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Die Stille nach dem Schrei

autor

Sammer, Isolde

gesamtwertung: 2/5

verlag

rororo

jahr

2010

3 bewertungen

isbn

3499253704

1195 x gelesen

genre

Thriller

kommentare (2)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 22.12.2010 von ThrillerKiller

Irenes leben verändert sich schlagartig als ihr Stiefsohn Martin ihren leiblichen Sohn Jonas ermordet, weil dieser angeblich einen anderen Jungen auf brutale Weise ermordet haben soll. Irene ist sich ganz sicher, dass Jonas niemals etwas derart abscheuliches tun könnte und verdächtigt ihren Stiefsohn sowohl den Jungen als auch seinen Halbbruder ermordet zu haben. Die Polizei ermittelt unter der Leitung von Hanno Schneider und Martin wird von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Das Gericht verurteilt ihn allerdings nicht wegen der Morde sondern nur wegen Körperverletzung mit Todesfolge und die Strafe war bereits mit der Untersuchungshaft abgegolten. Martin war also wieder frei und ob es Irene gefiel oder nicht, er würde wieder bei ihr einziehen. Doch ist Martin unschuldig? Hat Jonas die schreckliche Tat in der Scheune begangen? Und stimmt es, dass Martins Vater ihn jahrelang missbraucht hat? Irene beginnt Martin beschatten zu lassen, vor allem nachdem dieser eine Freundin findet. Hanno Schneider hilft ihr dabei, doch die beiden haben keine Ahnung mit welcher Art Mensch sie es zu tun haben!

Der Klappentext des Buches gibt nicht viel her und auch die Geschichte an sich ist bis auf wenige Highlights recht unspektakulär. Hätte ich das Buch im Buchladen stehen sehen, hätte ich es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gekauft. Dabei ist es überhaupt nicht so schlecht wie man Anfangs meinen könnte. Es ist eben einfach nur anders. Das Buch bedient sich einiger Themen die in unserer Gesellschaft meist tabu sind. Da ist der Missbrauch von Kindern, Pädophilen-Chats im Internet und das Thema Homosexualität. Isolde Sammer versucht dabei die Themen auch von der Seite der Täter zu beleuchten, versucht sich in deren Situation zu versetzen. Das ganze ist reichlich unheimlich, stellt man sich vor, dass es Menschen gibt für die Sex mit Minderjährigen etwas gutes ist, die argumentieren, dass Eltern ihre Minderjährigen Kinder in die Sexualität einführen sollten, weil sie ihre Schützlinge doch viel besser kennen und ihnen so unliebsame Erfahrungen nehmen könnten. Eine absolut abscheuliche Argumentation und Rechtfertigung für Pädophilie, allerdings halte ich es durchaus für sogar sehr wahrscheinlich, dass Menschen die so etwas tun genau so denken.

Doch zurück zum Buch. Was Isolde Sammer hier schreibt ist glücklicherweise keine detaillierte Beschreibung pädophiler Taten. Sie beschreibt eher den Weg und die Möglichkeiten, die sich Pädophilen bietet, um an ihre Opfer heranzukommen. Sie schreibt das ganze aus verschiedenen Sichtweisen, wobei es sich im Kern um den Bericht von Tina dreht, der Freundin von Martin, nachdem dieser aus dem Gefängnis kommt. Sie schreibt einen Brief an den Polizisten Hanno Schneider in dem sie ihm erklärt was alles zwischen ihr und Martin vorgefallen ist, wie es zu allem kam und welche Rolle sie dabei gespielt hat. Eine sehr interessante Art und Weise Spannung aufzubauen, denn am Anfang weiß man zwar, dass da am Ende des Buches irgend etwas erschütterndes kommt, aber man weiß nicht was. Gewalt gibt es im Buch kaum. Ganz am Anfang wird ziemlich detailliert auf die Tat in der Scheune eingegangen, aber sonst dreht sich das Buch eher um Martins Entwicklung, die Beziehung zwischen Tina und Martin und die Bemühungen von Irene und Hanno Martin zu stoppen.

Für meinen Geschmack eine Spur zu oberflächlich, eine Spur zu “lasch”. Zu wenig um mir das Gefühl zu geben, dass ich jetzt unbedingt weiterlesen muss. Trotzdem ist das Buch nicht schlecht und bekommt von mir deshalb 3/5 Sternen.


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2 weitere Stimmen zum Buch

1

bewertung von coffee2go:

Kurze Inhaltszusammenfassung:

Irene lebt in einem Albtraum: Ihr 19jähriger Stiefsohn Martin tötet ihren Sohn Jonas im Effekt, doch Irene zweifelt sehr an seiner Unschuld. Irene möchte dies beweisen und ist auch dann noch von seiner Schuld überzeugt, als ihr Stiefsohn behauptet von seinem Vater missbraucht worden zu sein. Irene begleitet selbst die Aufrollung des Falles gemeinsam mit Kommissar Schneider.

Meine Meinung zum Buch:

Ziemlich am Anfang des Buches hatte ich leichte Schwierigkeiten mich in die einzelnen Charaktere hineinzulesen, da bis auf Tina, die Charaktere erst nach und nach genauer beschrieben wurden. Gut gefallen hat mir der Wechsel der Erzählperspektiven, vor allem die Sichtweise von Tina hat mich sehr berührt: Tina, die hin- und hergerissen war zwischen der Liebe zu ihrem kleinen Bruder und der Verehrung von Martin, für den sie fast alles zu tun bereit und dem sie gehörig war. Was im Laufe des Buches passieren wird, war eigentlich aufgrund der Inhaltsangabe und aufgrund der ersten Seiten im Buch schon relativ klar, trotzdem konnte die Spannung aufrecht erhalten werden.

Cover und Titel:

Das Cover mit dem Auge darauf, in dem eine Spiegelung abgebildet ist finde ich sehr ansprechend und originell gestaltet und auch der Titel ist stimmig mit dem Inhalt des Buches.

Fazit:

Ein äußerst gelungener Psychothriller, vor allem für ein Erstlingswerk erstaunlich ausgefeilte Ideen.

verfasst am 16.02.2011

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2

bewertung von bookorpc:

Der erste Roman, Die Stille nach dem Schrei, der Drehbuchautorin Isolde Sammer hat mich total begeistert.

Inhalt: Jonas und Joey sind tot, aber wer ist dafür verantwortlich? Martin, der Halbbruder von Jonas wird wegen Totschlags an ihm verurteilt. Er behauptet Jonas habe Joey getötet und er hätte ihn nicht mehr aufhalten können. Des weiteren beschuldigt er seinen Vater ihn missbraucht zu haben. Irenes Welt wird durch die Aussagen ihres Stiefsohnes Martins in ihren Grundfesten zerstört. Sind die Anschuldigung wahr? Sie glaubt es nicht und auch Hanno Schneider, der Ermittler im Fall Scheune hat trotz des Urteils seine Zweifel. Daran ändert sich auch nicht als Martin eine Freundin, Tina hat. Eher steigt dadurch die Angst vor weiteren Taten.

Meine Meinung: Eine spannender Thriller auf seine eigene Art. Täter und Tathergang sind eigentlich ab der ersten Seite klar. Aber die Ausmaße von Martins perversen Neigungen kaum erahnbar bzw. vorstellbar. Man liest im Buch die verschiedenen Sichten: Martin, Irene, Hanno und Tinas Aufzeichnungen an Hanno Schneider für ihren Bruder Benny. Dadurch werden manche Ereignisse doppelt, aber aus verschiedenen Perspektiven erläutert. Auch Gudrun, Martins Oma gibt Erinnerungen preis. Dadurch ergibt sich eine Menge an Informationen, die nicht dazu dienen, den Täter zu überführen sondern sein weiteres Vorgehen zu erahnen bzw. seine Tat zu begründen. Der Schreibstil hat mich gefesselt aufgrund der Vielfältigkeit der Charakter und die Art wie sie umgesetzt werden. Zum Beispiel fand ich Tinas Aufzeichnungen sehr jugendlich. Kommentare wie ” Fand ich total süß von ihm.” weil Martin keine Horrorfilme anschaut, da Tina diese nicht mag; geben ihrem Part, die Leichtigkeit und Naivität, die es braucht um zu verstehen, wieso sie immer tiefer in die Sache rutschte. Martins Part ist voller Provokation, die mich während des Lesens wütend machte.

Fazit: Wer gerne den Täter ermittelt und Hypothesen aufstellt über den Tathergang, der könnte von diesem Buch enttäuscht werden. Wenn man aber Interesse an den Abgründen menschlicher Psyche hat, sollte man es lesen, vielleicht sind einige Details übertrieben, aber leider vieles real, dafür muss man nur die Zeitung aufschlagen….

verfasst am 12.03.2011

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