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Der Hexenturm

autor

Zinßmeister, Deana

gesamtwertung: 2/5

verlag

Goldmann

jahr

2010

1 bewertung

isbn

3442472482

864 x gelesen

genre

Historische Romane

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 18.02.2011 von KimVi

"Der Hexenturm" ist der Folgeband zu Deana Zinßmeisters historischem Roman "Das Hexenmal". Er knüpft zeitnah an die Erlebnisse aus dem ersten Teil an und erzählt die Geschichte der fünf jungen Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen ihr Heimatland verlassen mussten, weiter.

Die Flucht ins Hessenland ist den fünf Weggefährten gelungen. Sie rechnen jedoch ständig damit von ihren Verfolgern eingeholt zu werden. Johann und Franziska fürchten, dass Bonner niemals Ruhe geben wird, bevor Franziska als verurteilte Hexe auf dem Scheiterhaufen brennt. Katharina ist noch immer nicht dazu bereit, den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Schwester zu erfüllen. Ein Leben an der Seite ihres ehemaligen Schwagers kann und will sie sich nicht vorstellen. Clemens hofft, dass er auf seiner Flucht den auf ihn angesetzten Söldner Hastenteufel abschütteln kann und Burghard versucht weiterhin dem Magier Barnabas und seinem Begleiter Servatius aus dem Weg zu gehen.

Die Freunde finden auf dem Gestüt Rehmringer Arbeit und Unterkunft. Sie hoffen darauf, sich ein neues Leben aufzubauen. Für Franziska und Johann ist eine feste Bleibe besonders erstrebenswert, da die Geburt ihres ersten Kindes unaufhaltsam näher rückt. Doch die Fremden werden längst nicht von allen Bewohnern mit offenen Armen empfangen. Sie treffen auf Neid und Missgunst. Auch innerhalb der Freunde kommt es zum erbitterten Streit, da Clemens und Burghard Gefallen an der hübschen Katharina finden. Mittlerweile hat der Söldner Hastenteufel erste Spuren entdeckt und beginnt mit der intensiven Verfolgung von Clemens. Er rückt den Freunden dabei immer näher. Auch Bonner macht sich auf den Weg um die Hexe Franziska zu stellen.

Den Magier Barnabas und seinen Begleiter Servatius verschlägt das Schicksal ebenfalls in die Nähe der Flüchtigen. Barnabas bietet auch im Hessenland seine Dienste als Hexenerkenner an und hat Unterstützung durch ein junges Mädchen erhalten, welches ebenfalls in der Lage ist Frauen der Zauberei zu überführen. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Flüchtigen ihren alten Widersachern erneut gegenüber stehen.

Meine Meinung

"Der Hexenturm" ist bereits der zweite Band um die fünf Weggefährten. Das Buch lässt sich jedoch problemlos ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Teil lesen. Zum besseren Verständnis der Handlung gibt es einige kurze Rückblicke in die Vergangenheit. Mit diesen Informationen kann man dem aktuellen Geschehen mühelos folgen. Es wird dabei auch nicht zu viel verraten, sodass man den ersten Teil durchaus nach dem eigentlichen zweiten Band lesen könnte, ohne sich dadurch die Lesefreude zu verderben. Bei Fortsetzungsromanen ist es sicher empfehlenswert die richtige Reihenfolge einzuhalten, doch bei diesen beiden Romanen ist es nicht zwingend notwendig, da sie unabhängig voneinander gelesen werden können.

Die Fortsetzung knüpft beinahe nahtlos an das Ende des vorangegangenen Bandes an. Dabei wird die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Zunächst verlaufen die Handlungsstränge nebeneinander, doch gelegentlich verknüpfen sich die Handlungsfäden locker miteinander, sodass man einige Szenen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten kann. Das Schicksal hält einige Überraschungen für die Flüchtenden und ihre Verfolger bereit. Sie ahnen dabei natürlich nicht, wie nah sie einander manchmal sind. Gelegentlich treffen die Widersacher der fünf Freunde aufeinander. Sie wissen allerdings nicht, dass ihre Suche ein gemeinsames Ziel hat. Der Perspektivenwechsel liefert einen umfassenden Überblick über das Geschehen und steigert die Spannung. Relativ kurze und geschickt endende Kapitel verstärken diesen Effekt noch.

Die fünf Hauptprotagonisten wachsen einem bei ihrer Flucht schnell ans Herz. Man nimmt Anteil an den unterschiedlichen Schicksalen und verfolgt gebannt den weiteren Verlauf der Erzählung. Die fünf Weggefährten wirken dabei sympathisch und lebendig. Obwohl sie natürlich die "Guten" in dieser Erzählung sind, haben die Akteure nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen und diesen geben sie auch gelegentlich nach. Aber genau das, füllt die Handlung mit Leben und lässt die Protagonisten und ihre Handlungen authentisch wirken. Deana Zinßmeister beschreibt ihre Figuren und die wechselnden Handlungsorte so detailliert, dass man sie vor Augen hat. Der Mönch Servatius zählt zu den Verfolgern. Seine mangelnde Körperhygiene wird so intensiv beschrieben, dass man schon versucht ist, selbst die Nase zu rümpfen. Seine übrige Verhaltensweise verstärkt noch den negativen Eindruck, den man von ihm gewinnt. Auch die anderen "Bösen" dieser Handlung werden facettenreich beschrieben. Man leidet mit den fünf Freunden und ist erleichtert, wenn das Schicksal es mal nicht so gut mit den Bösewichten meint.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann in die Handlung eintauchen und ihr, trotz unterschiedlicher Erzählstränge, mühelos folgen. Der historische Hintergrund des Romans ist gut recherchiert und fließt in die Handlung ein. Die Hexenprozesse haben sich tatsächlich so zugetragen und die Menschen glaubten fest an die Existenz dieser unheimlichen Wesen. In dieser Erzählung gibt es etliche Personen die damals gelebt haben. Im angefügten Personenregister sind ihre Namen gekennzeichnet. Am Ende des Buchs findet man außerdem ein interessantes Nachwort, in dem genau erklärt wird, wo sich historische Fakten mit der schriftstellerischen Freiheit der Autorin mischen.

Mein Fazit

Ich habe bereits den ersten Band mit Begeisterung gelesen. Auch der Folgeband konnte mich wieder durch lebendige Charaktere und eine fesselnde und spannungsreiche Erzählung überzeugen. Die Geschichte der fünf Hauptprotagonisten ist zwar insgesamt gesehen abgeschlossen, doch ein paar lose Handlungsfäden am Ende der Geschichte, wecken in mir die Hoffnung auf einen weiteren Teil.


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