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Der elektrische Kuss

autor

Betz, Susanne

gesamtwertung: 1.5/5

verlag

C. Bertelsmann Verlag

jahr

2011

1 bewertung

isbn

3570100383

1055 x gelesen

genre

Historische Romane

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 18.03.2011 von Michael Lehmann-Pape

Technik und strenger Glaube

Durch die dramatische Rettung eines neugeborenen Kindes kommen sie sich näher.
Die streng nach den Prinzipien der Amisch lebende Bauernfamilie des Samuel Hochstettler und die junge, von den Phänomenen der gerade in den Blick geratenden Elektrizität begeisterten Charlotte. Eines der gesellschaftlich gerade in Mode kommender Spiele der damaligen Zeit war z.B. der „elektrische Kuss“. Eine Kurbel, die gedreht wurde und damit eine Trommel elektrisch auflud. Griff nun eine Dame an diese Trommel, erhielt jemand, der sie mit Handkuss begrüßte, einen leichten elektrischen Schlag. Ein erwachendes Interesse an technischen Phänomenen, die Charlotte Grund genug bieten, wissbegierig mehr über diese Naturkraft der Elektrizität zu erfahren und zunächst Blitze einfangen zu wollen.

Als die religiöse Toleranz in der Pfalz ein Ende findet und als die freiheitsliebende Charlotte feststellt, dass sie schwanger ist, schließen sich diese ungleichen Menschen zusammen, um ihren Glauben einerseits und ihre persönliche Freiheit andererseits im neuen, gelobten Land der Freiheit, Amerika, leben zu können.

Trotz der emotionalen Annäherung zwischen den beiden Hauptpersonen Charlotte und Samuel und trotz der verbindenden Erlebnisse auf der nicht einfachen Überfahrt stellt sich mehr und mehr heraus, dass diese beiden Welten wohl keine wirklich tragfähige, innere Verbindung finden werden. Charlotte, die mit Leidenschaft immer wieder die neuen Entwicklungen verteidigt, für die „alles um uns herum im Fluss ist und Wahrheiten inflationär“ sich darstellen, immer wieder also überprüft werden müssen ist die dogmatische, felsenfeste Haltung von Samuel oft nur schwer zu ertragen, Und umgekehrt. Charlotte, voll von Wissensdrang, immer getrieben davon, mehr zu wissen und damit die Welt klüger und freier zu machen und Samuel, für den alles, was wichtig ist, aus dem Lesen der Bibel abzuleiten ist. Für den Glück nichts anderes ist, als die „Sicherheit bei Gott“.

Vielfache Wendungen wird das Leben dieser so unterschiedlichen Menschen nehmen, beide aber werden auf ihre Weise ihren Weg im neuen Land Amerika finden und beide werden verbunden bleiben. Dennoch aber wird es kein Happy Ende in Form einer Liebesverbindung geben, dass ist früh im Buch bereits zu ahnen. Samuel ist und bleibt Teil der Amisch Gemeinschaft mit ihrem tiefen Misstrauen gegen alles Moderne und Charlotte wird sich aufmachen, Benjamin Franklin und dessen Experimente mit der Elektrizität kennen zu lernen und auf diesem Wege auch zu sich selber zu finden..

In der starken Polarisierung der beiden Welten begründet Susanne Betz die eigentliche Spannung ihres Romans. Alt gegen neu, Fortschritt und Freiheit gegen strengen Glauben, Freiheit gegen Konventionen, dies sind die Grundthemen der Geschichte. Durchaus anregend ist diese Frühzeit der Elektrizität im Buch geschildert, auch das (allerdings bereits oft und oft genutzte) Thema der Suche nach Freiheit in einer historischen Welt der strengen Konventionen durch eine Frau versteht Susanne Betz als roten Faden durch ihre Geschichte zu ziehen. Letztlich aber folgt das Buch zu sehr sattsam bekannten Erzählsträngen und hinterlässt den Eindruck, das alles im Kern in der ein oder anderen Form bereits einmal gelesen zu haben.
Als unterhaltsame Lektüre für den, der historische Entwicklungsromane zu schätzen weiß durchaus geeignet, aber kein Buch, dass lange in Erinnerung bleiben wird.


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