Zurück zur Homepage

Blutstein

autor

Theorin, Johan (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 2/5

verlag

Piper

jahr

2011

4 bewertungen

isbn

3492054188

1076 x gelesen

genre

Krimi

kommentare (3)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 08.01.2011 von Michael Lehmann-Pape

Öland Drama

Eine Handvoll Menschen sind es nur, die in diesem beginnenden Frühling auf der schwedischen Insel Öland Heimstatt nehmen und von dieser handvoll Menschen sind es letztlich nur zwei, die den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte des Buches ausmachen.

Per Mörner möchte in seinem geerbten, kleinen Haus zur Ruhe kommen. Nach seiner Scheidung, in seinem schwierigen Verhältnis zum Vater will der freiberuflich arbeitende Werbefachmann mit seinen beiden Kindern eine schöne Zeit genießen. Doch von Beginn an steht dieses Unternehmen unter schlechten Vorzeichen, Seine Tochter liegt schwer erkrankt im Krankenhaus, auf der Anreise mit seinem Sohn geschieht ein, zum Glück glimpflich, verlaufender Unfall. Zudem zwingt ihn ein Brandanschlag auf das Haus seines Vaters, diesen zu sich zu nehmen.

Ob die blutrote Gesteinsschicht im Steinbruch, von den Einwohnern „Blutstein“ genannt und in den Legenden mit einer Vielzahl von Bluttaten versehen, hier bereits ihre Schatten voraus wirft? Dazu würde die Innenwelt von Vendela Larson passen. Die Frau jenes Mannes, der den Unfall verursacht hat und direkte Nachbarin von Per. Sie stammt von der Insel und verliert sich mehr und mehr und weiter in ihren Kindheitsvisionen von Elfen und Trollen.

Bis sich am Ende des Buches herausstellt, wer genau jene Elfen und Trolle sind, die Vendela seit ihrer Kindheit vor Augen stehen, wer den Brandanschlag auf Pers Vater Jerry verübt hat und diesen zu guter Letzt gar ermordet hat, bevor klar wird, wieso Per Mörner im Prolog bereits mit Benzin übergossenen einem brennenden Streichholz gegenüber steht, bevor dies alles klar wird vergeht gefühlt viel Zeit auf gut 440 Seiten.

Platz und Zeit, die Johan Theorin nutzt, um ein intensives Psychogramm seiner Figuren im Rahmen der gegenwärtigen und vergangenen Ereignisse zu gestalten, das in seinen Feinheiten durchaus intensiv beobachtet und in sich geschlossen späterhin vorliegt. Dies siedelt er neben dem roten Faden des Kriminalromanes an, in dem sich Per Mörner als Privatermittler an der Aufklärung der Anschläge auf seinen Vater hin versucht. Eine Ermittlung, die in tief in die dunkle Vergangenheit der schwedischen Pornoindustrie führt. Eine Vergangenheit, die immer wieder Querverbindungen und Ursprünge auf Öland aufzeigt.

Die Geschichte selber ist durchaus logisch konstruiert und gefällig erzählt, die Innenschau der Figuren allerdings zeigt doch hier und da erhebliche Längen und Wirrnis auf. Momente des Buches, die nach einer Weile hier und da durchaus langweilen und den Spannungsbogen mehr unterbrechen denn dass sie ihn befördern.

Dass all diese Geschichten und inneren Erlebnisse, gerade die um Elfen und Trolle herum, für die Auflösung des Falles von Bedeutung sind, das erschließt sich erst zum Ende des Buches hin. Geduld also muss man als Leser durchaus mitbringen und auch die Kraft, einige Passagen des Buches zunächst einfach zu überstehen, bevor deren Sinn im Gesamtkontext klarer wird.

Spannend im eigentlichen Sinne ist die Geschichte nur an wenigen Orten im Buch, zum Ende hin allerdings durchaus um so mehr, was aber nicht völlig für manche Längen entschuldigt.

Intensive Figuren, verwickelte Verhältnisse untereinander aus der Vergangenheit, mythische Anklänge und eine handfeste Auflösung zum Schluss machen das Buch dennoch lesenswert.


Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon.


hier klicken, um dieses buch selbst zu rezensieren!

3 weitere Stimmen zum Buch

1

bewertung von Caro1893:

Eine idyllische Insel, eine geheimnisvolle Vergangenheit und ein Unbekannter der Rache übt.



Zum Inhalt:

"Blutstein" erzählt mehrere einzelne Geschichten, die am Ende alle zusammenlaufen. Zuerst einmal wird die Geschichte vom alten Gerlof erzählt. Dieser möchte nicht mehr im Altersheim wohnen, sondern unbedingt wieder nach Hause. Daheim findet er die Tagebücher seiner Frau, die schon vor langer Zeit gestorben ist, und beginnt darin zu lesen. Er erfährt Dinge, die er eigentlich gar nicht wissen wollte und schämt sich immer mehr, dass er in der Vergangenheit gräbt. Man könnte meinen, dass der alte Gerlof nur eine Randrolle einnimmt, aber gegen Ende übernimmt er noch einmal eine wichtige Aufgabe.



Währenddessen begegnet uns Per Mörner. Per Mörner ist geschieden und hat zwei Kinder - Zwillinge. Seine Tochter liegt schwer krank im Krankenhaus, sein Sohn wohnt die meiste Zeit bei der Mutter. Per Mörner wohnt währenddesssen ganz allein auf der Insel Öland und fühlt sich nicht selten sehr einsam. Als dann sein ungeliebter Vater, Jerry Morner bei ihm auftaucht, wird einiges durcheinander gewirbelt. Morner hat eine schmutzige Vergangenheit, die ihn nicht loszulassen scheint. Per Mörner beginnt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und fördert immer mehr unangenehme Details zutage.



Am Rande der Geschichte taucht auch noch die verträumte Vendela auf. Diese wohnt auch, wie alle anderen auf der Insel Öland, zusammen mit ihrem Mann und ihrem kranken Hund. Schon einmal, nämlich als Kind, wohnte Vendela dort, hat aber keine schönen Erinnerungen an diese Zeit. Das Einzige was ihr geblieben ist, ist ihr Glaube an die Elfen, die den Menschen in jeder Situtation helfen, wenn man nur ein kleines Opfer dalässt und genug darum bittet. Schon als Kind scheint das bei ihr auf unheimliche Weise funktioniert zu haben.



Laufen die Geschichten am Anfang noch alle nebeneinander her, treffen die Personen nach und nach aufeinander und ihre Geschichten verknüpfen sich.



Meine Meinung:

Mir hat "Blutstein" sehr gut gefallen. Es war mein erstes Buch von Theorin, obwohl das glaube ich schon seit drittes ist. Schon im Prolog gibt es einen Paukenschlag, man möchte unbedingt wissen wie es zu dieser Situation kam und wie diese ausgeht. Danach "plätschert" die Geschichte ein bisschen dahin, was mich eigentlich nicht sonderlich gestört hat, da man die ganze Zeit eine unterschwelllige Spannung spürt. Ich hatte das Gefühlt, dass man immer ein bisschen in Sicherheit gewiegt werden soll. Sobald man sich damit abgefunden hatte, dass gerade nicht so viel passiert, kommt der nächste Paukenschlag. "Blutstein" ist vielleicht auch kein Krimi im eigentlichen Sinn. Wer erwartet, dass hier die ganze Zeit Spannung herrscht, könnte vielleicht auch enttäuscht werden. Manchmal tritt die Krimihandlung, wie schon gesagt eben in den Hintergrund und man erfährt einiges aus dem Privatleben der Figuren. Mich hat das nicht gestört, so versteht man wenigstens, warum die Personen so sind wie sie sind und was sie dazu gemacht hat. Ich finde es schön, dass die Vergangenheit der Protagonisten beleuchtet wird, macht das doch die Figuren lebendiger und greifbarer. Auch, dass sie nicht immer Erfolg haben und auch bei ihnen mal etwas schief geht wirkt ehrlich und realistisch. Denn bei wem klappt schon alles?



Auch die Sagengestalten, die Elfen und die Trolle, fande ich sehr schön in die Geschichte eingebunden. Immer wieder gibt es eine Rückblende zu Vendelas Kindheit, in der sie scheinbar viele Begegnungen mit den Elfen hatte. Die Verknüpfungen der einzelnen Geschichten sind gut gelungen und verständlich. Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut, ich habe das Buch praktisch in einem Rutsch durchgelesen. Auch die etwas düstere Atmospähre von Öland fande ich sehr gelungen und passend.



Das Ende ist vielleicht ein kleines bisschen "too much", wenn man es mit dem Verlauf der Geschichte vergleicht. Ein bisschen weniger Feuer hätte genügt. Trotzdem finde ich das Ende sehr schön gewählt und freue mich über den Ausgang der Geschichte. Zum Glück habe ich hier noch einen Krimi von Theorin stehen, so kann ich bald wieder in die Welt von "Öland" abtauchen.



Fazit:

Ein spannender Krimi, für alle die nicht andauernd blutige Action brauchen und gerne Schwedenkrimis lesen.

verfasst am 07.02.2011

Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon.

nach oben

2

bewertung von anyways:

Vier Häuser stehen rund um den Steinbruch in Stenvik, einem kleinen Fischerdorf. Zwei alteHäuschen und zwei schöne neue Villen, die erst kürzlich bezugsfertig wurden.

Das alte Fischerdorf beherbergt, außer in den Sommermonaten, nur wenige Einheimische.

Gerlof, ein über 80 jähriger, ist einer von ihnen. Er ist im Frühjahr Hals über Kopf aus seinem Altersheim, in der bangen Erkenntnis den baldigen Tod zu erleiden, sollte er noch länger dort verweilen, in sein altes Haus am Steinbruch geflohen. Zur selben Zeit beziehen die Villenbesitzer Max und Vendela, er ein gefeierter Autor, sie seine Ehefrau und eigentliche Verfasserin seiner Bücher, ihr Heim ebenso wie das junge Ehepaar Kurdin mit Baby. Auch das letzte Häuschen bekommt im Frühjahr wieder Bewohner. Per Mörner, geschieden, zieht mit seinen 13 jährigen Zwillingen und seinem Vater, einem senilen alten Pornoproduzenten ein. Nach einem Schlaganfall ist es um dessen Gesundheit nicht gut bestellt Per kümmert sich ein wenig um ihn. Die Wege der neuen Steinbruchbewohner haben sich früher alle schon einmal gekreuzt und die daraus entstandenen Konflikte brechen jetzt, viele Jahre später ausgelöst durch das Nachbarschaftsfest von Vendela wieder aus, mit drastischen Folgen.

Johan Theorins Buch fasziniert mich auf besondere Weise, er verstrickt Elemente und Geschichten aus der Sagenwelt Skandinaviens geschickt mit mörderischer Spannung, gekonnten Szenewechseln und einem gut und glaubhaft dargestellten Sohn-Vater-Konflikt.

Der Aberglauben der Dorfbevölkerung und die weltoffene Abgeklärtheit der Sommergäste prallen aufeinander, das gibt dem Krimi zusätzlich Raum zu Entladungen. Denn was sonst könnte der Blutstein sein? Das Blut eines Trolls oder doch nur Eisenoxid in der Steinschicht?

verfasst am 04.02.2011

Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon.

nach oben

3

bewertung von Caro1893:

Eine idyllische Insel, eine geheimnisvolle Vergangenheit und ein Unbekannter der Rache übt.

Zum Inhalt: "Blutstein" erzählt mehrere einzelne Geschichten, die am Ende alle zusammenlaufen. Zuerst einmal wird die Geschichte vom alten Gerlof erzählt. Dieser möchte nicht mehr im Altersheim wohnen, sondern unbedingt wieder nach Hause. Daheim findet er die Tagebücher seiner Frau, die schon vor langer Zeit gestorben ist, und beginnt darin zu lesen. Er erfährt Dinge, die er eigentlich gar nicht wissen wollte und schämt sich immer mehr, dass er in der Vergangenheit gräbt. Man könnte meinen, dass der alte Gerlof nur eine Randrolle einnimmt, aber gegen Ende übernimmt er noch einmal eine wichtige Aufgabe.

Währenddessen begegnet uns Per Mörner. Per Mörner ist geschieden und hat zwei Kinder - Zwillinge. Seine Tochter liegt schwer krank im Krankenhaus, sein Sohn wohnt die meiste Zeit bei der Mutter. Per Mörner wohnt währenddesssen ganz allein auf der Insel Öland und fühlt sich nicht selten sehr einsam. Als dann sein ungeliebter Vater, Jerry Morner bei ihm auftaucht, wird einiges durcheinander gewirbelt. Morner hat eine schmutzige Vergangenheit, die ihn nicht loszulassen scheint. Per Mörner beginnt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und fördert immer mehr unangenehme Details zutage.

Am Rande der Geschichte taucht auch noch die verträumte Vendela auf. Diese wohnt auch, wie alle anderen auf der Insel Öland, zusammen mit ihrem Mann und ihrem kranken Hund. Schon einmal, nämlich als Kind, wohnte Vendela dort, hat aber keine schönen Erinnerungen an diese Zeit. Das Einzige was ihr geblieben ist, ist ihr Glaube an die Elfen, die den Menschen in jeder Situtation helfen, wenn man nur ein kleines Opfer dalässt und genug darum bittet. Schon als Kind scheint das bei ihr auf unheimliche Weise funktioniert zu haben.

Laufen die Geschichten am Anfang noch alle nebeneinander her, treffen die Personen nach und nach aufeinander und ihre Geschichten verknüpfen sich.

Meine Meinung:

Mir hat "Blutstein" sehr gut gefallen. Es war mein erstes Buch von Theorin, obwohl das glaube ich schon seit drittes ist. Schon im Prolog gibt es einen Paukenschlag, man möchte unbedingt wissen wie es zu dieser Situation kam und wie diese ausgeht. Danach "plätschert" die Geschichte ein bisschen dahin, was mich eigentlich nicht sonderlich gestört hat, da man die ganze Zeit eine unterschwelllige Spannung spürt. Ich hatte das Gefühlt, dass man immer ein bisschen in Sicherheit gewiegt werden soll. Sobald man sich damit abgefunden hatte, dass gerade nicht so viel passiert, kommt der nächste Paukenschlag. "Blutstein" ist vielleicht auch kein Krimi im eigentlichen Sinn. Wer erwartet, dass hier die ganze Zeit Spannung herrscht, könnte vielleicht auch enttäuscht werden. Manchmal tritt die Krimihandlung, wie schon gesagt eben in den Hintergrund und man erfährt einiges aus dem Privatleben der Figuren. Mich hat das nicht gestört, so versteht man wenigstens, warum die Personen so sind wie sie sind und was sie dazu gemacht hat. Ich finde es schön, dass die Vergangenheit der Protagonisten beleuchtet wird, macht das doch die Figuren lebendiger und greifbarer. Auch, dass sie nicht immer Erfolg haben und auch bei ihnen mal etwas schief geht wirkt ehrlich und realistisch. Denn bei wem klappt schon alles?

Auch die Sagengestalten, die Elfen und die Trolle, fande ich sehr schön in die Geschichte eingebunden. Immer wieder gibt es eine Rückblende zu Vendelas Kindheit, in der sie scheinbar viele Begegnungen mit den Elfen hatte. Die Verknüpfungen der einzelnen Geschichten sind gut gelungen und verständlich. Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut, ich habe das Buch praktisch in einem Rutsch durchgelesen. Auch die etwas düstere Atmospähre von Öland fande ich sehr gelungen und passend.

Das Ende ist vielleicht ein kleines bisschen "too much", wenn man es mit dem Verlauf der Geschichte vergleicht. Ein bisschen weniger Feuer hätte genügt. Trotzdem finde ich das Ende sehr schön gewählt und freue mich über den Ausgang der Geschichte. Zum Glück habe ich hier noch einen Krimi von Theorin stehen, so kann ich bald wieder in die Welt von "Öland" abtauchen.

Fazit: Ein spannender Krimi, für alle die nicht andauernd blutige Action brauchen und gerne Schwedenkrimis lesen.

verfasst am 07.02.2011

Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon.

nach oben

weitere rezensionen suchen buch ebenfalls rezensieren

Des Königs General

Geschrieben am: 11.02.2004

Rezensent: LeseratteADMIN

von Daphne du Maurier

Die Autorin hat ja bekanntlich ein Faible für historische Stoffe. So spielt auch dieses Buch in Britanniens bewegter Vergangenheit, nämlich zur Zeit des Bürgerkriegs, als die Königstreuen gegen die rebellischen Parlamentarier und Cromwell kämpfen. Erzählt wird die Gesc ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere zufallsrezensionen

Ich, mein Vater und die Frau seines Lebens

Geschrieben am: 17.08.2013

Rezensent: kvel

Tom ist ein eher ängstlicher Typ. Seinem Sohn Paul dagegen ist keine Herausforderung zu groß. Nun ist eine neue Nachbarin eingezogen: die taffe Majorina. Sie hat außerdem eine neue Fernseh-Show initiiert, in der der Mutigste gewinnt. Nun ist der Plan, dass Tom diese Show gewinnen und somit das Herz ... » weiterlesen.

kommentare (2)

weitere beliebte rezensionen

Mein bist du

Geschrieben am: 21.07.2014

Rezensent: kvel

Ein spannender Thriller.

Sean Corrigan ist Detective Inspector. Ein junger Mann wurde ermordet aufgefunden. Und der Inspector ermittelt. Nach und nach zieht die Untersuchung weitere Kreise.

Ein "kaputter" Ermittler ist zwar nichts Neues im Thriller-Genre, dennoch wirkt die Erklärung se ... » weiterlesen.

kommentare (0)

weitere neue rezensionen