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Puppengrab

autor

Brady, Kate

gesamtwertung: 2/5

verlag

Knaur

jahr

2011

1 bewertung

isbn

3426652153

518 x gelesen

genre

Thriller

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 28.09.2011 von Michael Lehmann-Pape

Todesschreie und Puppen

Serienmörder haben im Lauf der Jahre der Thrillergeschichte schon eine ganze Reihe höchst exzentrischer „Hobbys“ gepflegt. Einer, der die Schreie seiner weiblichen Opfer genießt, auf Tonband aufnimmt und erst durch diesen Akt die „Lieder in seinem Kopf“ (kurzfristig) zum verstimmen bekommt, fügt diesen exzentrischen Verhaltensweisen im Buch von Kate Brady nun eine neuen Spielart hinzu.

Verknüpft wird dieses kranke Verlangen des Chevy Bankes (der Mörder ist von Beginn an namentlich bekannt) mit einem Rachansinnen (aus zunächst höchst diffusen und nicht bekannten Gründen) an der alleinerziehenden, jungen Witwe Elizabeth Denison. Diese ruft er nach jedem Mord mit dem Telefon der Ermordeten an, um kurz „zu plauschen“ und der jungen Frau eindeutige Drohungen mit auf den Weg zu geben.

Gut, das Neil Sheridan von seinem Freund bei der Staatspolizei, Rick, reaktiviert wird. Eher aus freundschaftlicher Sorge um den gestrandeten ehemaligen FBI Agenten Sheridan, der aufgrund eines Schusses mit tödlicher Folge aus seiner Waffe im Rahmen eines undurchschaubaren Mordprozesses aus der Spur geraten ist und mit Mengen an Alkohol und ebensolchen Mengen an Frauen versucht, einfach alles zu vergessen, denn aus dem Ziel einer Ermittlungshilfe heraus nimmt Rick (der es ebenfalls nicht leicht hat, ehelich, zur Zeit) Neil mit zu den Ermittlungen.

Bald schon ergeben sich Ähnlichkeiten und Parallelen zu jenem Mordfall, der Sheridan damals aus der Bahn geworfen hat.
Ebenso umgehend finden die beiden Ermittler auch die Verbindung zu Elizabeth über die Anrufe von den Handys der Toten. Neil Sheridan spürt zwei Dinge sofort. Zum einen die Anziehungskraft, die Elizabeth auf ihn ausüben könnte und zum Zweiten, dass die Frau lügt.

Warum aber? Was haben zudem wertvolle, antiquarische Puppen mit all dem zu tun? Welche Verbindung besteht zwischen Elizabeth und dem Mörder aus der Vergangenheit? Was hat das alles mit jenem Norgfall zu tun, den Neil Sheridan bis heute nicht verwunden hat?

Um diese Fragen und um die zunehmende Bedrohung Beth Denisons und ihrer kleinen Tochter Abby gegenüber kreisen die gut 450 Seiten dieses Thrillers, nachdem zu Beginn die handelnden Personen auf das „Spielbrett“ gestellt wurden. In durchaus spannenden Wendungen, flüssig und griffig geschrieben, entsteht so ein solider Thriller. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Absehen muss man in der Qualität von einigen doch stereotypen Zügen der Protagonisten. Der saufende Ex-Agent, der wieder auf die Beine kommt durch einen Fall, der ehelich in der Krise befindliche zweite Cop und Freund, die attraktive, undurchschaubare weibliche Hauptrolle und der einfach verrückte Killer.

So setzt Kate Brady auf teils altbekannten Thrillermustern durchaus spannende Akzente und kreative, neue Ideen um. Manches wirkt ein wenig unrealistisch, insgesamt aber bietet das Buch solide, wenn natürlich auch nicht dauerhaft literarisch nachhaltig wirkende, Unterhaltung.


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