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Der Pfahlmörder

autor

Kühne, Hans-Jörg

gesamtwertung: 5/5

verlag

Pendragon Verlag

jahr

2010

1 bewertung

isbn

3865321917

1921 x gelesen

genre

Thriller

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 12.11.2010 von Florian Hilleberg

Tatort Bielefeld. Hauptkommissar Thomas Kuss und sein Assistent Oliver Kirchner werden zu einem grauenhaften Mordfall hinzugezogen. Ein Zahnarzt wurde ein ganzes Wochenende über in seiner Praxis zu Tode gefoltert. Wer ist zu so einer schrecklichen Tat fähig? Der Geliebte der russischen Frau des Opfers? Kurz darauf wird in einer Kirche ein verwester Leichnam gefunden, dem man drei Finger der rechten Hand abgehackt hat. Der Tote wurde so arrangiert, wie der Papst Formusus, dem im Jahr 897 posthum der Prozess gemacht wurde. Noch glauben Thomas Kuss und Oliver Kirchner nicht an einen Zusammenhang mit dem blutigen Mord an dem Dentisten. Aber dann wird ein weiterer Mann bestialisch getötet. Gefoltert und gepfählt! Das Sterben wurde über Tage in die Länge gezogen. Welcher Mensch ist zu einem derartigen Hass fähig? Thomas Kuss, Leiter der Sonderkommission, steht vor einem scheinbar unlösbaren Rätsel. Und sein junges, unerfahrenes Team ist mit den Hinweisen des Serienkillers völlig überfordert, der mit seinen Morden noch lange nicht am Ende ist …

Hans-Jörg Kühne, gebürtiger Bielefelder, hat bislang einige Krimikurzgeschichten für den Pendragon Verlag geschrieben und damit bereits sein schriftstellerisches Talent unter Beweis gestellt. „Der Pfahlmörder“ ist sein erster Roman und bereits ein Volltreffer in Punkto Stil und Handlungsablauf. Die Morde, obwohl nie aus der Perspektive des Täters oder gar des Opfers geschildert, sind nichts für schwache Nerven und Paradebeispiele für die menschliche Grausamkeit. Für den studierten Historiker ist eine gewissenhafte Recherche Ehrensache und die düsteren Vorlagen für die Morde sind allesamt geschichtlich belegt. Neben den Bluttaten ist es aber vor allen Dingen das Ermittlerteam, bestehend aus Thomas Kuss und Oliver Kirchner, die das Herzstück des Romans bilden. Die Protagonisten sind keine gesellschaftstauglichen Vorzeigepolizisten aus dem Vorabendprogramm, sondern Menschen mit Ecken, Kanten, Schwächen und Stärken. Insbesondere der eigenbrötlerische Sonderling Thomas Kuss wirkt dadurch sehr authentisch und trotz seiner offenkundigen Charakterschwächen äußerst sympathisch. Darüber hinaus ist das Romandebüt des Autors Kühne ein echter Krimi zum miträtseln, bei dem es im Text sogar den einen oder anderen Hinweis auf den Täter gibt, wenn man aufmerksam der Handlung folgt. Das Setting, nebst alltäglicher Polizeipolitik wurde, soweit man es beurteilen kann, wirklichkeitsgetreu dargestellt und so ganz nebenbei erfährt man sogar Wissenswertes und Erschreckendes über Serienmörder, speziell in Deutschland. Abgerundet wird das packende Lesevergnügen durch ein überraschendes und beinahe schon zynisches Ende, das geradezu nach einer Fortsetzung schreit. Der Vergleich mit den Filmen von Quentin Tarantino auf Seite 2 hinkt zwar, doch der Klappentext behält mit jedem Wort recht:
(…) ein überzeugendes und rasantes Krimi-Debüt (…)
Für Liebhaber durchdachter Serienkiller-Romane ist „Der Pfahlmörder“ jedenfalls Pflichtlektüre.

Aufmachung und Gestaltung des Romans sind wunderbar treffend und minimalistisch. Satzspiegel, Lektorat und Papierqualität sind absolut hochwertig und jeden Cent wert.

Fazit:
Ein Krimi mit Gänsehautgarantie. Packend, beklemmend und von enormer atmosphärischer Dichte. Hinzu kommt ein Ermittlerteam, das gewiss nicht alltäglich, dafür aber umso sympathischer ist.


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