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Der letzte Schattenschnitzer

autor

von Aster, Christian (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 1.5/5

verlag

Klett-Cotta

jahr

2011

2 bewertungen

isbn

3608939172

639 x gelesen

genre

Fantasy & Science Fiction

kommentare (1)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 12.10.2011 von Michael Lehmann-Pape

Ehrt Eure Magier!

... ruft der Schatten des ganz besonderen Magiers auf den ersten Seiten des Buches dem Leser zu. Ein Schatten, der spricht? Aber ja. Nur mit dem Hören, da tun sich die Menschen enorm schwer. Bis auf einen, eben.

Jonas Mandelbrodt. Einer wohl der „siebenten Söhne eurer siebten Söhne“, wie es die Überlieferung ankündigt. Einer aber, bei dessen Geburt weder ein Stern am Himmel leuchtet noch ein Beben aus der Erde drang. „Lediglich der Sohn von irgendwem, der ein Sohn von sonst wem gewesen war“.

Doch seine bis dato kettenrauchende Mutter legte alle Zigaretten zur Seite und fasst nie wieder eine an, als sie mit Jonas schwanger wurde. Erste Zeichen einer Magie, die entscheidend für den drohenden Krieg zwischen Menschen und Schatten werden sollte. Die eigentliche Magie des Jonas Mandelbrodt nämlich ist, dass er seinen Schatten hört. Und zwar schon als kleines Kind. Sehr zum Erstaunen seines Schattens, dort, in der Reihenhaussiedlung einer deutschen Kleinstadt, in der Jonas das Licht der Welt erblickt.

Erstaunlich für den Schatten, denn unglaublich lange ist es her, dass die Menschen verlernt haben, ihren Schatten als eigenes Wesen zu sehen, als die Schatten zu Anhängseln, Sklaven der Menschen wurden. Gut nun, dass Jonas Mandelbrodt die Bühne der Welt betritt, denn Dunkles kündet sich an. Ein „Schattenschnitzer“ ist aus der Zeit wiedergekehrt, will die Schatten befreien und dabei die Welt auf den Kopf stellen. Will, dass die Schatten die Herrschaft übernehmen. Der „Rat der Schattensprecher“ ist in Aufruhr, das Gleichgewicht zwischen Mensch und Schatten empfindlich gestört und nur Jonas besitzt die magische Kraft, das Unheil aufzuhalten.

Eine einzige Hilfe erwächst Jonas Mandelbrodt, ein Mädchen wird geboren, dass als einziger Mensch keinen Schatten hat. Beide gemeinsam versuchen, die Umtriebe des Schattenschnitzers aufzuhalten.

Auch im Druck des Buches selbst ist dieser zugrunde liegende Gegensatz zwischen Licht und Schatten ersichtlich. In wechselnder Perspektiven betrachtet der Leser die Welt durch die fettgedruckten Zeilen der Erzählung des Schattens oder folgt den normal gedruckten Wegen und Erlebnissen des Jonas und erhält Einblick in den „Schattenrat“. Wege und Erlebnisse der beiden Kinder zudem in einer düsteren Welt voller Einsamkeit und „sich verstecken“, aber auch Verrat, falschen Freunden, Ränkespielen um Macht und Einfluss und Verfolgung all derer, die eine Gefahr darstellen könnten.

Sprachlich mit hoher Dichte und bildkräftiger Erzählweise öffnet Christan von Aster die Türen zu einer mythischen, ganz andersartigen Welt. Die „Welt der Schatten“ die wie ein Gleichnis der modernen Zeit im Raume steht. Einer Zeit, in der vielfach auch „aus dem Schatten heraus“ Ränke geschmiedet werden um Macht, Reichtum und Einfluss und in der die „Guten“ fast auf verlorenem Posten zu stehen scheinen. Eine Beobachtung, die von Aster allerdings in keiner Weise plump im Buch umsetzt, sondern mit dem Unvorhersehbaren spielt und ganz andere Wege bis zum Ende hin geht als jene, die man als geübter Leser erwarten könnte. In einer ganz anders gestrickten, fantastischen Welt. Manchmal zu abschweifend, verwirrend und sprachlich zu abgehoben, immer aber spannend und mit einem Hintergrund, der entdeckt werden will.


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1 weitere Stimme zum Buch

1

bewertung von anyways:

Das Schicksal heftet sie zwar an unsere Fersen, aber sie sind eigenständig, auch wenn sie von uns nicht genügen beachtet werden, sie können bei guter Führung sogar mehrmals ihre Herren wechseln- Schatten. Ein solcher Schatten wird auch an den Neugeborenen Jonas Mandelbrodt geheftet, doch dieser ist nicht, wie wir anderen ein Ignorant, nein er kann seinen Schatten nicht nur sehen sondern lernt im Laufe seines jungen Lebens sogar mit diesem zu kommunizieren. Ein Schatten der dem jungen Schüler alles über die Schattenwelt und die Schattenschnitzer beibringt. Denn das dieser außergewöhnliche Junge selbst ein Schattenschnitzer werden könnte, das zu mindestens hofft der Schatten, denn die Schatten sind in Aufruhr, die Welt wird sich ändern…

Soweit die Idee hinter diesem Roman, die ich anfangs auch sehr interessant fand. Der etwas hochgestochene Sprachstil war auf die Dauer eher ermüdend, die Handlung im weiteren Verlauf wirr in der Umsetzung. Ich hatte nicht das Gefühl einen ausgefeilten Roman zu lesen, sondern die erste Version eines solchen. Viele Dinge blieben ungesagt. Der Schatten übernimmt intermittierend die Rolle des Erzählers und deutet schon recht früh und immer wieder seinen Verrat an. Das ist schlicht langweilig, je öfter man es hört. Auch empfinde ich die Stilisierung des Jonas als Held ein wenig weit hergeholt, denn das ist er nicht im eigentlichen Sinne. Wie auch mit knapp neun Jahren fehlt es an der Weitsicht die Tragweite des Geschehens zu überblicken. Dafür ist seine Familie umso einseitiger und fast schon klischeehaft gezeichnet, allesamt keine liebenswerten Gestalten.

Fazit: Unter einem düsteren Fantasieroman habe ich mir leider etwas anderes vorgestellt.

verfasst am 13.08.2012

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