefahr aus der Tiefe

autor

Bennemann, Markus

gesamtwertung: 2/5

verlag

Knaur

jahr

2011

1 bewertung

isbn

3426508494

474 x gelesen

genre

Thriller

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 02.12.2011 von Florian Hilleberg

Vor der Küste Floridas verschwinden mehrere Menschen spurlos. Eine kubanische Kinderfrau, deren zweijähriger Schützling ebenfalls zu den Vermissten zählt, tischt der Polizei eine unglaubliche Geschichte auf. Dennoch zieht die junge Polizistin Jessica Sanchez den Meeresbiologen Steven Schuster hinzu, der tatsächlich Proben vom Tatort nimmt. Doch was die Ergebnisse zeigen, in Verbindung mit den Aussagen der verstörten Kinderfrau, ist unglaublich und wäre eine biologische und zoologische Sensation. Als jedoch immer mehr Menschen der sonderbaren Kreatur zum Opfer fallen, beginnen Steven und Jessica mit Nachforschungen deren Spur sie in den venezolanischen Dschungel führt. Gemeinsam mit einer renommierten Kollegin von Steven und einem Sensationsreporter starten sie eine gefährliche Expedition in die vergessene Welt, wo ein archaischer Indio-Stamm die Kreatur als Gottheit verehrt. Doch der Preis, den die Forscher für ihre Entdeckung zahlen ist viel zu hoch ...

Markus Bennemann, Drehbuchautor und Journalist, schuf mit seinem Debütroman einen ausgefeilten Wissenschaftsthriller, an dem Peter Benchley, der Autor von „Der Weiße Hai“, seine helle Freude gehabt hätte. Inspiriert wurde Bennemann zu dem vorliegenden Werk durch die Recherchen für ein Sachbuch über die ausgefeilten Jagdmethoden von Tieren und dieses Fachwissen ist auch in den Roman mit eingeflossen. Im Gegensatz zu Benchleys Novelle wird jedoch keine Spezies verteufelt und lediglich als das dargestellt was sie letztendlich ist: ein jagendes, tötendes Raubtier. Zwar versucht Bennemann nach dem Motto „Dont show the monster“ die Identität der Kreatur zunächst geheim zu halten, doch allein durch das Fachgebiet von Steven Schuster wird schnell offensichtlich um welches Tier es sich handeln muss, beziehungsweise um welche Abart. Doch das tut dem Lesespaß keinerlei Abbruch, denn die Ermittlungen als solche, das enorme Fachwissen, welches unterhaltsam mit der Handlung verwoben wurde und die Attacken des Monsters sorgen allgemein für ausreichend Spannung und Suspense. Dabei ist Bennemann mit seinem Belletristik-Erstling etwas gelungen, was gerade im Genre Wissenschaftsthriller keine Selbstverständlichkeit ist: Die Figuren bleiben in ihrer Darstellung lebendig und glaubhaft. Natürlich stoßen Steven und Jessica während ihrer Ermittlungen auf heftigen Widerstand, ein Schicksal, das sie mit Chief Brody aus der oben genannten Geschichte von Peter Benchley teilen. Zwar steht in Bennemanns Roman das wissenschaftliche Renommee im Vordergrund, weniger der Tourismus, doch die Auswirkungen sind dieselben. Vor allem als eine Hatz auf das Monster veranstaltet wird, der vor allen Dingen unschuldige Vertreter der Tierfamilie zum Opfer fallen. Das Buch ist in fünf Teile untergliedert, die durch unterschiedliche Handlungsschwerpunkte und Schauplätze für jede Menge Abwechslung sorgen. In seiner Dramaturgie steht die Story den Werken von Michael Crichton oder Thomas Thiemeyer in Nichts nach und die Spannung steigert sich kontinuierlich bis zum finalen Showdown während der Vorführung des Monsters in einem Unterwasser-Themenpark (King Kong lässt grüßen). Dabei wirkt Bennemanns Monster in mehrerer Hinsicht äußerst bedrohlich. Zum einen durch seine animalischen Instinkte und Fähigkeiten, die es ihm ermöglichen seine Opfer sowohl aus der dunklen Tiefe des Meeres heraus, als auch an Land zu attackieren, zum anderen durch seine enorme Intelligenz, die nur in wenigen Ausnahmefällen übertrieben dargestellt wurde, im großen und ganzen aber durchaus realistisch ist. Ein fundierter Thriller, der die Urängste des Menschen anspricht, zugleich aber die Faszination an einer Tiergruppe weckt, die den meisten Menschen bestenfalls suspekt ist. Ein Roman, den nicht nur Steven Spielberg unbedingt lesen sollte.

Wie so oft bei derartigen Romanen, wurde auch dieses Mal das Titelbild eher nichtssagend gestaltet. Zwar wird das Milieu der Kreatur gezeigt, mehr aber auch nicht.

Fazit:
Ein Roman, der sich wie ein Gemeinschaftswerk von Michael Crichton und Peter Benchley liest. Gespickt mit unzähligen Anspielungen auf die Filmklassiker des Genres, untermauert mit gewissenhaft recherchierten Fakten, ist dem Autor ein hervorragendes Stück Unterhaltungsliteratur gelungen.


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