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Todeshunger

autor

Moody, David (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 2/5

verlag

Goldmann

jahr

2010

1 bewertung

isbn

3442470218

1115 x gelesen

genre

Horror

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 06.06.2011 von Florian Hilleberg

Danny McCoyne gehört zu den Hassern und führt mit seinen Gleichgesinnten einen unerbittlichen Krieg gegen den Rest der Menschheit, den Unveränderten; jenen Menschen, die von dem tückischen Virus verschont geblieben sind. Doch die Unveränderten haben eine ausgeklügelte Taktik entwickelt, mit der sie den Hassern schwere Verluste zufügen. Sie locken unzählige Aggressoren auf einen großen Platz oder in ein Gebäude und bombardieren diese. Der Politiker Chris Ankin, ebenfalls ein Hasser, fordert seine Mitkämpfer auf, sich in einer Armee zu organisieren und geplant zurückzuschlagen. Auch Danny Mc Coyne soll sich dieser Armee anschließen. Doch er hat andere Pläne. Immer noch ist er auf der Suche nach seiner Tochter Ellis, die er bei seiner Flucht zurücklassen musste. Gemeinsam mit anderen Hassern sucht er nach weiteren Infizierten. Bei der ersten passenden Gelegenheit ergreift McCoyne die Flucht und fällt prompt einer Gruppe von Unveränderten in die Hände. Doch anstatt ihn gleich zu töten, wie es üblich ist, wird er gefangengenommen und in einen kleinen Raum auf einem Bett festgeschnallt. Dort macht Danny die Bekanntschaft mit Joseph Mallon, der fest davon überzeugt ist, dass die unkontrollierte Aggressivität der Hasser zu steuern ist. Ein ermürbendes Verhör nimmt seinen Verlauf, und Danny McCoyne geht zum Schein auf die Forderungen seines Peinigers ein. Geduldig wartet er auf seine Chance den Feind grausam zu töten ...

David Moody schuf mit dem Beginn seiner Hasser-Trilogie, „Im Wahn“, einen grandiosen Horror-Roman, der nicht nur brutal und rasant ist, sondern auch äußerst gesellschaftskritisch. Endlich ist der zweite Teil, „Todeshunger“ (Originaltitel: Dog Blood) in Deutschland erhältlich. In der Übersetzung von Joachim Körber, einem ausgewiesenen Kenner des Genres, entfaltet der Roman bereits auf den ersten Seiten eine unglaubliche Intensität und Brutalität. Die Geschehnisse werden von Danny McCoyne, der im wahren Leben eher ein Looser war, aus der Ich-Perspektive geschildert. Die Zustände in den improvisierten Lagern der Unveränderten werden in mehreren Zwischenkapiteln, die kursiv gekennzeichnet sind, dargestellt. Hier zeichnet der Autor David Moody ein Bild, das die erbarmungswürdigen Reste der menschlichen Zivilisation zeigt, wenn Moral und Ethik von dem reinen Überlebensinstinkt überschwemmt werden. Das Militär hat die Macht übernommen und eine provisorische Regierung errichtet. Beängstigend realistisch beschreibt Moody den Zusammenbruch der Gesellschaft und das Zerbrechen der Infrastruktur. Ein absolut glaubwürdiges und beklemmendes Szenario. Obwohl das Setting an Filme, wie „28 Days later“ erinnert, ist Moodys Roman völlig eigenständig, denn bei den Hassern handelt es sich keineswegs um lebende Tote oder instinkgesteuerte Tötungsmaschinen, sondern durchaus um vernunftbegabte Kreaturen. Die Hasser können zwischen Freund und Feind unterscheiden, eigene Entscheidungen treffen und ziehen dennoch mit einer erschreckenden Entschlossenheit in den Kampf. Gerade diese menschlichen Eigenschaften machen die Hasser so bedrohlich. Gekonnt entwickelt David Moody im vorliegenden Roman eine Zukunftsvision, die an Horror und Düsternis nur schwer zu übertreffen ist, eben weil sie nicht so abwegig ist, wie die derzeit so modernen Zombie-Geschichten. Die Handlung spart nicht mit überraschenden Wendungen und spitzt sich kontinuierlich zu, ehe sie am Ende des Buches in einem Finale gipfelt, das den Leser bereits jetzt ungeduldig auf die Fortsetzung warten lässt.

Der Goldmann-Verlag hat sich bei der Aufmachung erneut für eine schlichte, verstörende Covergestaltung entschieden, die ideal zum Plot des Romans passt. Der blutrote Titelschriftzug könnte treffender nicht sein. Papierqualität und Satzspiegel sind äußerst hochwertig.

Fazit:
Ein großartiger Horror-Roman, dessen Plot so beängstigend wie glaubwürdig beschrieben wurde. Schonungslos brutal und megaspannend.


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