
Andreas Steinhöfel erzählt in seinem Roman ’Die Mitte der Welt’ die außergewöhnliche Geschichte des siebzehnjährigen Phil, der auf dem Weg zum Erwachsenwerden einige Hürden zu meistern hat. Nicht nur der Hauptcharakter Phil, geprägt von seiner turbulenten Vergangenheit und seinen widersprüchlichen Gefühlen, sondern auch die Menschen, die ihn umgeben, seine ambivalente Mutter Glass, die immer wieder durch wechselnde Liebschaften auffällt, seine Schwester Dianne, die sich den Menschen gegenüber verschließt und nicht zuletzt jene Menschen, die Phil bei der Selbstfindung begleiten, machen den Roman, zu dem was er ist. So ungewöhnlich die Menschen sind, die Phil auf die eine oder andere Art beeinflussen, so ungewöhnlich sind auch sein Leben, seine Erfahrungen, seine Empfindungen.
Das Gefühl der Vaterlosigkeit, die widersprüchliche Zuneigung zu seinem Freund Nicholas, die verquere Beziehung zu seiner Mutter und Schwester, seine turbulenten Kindheitserfahrungen, das Gefühl nicht dazu zu gehören – all dies begleitet Phil durch sein Leben, das von Außen ähnlich ungewöhnlich zu sein scheint, wie es in Phils Innerem ist. Andreas Steinhöfel appelliert in seinem Roman, der sich durch viel Einfühlungsvermögen, Kreativität, nicht zuletzt aber auch durch seine Zeitlosigkeit auszeichnet, für Toleranz, Verständnis und das Miteinander-Reden.
Im Zuge von Phils Selbstfindungsprozess werden mannigfache und hochaktuelle Themen thematisiert - familiäre Konflikte, die Bedeutung von Kommunikation in zwischenmenschlichen Beziehungen, die Suche nach der eigenen Identität, den Kontrast zwischen gesellschaftlichen Zwängen und individueller Selbstbestimmung. ’Die Mitte der Welt’ ist nicht nur die Geschichte von Phil, seinen Freuden und Leiden, es ist die Geschichte einer Familie, unterschiedlichster Charaktere, die jeder für sich durch ihre Einzigartigkeit bestechen, eine Geschichte die zugleich durch ihre Tragik, ihren Humor und ihrer Nachhaltigkeit überzeugt, die das Schicksal eines Einzelnen, eines jungen Menschen auf der Suche nach seiner Identität erzählt, die aber gleichzeitig eine sehr reale Geschichte über das Leben ist.
Steinhöfels Roman ist ein authentisches Buch, das für jedes Bücherregal eine Bereicherung darstellt und sowohl durch seinen Inhalt, die unterschiedlichsten Charaktere und Begebenheiten, also auch durch seine detailreiche, bildhafte Sprache von sich überzeugt. ‚Die Mitte der Welt’ ist eines von wenigen Büchern, das ich nicht vor der letzten Seite aus der Hand legen konnte und bei dem ich auf jeder Seite mit den Charakteren mitgefiebert habe. Absolut Lesenswert!
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