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Das tödliche Geschlecht

autor

Oliveri, Michael

gesamtwertung: 2/5

verlag

Otherworld

jahr

2008

1 bewertung

isbn

3902607068

1012 x gelesen

genre

Horror

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 12.10.2010 von Florian Hilleberg

Tim Wilder wurde von seiner Frau betrogen und besitzt nach der Scheidung nichts weiter, als seinen alten Camaro und etwas Geld. Auf dem Weg ins Nirgendwo kommt Tim in dem kleinen Städtchen Rapture inmitten der Wüste vorbei, vor dem ihn ein alter Mann an einer verlassenen Tankstelle warnte. Doch Tim Wilder ist resigniert und müde und schlägt die Warnungen in den Wind. Bereits nach den ersten Stunden merkt er aber, dass in dem kleinen, verschlafen wirkenden Ort nichts alles mit rechten Dingen vorgeht. Die Stadt scheint in der Gewalt von herrschsüchtigen Frauen zu sein, die ihre Männer demütigen und quälen wo sie nur können. Während der Nacht in einem billigen Motel wird Tim Wilder verführt – und ausgeraubt. Mittellos und ohne Papiere nimmt ihn der Pfarrer von Rapture, Michael Tierney, bei sich auf. Doch da ist Tim bereits in das Visier der Hexen geraten, die den Neuankömmling für ihre finsteren Pläne missbrauchen wollen. Tim Wilder öffnet sich eine Welt des Schreckens, und er wähnt sich in einem Alptraum als er erfährt, wer hinter den dämonischen Frauen steht…

„Das tödliche Geschlecht“ ist der Debütroman des englischen Schriftstellers Michael Oliveri, und der Otherworld Verlag hat ein glückliches Händchen bewiesen, als er sich entschloss den Titel in sein Programm aufzunehmen. Oliveri schafft es bereits auf den ersten Seiten eine unheimliche Atmosphäre aufzubauen, in der die Bedrohung latent spürbar ist. Im weiteren Verlauf der Handlung wird die Gefahr unweigerlich konkreter und der Spannungsbogen steigt stetig an. Die Charaktere sind glaubhaft und sehr einfühlsam gezeichnet worden, und die Abgeschiedenheit des fiktiven Ortes Rapture sorgt für eine beklemmende Stimmung, wie sie häufig den Werken von Stephen King eigen ist. Michael Oliveri erweist sich als erstaunlich sattelfester und versierter Autor, der einen sehr prägnanten und minimalistischen Stil besitzt, der Langeweile gar nicht erst aufkommen lässt. Die Kürze der Kapitel tut ihr übriges, um den Roman zu einem echten Pageturner zu machen. Die deutsche Übersetzung von Michael Krug lässt keine Wünsche offen, lediglich einige orthographische Fehler trüben den Lesespaß, insbesondere dann wenn ganze Wörter fehlen. Schlussendlich wird der Leser aber durch die Handlung derart gefesselt, dass man über diese kleinen Fehler ruhigen Gewissens hinwegsehen kann. Tim Wilder ist ein sympathischer Protagonist, der Ecken und Kanten besitzt, und sich in einem wahren Alptraum wiederfindet, nachdem er dem Irrglauben verfallen ist, es könnte nach der Scheidung von seiner Frau nicht schlimmer kommen. Trotz der Tatsache, dass Tim als liebenswerter Looser eingeführt wird, entpuppt er sich später als echte Kämpfernatur, die, entgegen der scheinbaren Überlegenheit der Hexen und ihres dämonischen Meisters, nicht bereit ist aufzugeben. Auch wenn in dem Buch die Frauen größtenteils machthungrige Nymphomaninnen sind, bekommt man nicht den Eindruck, dass das Werk chauvinistisch oder gar frauenfeindlich ist. Immerhin zeigt sich, dass der unheilvolle Einfluss, wie so oft im Leben, von einigen wenigen Individuen ausgeht. Schriftstellerisches Geschick beweist Oliveri darüber hinaus auch bei der Beschreibung erotischer und gewalttätiger Szenen. Egal ob anregend oder blutig, der Autor findet immer den richtigen Weg, um den Leser bei der Stange zu halten.

Die Titelillustration von Claudia Flor ist ein stimmiger Blickfang, der den Roman angemessen präsentiert. Das Format ist genau richtig und erinnert an die englischen Taschenbücher, die den bequemen Transport in der Jackentasche unbeschadet überstehen. Der Umschlag ist weich und flexibel, so dass das Buch selbst nach mehrmaligem Lesen kaum Abnutzungserscheinungen aufweist. Auch bei der Papierqualität und beim Satzspiegel bleiben keine Wünsche offen; hier steht der Otherworld Verlag den Marktführern in nichts nach.

Fazit:
Temporeicher Unterhaltungsroman mit einem sympathischen Protagonisten. Das Grauen beginnt schleichend und steigert sich kontinuierlich, bis es in einem dramatischen Finale eskaliert. Ein Horror-Roman nicht nur für Männer.


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