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Ein Paradies für alle

autor

Pfaue, Justus

gesamtwertung: 2/5

verlag

Marion von Schröder

jahr

2010

1 bewertung

isbn

3547711681

1158 x gelesen

genre

Historische Romane

kommentare (0)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 31.01.2011 von KimVi

Berlin, 1931

Georg Wertheim, Vorstandsvorsitzender der Wertheim AG, steht auf dem Höhepunkt seines geschäftlichen Erfolges. Die Familie Wertheim betreibt in Berlin ein Kaufhaus, das Luxus für alle Bevölkerungsschichten anbietet. Wer bei Wertheim einkauft, kann sich sicher sein etwas von Wert in sein Heim zu tragen. Die Angestellten sind angewiesen alle Kunden gleich zu behandeln, egal ob es sich um reiche oder arme Käufer handelt. Wertheim gilt als das größte Kaufhaus der Welt und bietet nahezu alles an, was man für Geld erwerben kann. Bei Wertheim wird auch das Personal gut behandelt. Das Betriebsklima ist angenehm und die Bezahlung höher als bei anderen Unternehmen.

Hanna Berger ist die langjährige Lebensgefährtin von Georg Wertheim. Sie ist seine rechte Hand und unterstützt ihn bei der Führung des riesigen Geschäftsimperiums. Den Grund, warum aus den beiden kein Ehepaar werden konnte, halten sie geheim. Nicht einmal der engste Familienkreis soll Hannas Geheimnis kennen.

Die Familie Wertheim ist jüdisch. Diese Abstammung wird dem Familienunternehmen mit Hitlers Machtergreifung zum Verhängnis...

Meine Meinung

In diesem Roman erzählen Justus Pfaue und Philip Tempel die Geschichte des Wertheim-Konzerns. Zahlreiche Protagonisten dieser Handlung haben also tatsächlich gelebt. Die Autoren weisen in der Nachbemerkung allerdings ausdrücklich darauf hin, dass sie sich einige Freiheiten für ihre Romanhandlung genommen haben.

Aufgrund der Inhaltsbeschreibung hatte ich erwartet, dass die Handlung sich ausschließlich mit der Machtergreifung Hitlers und den damit verbundenen Auswirkungen für die jüdische Kaufmannsfamilie befassen würde. Dem ist allerdings nicht so. Die Handlung startet zwar im Jahr 1931 und gewährt einen Blick in das erfolgreiche Berliner Kaufhaus, doch in später folgenden Kapiteln blickt man zurück bis zu den Anfängen des Familienimperiums. Man erfährt von den ärmlichen Verhältnissen, in denen die Familie lebte und durchlebt gemeinsam mit den Protagonisten die einzelnen Stationen zum Erfolg. Dabei gelingt es den Autoren, die jeweiligen Abschnitte eindrucksvoll zu schildern. Man spürt die Atmosphäre der damaligen Zeit und kann sich die beschriebenen Begebenheiten gut vorstellen. Außerdem kann man sich in die Protagonisten hineinversetzen und mit ihnen fühlen.

Die Erzählung wirkt auf mich eher ruhig, aber keinesfalls langweilig, sondern durchgehend interessant. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Die Protagonisten haben ihre speziellen Eigenarten, dadurch wirken sie facettenreich und lebendig. Man verfolgt interessiert ihre Handlungen und hat, trotz den eigenen geschichtlichen Kenntnisse, immer die Hoffnung, dass alles ein gutes Ende nimmt.

In die Handlung eingeflochten ist Georg Wertheims große Liebe zu seiner Lebensgefährtin Hanna. Vom ersten Augenblick fühlt er sich zu ihr hingezogen. Sie spielt nicht nur im Privatleben eine große Rolle für ihn, sondern auch im geschäftlichen Bereich. Hanna scheint unfehlbar und unersetzlich zu sein. Trotz all dieser Tugenden wirkt sie sympathisch und neben dem eher zurückhaltenden Georg geradezu erfrischend normal. Das große Geheimnis, das beide an einer Heirat hindert, wird natürlich im Verlauf der Handlung gelüftet. Die Auflösung hatte ich schon vorher befürchtet. Leider konnte sie mich nicht überzeugen, sondern wirkte auf mich eher klischeehaft und unglaubwürdig.

Insgesamt gesehen konnte mich das Buch allerdings durch den interessanten historischen Hintergrund und die lebendigen Charaktere überzeugen. Ganz nebenbei lernt man noch etwas über den Aufstieg und das spätere Ende des Wertheim-Konzerns. Ich bewerte den Roman mit vier von fünf Sternen und empfehle ihn gerne weiter.


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