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Imago: Für immer Dein

autor

Bormann, Bettina

gesamtwertung: 1/5

verlag

Al!Ve AG

jahr

2010

2 bewertungen

isbn

B003Q3SFOG

912 x gelesen

genre

Drama

kommentare (1)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 19.06.2011 von Florian Hilleberg

Sabrina ist 35 Jahre alt und arbeitet als Taxifahrerin. Sie führt ein zurückgezogenes Leben voller Einsamkeit und Selbstkasteiung. Ihre Mutter hat die Wohnung seit achtzehn Jahren nicht verlassen, seit ihr Ehemann, Sabrinas Vater, sie verlassen hat. Neben ihrem Beruf, sind die Besorgungen für ihre Mutter, Sabrinas einzige Aufgaben. Ihr Leben erfährt erst mit dem tragischen Tod der Mutter eine dramatische Änderung. Im elterlichen Schlafzimmer, das Sabrina achtzehn Jahre nicht betreten durfte macht sie eine folgenschwere Entdeckung. Und endlich erfährt sie echtes Liebesglück.
Da platzt plötzlich die siebzehnjährige Lea in Sabrinas Leben und macht ihr ihre einzige wahre Liebe streitig ...

Bettina Bormann, Frontfrau der Dark-Electronic-Band OBERER TOTPUNKT, hat mit „IMAGO – Für immer dein“ ihren ersten Roman veröffentlicht, und dies bei dem Music-Label Danse Macabre. Für Hörbuch-Freunde gibt es den Roman als ungekürzte Autorenlesung auf einer Mp3-CD. Insgesamt ein eindrucksvoller Beweis für die Vielseitigkeit der Hamburger Künstlerin, die nicht nur die Schriftstellerei beherrscht, sondern auch als Sprecherin Talent zeigt, auch für ausgebildete SängerInnen keine Selbstverständlichkeit. Bormann überzeugt durch einen nüchternen, distanzierten Stil, der das Gefühlsleben von Sabrina perfekt widerspiegelt. Die Charakterisierung der Protagonisten und der Nebenfiguren ist der Autorin meisterhaft gelungen und macht die Geschichte trotz ihres morbiden Plots absolut glaubhaft. Was als eindringliche Charakterstudie beginnt, wird rasch zu einer morbiden Liebesgeschichte und endet so packend wie ein Krimi. Das Buch beginnt mit einem Monolog, der auch als Intro auf dem neuen Album „Stiller Zoo“ der oben bereits erwähnten Band OBERER TOTPUNKT zu hören ist. In weiteren Monologen bekommt der Leser durch Gedichte und Gedanken Einblick in das Seelenleben von Sabrina, oder wird durch kurze Essays über Totenkulte und Mumifikation informiert. „IMAGO – Für immer dein“ ist ein schmales Büchlein, das man nicht eher aus der Hand legen wird, bis man die letzte Seite gelesen hat, und das trotz seines geringen Umfangs einen nachhaltigen Eindruck beim Leser hinterlässt. Der einzige Wermutstropfen ist der stolze Preis von knapp zwanzig Euro, der zwar neben dem Buch auch die Mp3-CD beinhaltet, doch manche Leser legen auf Hörbücher keinen gesteigerten Wert und könnten dadurch abgeschreckt werden. Was schade wäre, denn so entgeht ihnen eine einfühlsame Geschichte über eine Liebe, die über den Tod hinausreicht.

Papierqualität und Lektorat lassen keine Wünsche offen. Nur die äußere Gestaltung wirkt etwas schlicht, obwohl das schemenhafte Antlitz eine morbide Faszination birgt.

Fazit:
Erstklassiges Debüt einer bemerkenswerten Künstlerin. Einfühlsame Charakterstudie, gepaart mit einem düster-morbiden Plot.


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1 weitere Stimme zum Buch

1

bewertung von Sibylle Meister:

Eines der nervigsten Bücher, die ich je gelesen habe. Habe es geschenkt bekommen, war immer wieder versucht, es hinzwerfen und habe es, weil es so kurz ist, dann doch durchgelesen. Leider vergeudete Zeit. Damit dieser Fehler keinem anderen passiert, hier meine Eindrücke:

„Imago – für immer dein“ beginnt harmlos, birgt aber ein Sammelsurium an wirren, irren Figuren. Sogar die Katze scheint ein psychisches Problem zu haben.

Da ist Sabrina, unfähig zu tieferen sozialen Kontakten, die sich selbst die Schuld am Verschwinden ihres geliebten Vaters gibt und mit Selbstbestrafungsritualen auf ihre Schuldgefühle reagiert.

Dann ihre Mutter Elisabeth, die seit dem Verschwinden ihres Mannes ihre Wohnung nicht mehr verlassen hat und Sabrina als Kontakt zur Aussenwelt braucht.

Ihr Vater, ein notorischer Schürzenjäger, der als Mumie mit eingeschlagenem Schädel in der Bettzeugschublade von Elisabeth liegt und später als neuer „Mitbewohner“ von Sabrina mit Liebe überschüttet wird.

Sabrinas Halbschwester Lea, die ihren Sportlehrer verführt, von ihm schnwanger wird und sich auf die Suche nach ihrem eigenen Erzeuger macht.

Der despotische Nachbar, der von der Leiche weiss und Elisabeth und Sabrina erpresst.

Und zuletzt die Nachbarin, die nach dem tragischen Tod ihrer Schwester alle Männer hasst und Probleme mit Hilfe pflanzlicher Gifte löst.

Ja, der Roman ist so schräg, wie die Schau der Protagonisten vermuten lässt. Skurile Figuren können eine Geschichte bereichern; diese hier nerven jedoch nur. Vor allem, weil sie nach einem sehr simplen Muster gestrickt sind: die Männer sind durchwegs böse, agressiv und gewalttätig, die Frauen sind die psychisch geschädigten Opfer. Die Geschichte wird zügig erzählt, aber bei den vielen markabren Wendungen der Geschichte bleibt jegliche Logik auf der Strecke. Unterbrochen wird der Erzählfluss noch von „Monologen“, seltsamen Auszügen von Gedichten und Lexikonartikel, die schlicht überflüssig sind – wie das ganze Buch...

verfasst am 04.08.2011

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