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Die Gebeine von Avalon: Aus den höchst vertraulichen Papieren des Dr. John Dee, Astrologe und Berater Ihrer Majestät, der Königin

autor

Rickman, Phil (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 1.5/5

verlag

Rowohlt Polaris

jahr

2011

2 bewertungen

isbn

3862520013

656 x gelesen

genre

Historische Romane

kommentare (1)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 15.10.2011 von KimVi

Nostradamus Vorhersage versetzt Königin Elisabeth I. in helle Aufregung. Denn der Astrologe ist davon überzeugt, dass der Thron in Gefahr ist, falls es Elisabeth nicht gelingt, die Knochen ihres Ahnherren Artus zu finden. Deshalb beauftragt die Königin ihren eigenen Hofastrologen, Dr. John Dee, mit der Suche. Er gilt als fähigster Mann in diesem Bereich und genießt das königliche Vertrauen. Gemeinsam mit seinem Freund Sir Robert Dudley reist er zum Kloster von Glastonbury, da sich an diesem Ort das Grab des legendären Artus befinden soll. Um sich ungestört der Suche zu widmen, beziehen die beiden Vertrauten der Königin nicht unter ihrem echten Namen das Quartier. Schon bald stellen sie fest, dass Glastonbury eine Stadt voller Geheimnisse ist, die sich nur schwer ergründen lassen. Als ein Diener Dudleys grausam ermordet aufgefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse. Die Tochter des ansässigen Arztes gerät in den Verdacht eine Hexe zu sein. Da Dr. Dee sich stark zu der jungen Frau hingezogen fühlt, setzt er alles daran, sie aus den Klauen der Ankläger zu befreien. Dabei kommt Dr. Dee einer gefährlichen Intrige auf die Spur....


|| Meine Meinung ||


Am Anfang des Buch befindet sich eine Skizze von Glastonbury. An dieser kleinen Karte kann man sich während des Lesens orientieren und sich so die Umgebung des Handlungsortes vorstellen. Dann wird der Hauptprotagonist Dr. John Dee und die damalige Lage, und deren Bedeutung für Königin Elisabeth I., kurz beschrieben. Dadurch wird man vor dem Lesen mit den nötigen Hintergrundinformationen versorgt. In Phil Rickmans Geschichte um die Gebeine von Avalon, spielen einige historische Persönlichkeiten eine Rolle. Im Nachwort erfährt man in welcher Form sich historisch belegte Ereignisse und Personen mit der künstlerischen Freiheit des Autors mischen. Die eigentliche Handlung wird in der Ich-Perspektive, aus der Sicht von Dr. John Dee, geschildert.

John Dee wirkt sehr sympathisch. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen und seinen Gedankengängen folgen. Gerade dieser Aspekt ist mir bei einer Erzählung in der Ich-Form sehr wichtig. Denn wenn mir die Person, in deren Haut ich beim Lesen schlüpfe, unsympathisch ist und noch dazu vollkommen unüberlegt handelt, fällt es mir schwer, mich auf die Handlung einzulassen. Da besteht bei diesem Hauptprotagonisten allerdings keine Gefahr. Er hat natürlich auch Fehler und Schwächen, doch gerade diese lassen ihn so sympathisch und lebendig wirken.

Der Einstieg in die Geschichte gelingt auf den ersten Seiten zunächst recht mühelos. Denn durch das Auffinden der rätselhaften Wachsfigur ist das Interesse an der Handlung sofort geweckt. Doch leider hält es, meiner Meinung nach, nicht lange an. Denn schon bald verliert sich das Geschehen in langatmigen Ausführungen und Dialogen. Der Autor versteht es, wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einzuflechten, sodass man eine gute Übersicht über die damalige Lage und die Gepflogenheiten der Handlungszeit erhält. Doch diese Flut an Informationen, gepaart mit den philosophischen Gedankengängen und Ausführungen des Hauptprotagonisten, hemmt den Lesefluss und führt manchmal dazu, dass die Gedanken beim Lesen abschweifen. Ab etwa der Mitte des Buchs nimmt die Handlung allerdings deutlich an Fahrt auf und die bisher vermisste Spannung stellt sich ein. Wenn man diesen Punkt erreicht hat, fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Denn dann möchte man, gemeinsam mit Dr. Dee, unbedingt den Geheimnissen von Glastonbury auf die Spur kommen.

Der Schreibstil von Phil Rickman ist gewöhnungsbedürftig. Gerade am Anfang einer Erzählung wirkt er oft etwas zähflüssig. Dennoch gelingt es ihm hervorragend, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen und glaubhaft zu vermitteln. Gerade die düstere und geheimnisvolle Stimmung in Glastonbury, trägt später viel zu der aufkommenden Spannung bei. Die Handlungen und Dialoge sind der Handlungszeit angepasst und wirken nicht zu modern.

Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen dieses historischen Romans recht gut unterhalten. Ab der zweiten Hälfte hätte das Buch sicher mindestens eine vier Sterne Bewertung verdient. Aufgrund des eher zähen Starts und der zum Teil recht langatmigen Ausführungen, bekommt dieses Exemplar auf meiner persönlichen Bewertungsskala allerdings nur drei Sterne.


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1

bewertung von Themistokeles:

Inhalt: Dr. John Dee, in England bekannt als Zauberer und Hofastrologe der Königin Elisabeth, wird im Auftrag eben dieser nach Glastonbury geschickt, denn dort soll einst das legendäre Avalon gewesen sein. Der Grund seines Auftrags liegt darin begründet, dass die König unbedingt die Gebeine ihres vermeintlichen Ahnherren Artus aus Glastonbury, nach London bringen möchte, denn einst sollen dort dessen Gebeine gefunden worden sein und eine Prophezeihung, die mit diesen in Zusammenhang steht, sagt der Königin großes Unheil voraus.
Nun soll Dr. John Dee, getarnt als einfacher Staatsmann, in Avalon diese Gebeine suchen, denn nachdem die Abtei in Glastonbury unter Elisabeths Vorgängern zerstört wurde, ist deren Aufanthaltsort unbekannt. Dort jedoch angekommen befällt seine Belgeleitung ein schlimmes Fieber und der Arzt muss gerufen werden. An dessen Tocher find John Dee schnell gefallen und muss, nachdem plötzlich schreckliche Morde in Glastonbury stattfinden, feststellen, dass ihre Mutter einst als Hexe verbrannt wurde und nun wieder ein Schuldiger bzw. eine Schuldige gesucht wird. Und alles hängt mit Glastonburys eigener mystischer Atmosphäre bedingt durch seine Geschichte als ehemaliges Avalon zusammen.

Stil: Die Geschichte wird durchgängig aus der Perspektive John Dees erzählt und ist in fünf Abschnitte unterteilt. Insgesamt erfährt der Leser sehr viel über John Dee und dieser schweift während seiner Erzählungen auch häufig ab und beginnt zu philospohieren. Zudem ist die Erzählung teils mit rethorischen Fragen gespickt, die sich John Dee selbst stellt in den gegebenen Situationen. Durch diese Art der Erzählung weiß der Leser in vielen Fällen jedoch nur, was auch John Dee zu dem gewissen Zeitpunkt weiß. In manchen Fällen jedoch, wird man jedoch dezent auf Dinge von ihm hingewiesen, die später stattfinden, wodurch deutlich wird, dass er diese Geschichte erst nach den Geschehnissen wiedergibt und schon zu Beginn der Erzählung weiß, wie sie ausgehen wird und wann er eventuell Fehler gemacht hat.

Meinung: John Dee ist mir während seiner Erzählung irgendwie sympathisch geworden, da er nicht nur seine positiven Eigenschaften zu sehen scheint, sondern auch seine ganzen negativen. Auch die vielen kleineren Abschweifungen und Einwürfe in seiner Erzählung sind oft sehr interessant gestaltet. Jedoch werden sie gegen mitte des Buches ein wenig zu viel und man hat irgendwann das Gefühl, dass sich die Geschichte ein bisschen anfängt zu ziehen. Das liegt unter anderem auch daran, dass in dieser Passage ein wenig die Geschwindigkeit raus genommen wird und eher wenig passiert. Was ich wiederum sehr positiv fand, waren die Beschreibungen von Johns Gefühlen, die sehr einprägsam waren und zudem auch die Sicht auf die Geschichte auf eine interessante Art beeinflusst haben.
Des Weiteren fand ich den Satzbau recht interessant, der zum einen in einem Stil verfasst war, dass man den Eindruck bekam, es wäre wirklich um die Zeit rum geschrieben, zu der die Geschichte spielt, auch wenn dort ab und an kleinere sprachliche Fehler vorhanden waren. Zum anderen war er aber auch so, dass man sich sehr gut vorstellen konnte, dass es sich um die gedanklichen Ergüsse des Protagonisten handelt. Außerdem fand ich auch, dass die Erzählung in vielen Fällen sehr bildhaft war, was natürlich alles deutlich lebhafter machte.
Auch haben mir die vielen historischen Fakten gefallen, die durch das Einstreuen von mysteriösen Ideen, die ganze Sache noch ein wenig angereichert und verändert wurden. Hingegen ich sagen muss, dass man in diesem Roman wieder das Interesse das Autors in die Geisterwelt bemerkt, und mir da ich schon einen seiner Marrily Watkins Romane gelesen habe, doch ein wenig stuzen musst, als mir Dinge entgegensprangen, die mir daraus schon sehr bekannt vorkamen. Ich bin jedoch froh, dass übersinnliche Erscheinungen und ähnliches in diesem Roman deutlich weniger Platz einnehmen, als in anderen Romanen des Autors, die nicht im Mysterie Genre liegen sollen, denn zwischendurch hatte ich schon die Befürchtung, dass es sehr stark in diese Richtung gehen würde und da ich jedoch einen historischen Krimi erwartet hatte, wäre mir wahre mystische Gegebenheiten, dann doch etwas unpassend vorgekommen.
Alles in allem fand ich die Geschichte aber ganz solide, auch wenn sie zwischendrin leicht schwächelte und ich auch zeitweise zweifelte, ob es sich wirklich um einen historischen Roman handelt, da es doch zeitweilig sehr mystrielastig wurde.

verfasst am 06.11.2011

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