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Die Gauklerin von Kaltenberg

autor

Freidank, Julia (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 2/5

verlag

Marion von Schröder

jahr

2010

2 bewertungen

isbn

3547711665

1058 x gelesen

genre

Historische Romane

kommentare (1)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 15.02.2011 von KimVi

Kaltenberg, 1315

Anna ist die Tochter des Dorfschmieds. Zu ihrer großen Bestürzung soll sie Kilian, den Gesellen ihres Vaters, heiraten. Niemand ahnt, dass Anna ihr Herz und ihre Unschuld bereits an den Burgherrn Ulrich verloren hat. Nach einem heftigen Streit mit dem Vater läuft Anna davon. Ihr Bruder Martin folgt ihr, um sie zu beruhigen. Doch plötzlich fallen Plünderer in das Dorf ein. Martin versucht verzweifelt seine Schwester zu beschützen und zahlt dafür mit seinem Leben. Anna kann entkommen und versucht zur Burg Kaltenberg zu gelangen, um sich dort in Sicherheit zu bringen. Kurz bevor sie ihr Ziel erreicht, erregt sie die Aufmerksamkeit eines fremden Ritters. Wutentbrannt verflucht sie ihn für die grausamen Plünderungen und den Angriff auf das Dorf und seine Bewohner. Im letzten Moment kann sie sich auf der Burg ihres Liebhabers in Sicherheit bringen. Anna weiß, dass sie nun in großer Gefahr schwebt, denn der Ritter kann sich nur von ihrem Fluch befreien, in dem er sie tötet. Doch auch innerhalb der Burgmauern ist die Sicherheit trügerisch, denn Ulrichs Ehefrau will die Rivalin nicht auf der Burg dulden. Schließlich werden Anna ihre Sangeskünste zum Verhängnis, denn aufgrund eines vorgetragenen Liedes aus der "Carmina Burana", gerät sie in den Verdacht eine Hexe zu sein und wird verhaftet....

Aufmachung

Es handelt sich bei diesem historischen Roman um eine Softcover-Ausgabe. Eine Landkarte der bayerischen Teilherzogtümer und Tirol, mit den Grenzen von 1330, erleichtert die Orientierung. Hilfreich ist außerdem das Personenregister, in dem die historischen Persönlichkeiten gekennzeichnet sind. Das Buch ist in fünf große Abschnitte gegliedert, die jeweils in einzelne Kapitel unterteilt sind.

Meine Meinung

Durch Julia Freidanks lebendigen Schreibstil fällt es leicht, in die damalige Zeit einzutauchen und sich die Handlungsorte und die unterschiedlichen Protagonisten vorzustellen. Die Erzählung wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, wobei das Hauptaugenmerk allerdings auf Annas Perspektive liegt. Man bekommt einen Einblick in das karge und anstrengende Leben der einfachen Bauern und dem der Handwerker. Außerdem wird das damalige Leben auf der Burg Kaltenberg anschaulich geschildert. Dabei wird die Situation der Adligen ebenso beschrieben, wie die der Bediensteten. Da Anna sich einer Truppe von Gauklern anschließt, kommt auch das fahrende Volk und sein gefährliches und abenteuerliches Leben nicht zu kurz.

Die Hauptprotagonistin Anna ist wunderschön und bei den Herren sehr beliebt. Trotzdem fällt es beim Lesen schwer eine Beziehung zu ihr aufzubauen, denn einige ihrer Handlungen sind nur schwer nachvollziehbar. Anna ist sehr mutig, impulsiv, selbstbewusst und lässt sich von niemandem den Mund verbieten. Ihre Äußerungen und Handlungen wirken zuweilen sogar rebellisch. Für eine Frau ihres Standes ist dieses Verhalten ziemlich untypisch und wirkt dadurch nicht besonders glaubhaft. Im Bezug auf ihren Geliebten Ulrich ist sie allerdings recht naiv. Annas zwiespältige Gefühle für den fremden Ritter, der von ihr mit einem Fluch bedacht wurde, und die langsame Annäherung zwischen den beiden, wirkt dagegen realistischer. In romantischen Liebesdingen unterscheidet sich dieser historische Roman leider nicht von anderen Vertretern des Genres. Die Liebesromanze ist ziemlich vorhersehbar und bedient sich altbewährter Klischees.

Auf dem Buchrücken wird dieser Roman als historisches Abenteuer um die "Carmina Burana" angepriesen. Aufgrund eines gesungenen Liedes aus dieser Sammlung wird Anna der Hexerei bezichtigt. Im letzten Moment kann sie jedoch ihr Leben retten und macht sich dann auf die Suche nach dem Ursprung des Liedes, da sie unbedingt ihre Unschuld beweisen möchte. Annas verzweifelte Suche nimmt einen großen Teil der Handlung ein, dennoch bleibt die "Carmina Burana" dabei eher im Hintergrund.

Mein Fazit

Insgesamt gesehen ist "Die Gauklerin von Kaltenberg" ein schöner historischer Schmöker. Aufgrund des lebendigen Schreibstils kann man in die damalige Zeit eintauchen und dabei Annas abenteuerliche Suche verfolgen. Ich bewerte diesen Roman mit drei von fünf Bewertungssternen. Aufgrund der vielen Zufälle, der teilweise sehr vorhersehbaren Handlung und der Bedienung zahlreicher Klischees fällt mein Urteil leider nicht besser aus. Dennoch lässt sich die Erzählung angenehm und flüssig lesen und ist gut geeignet um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.


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1 weitere Stimme zum Buch

1

bewertung von anyways:

Der Krieg zwischen den beiden Vettern Ludwig IV, aus dem Hause Wittelsbach, und Friedrich I ,aus dem Hause Habsburg, um die deutsche Krone, erreicht im Jahr 1315 auch das Dorf Kaltenberg. Dort lebt die junge Anna, Tochter des Dorfschmiedes, die hilflos mit ansehen muss, wie ihr geliebter Bruder von Heinrich von Wolfsberg, Verbündeter der Österreicher, ermordet wird. Sie rennt um ihr Leben und hofft auf der Burg Kaltenberg Einlass zu erhalten, denn der dortige Burgherr Ulrich von Rohrbach ist ihr Geliebter. Doch ihr wird der Weg von einem fremdländisch anmutenden Ritter versperrt. Einem Mann den sie von Stunde an hassen wird, ist er doch im Gefolge der Meuchelmörder, auch die Tatsache dass er dem Burgherren Ulrich dessen Kaltenberg abspenstig machen will, erleichtert das angespannte Verhältnis nicht gerade. Aber er verschont sie trotzdem sie ihn verflucht und lässt sie durch zur Burg.

Neben den heimlichen Treffen mit ihrem Liebsten verdingt sie sich als Magd auf der Burg Kaltenberg und lernt hier den Gaukler Falconet kennen. Ein Spaßmacher, der ihr nicht nur die Liebe zur Musik beibringt sondern im Besonderen der Carmina Burana. An einem schicksalhaften Tag präsentiert sie den Burgbewohnern ein wundervolles Lied. Tags darauf wird sie der Hexerei bezichtigt und soll im Fluss ertränkt werden. Denn das Lied das sie sang soll ketzerisch gewesen sein, da Anna kein Latein versteht kann sie auch nicht das Gegenteil beweisen. Doch sie hat Glück und ihr Erzfeind Raoul rettet sie aus den eisigen Fluten. Da sie bei ihm aber um ihr Leben fürchtet, denn ein Fluch kann nur durch den Tod aufgehoben werden, läuft sie weg und trifft durch Zufall auf die Gauklertruppe Falconets. Nun ist sie nicht nur eine gebrandmarkte Hexe sondern durch ihr umherziehen als Gauklerin, Freiwild. Doch sie verfolgt eine Mission, sie muss denjenigen finden der ihr mehr über dieses Lied sagen kann, so dass sie ihre Unschuld beweisen kann und wieder zurück auf die Burg und zu ihrem Liebsten kann.

Aus einer Mischung aus fiktiver Geschichte, in der teilweise historisch belegten Persönlichkeiten agieren und dem Geheimnis umwitterten Fund der Carmina Burana kreiert die Autorin ein wundervollen historischen Roman. Hilfreich sind die zu Anfang gestellten Mitwirkenden, trotzdem habe ich zwischendurch immer mal wieder den Faden verloren, da einige mal mit den reellen Namen und dann wiederum mit einem Spitznamen tituliert wurden.

Die Darstellung der mittelalterlichen Städte ist so bildhaft, das ich das Gefühl hatte, mit Falconets Gauklertruppe durch die engen und verschmutzten Gassen zu laufen. Detailverliebt sind die Burgen, Klöster und Städte gezeichnet. Anders sieht es wiederum bei den Akteuren aus. Die Spezies Mann kommt, bis vielleicht auf ein, zwei..., Ausnahmen wirklich schlecht weg. Das liegt nicht nur an den versuchten bzw. durchgeführten Gewalttaten, sondern das alle Männer irgendwie gleiche Charaktereigenschaften aufweisen, und das ganz unabhängig von ihrem Stand.

Gefallen hat mir ganz besonders die Darstellung der Protagonistin, jung rebellisch und mit den , für diese Epoche, denkbar schlechtesten körperlichen Merkmalen ausgestattet, schickt die Autorin diese auf eine wahrliche Irrfahrt um Recht und Ansehen wiederherzustellen.

Genauso detailliert beschreibt die Autorin recht ausführlich auch die kriegerischen Auseinandersetzungen insbesondere den Schwertkampf zwischen den Kriegsparteien.

Zum eigentlichen roten Faden, der Carmina Burana, konnte ich mit dem Buch streckenweise keine Verbindung herstellen. Carl Orffs Inszenierung ist mir sehr wohl bekannt trotzdem blieben mir die angedeuteten lateinischen Liedanfängen fremd.

Fazit: Ein schöner historischer Liebesroman mit vielen Spannungsbögen, einer tollen Liebesgeschichte, ein wenig Geschichte und der Version wie die Carmina nach Bayern kam.

verfasst am 07.06.2012

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