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Der Träumler

autor

Rapkeve, Tiras

gesamtwertung: 5/5

verlag

Duncker u. H.

jahr

2004

1 bewertung

isbn

300012487X

2254 x gelesen

genre

Kinder- und Jugendbücher

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 18.04.2004 von Wilhelm Kaltenstadle

Ein kleiner Junge mit dem phantastischen Namen Roy Rapperpotz wird von Direktor Finlox in den Keller des Waisenhauses St. Jones verbannt, um sich dort von Morella, die man für eine Hexe hält, die Haare schneiden zu lassen. Lange tut sich überhaupt nichts im Keller, bis Morella kurz auftaucht und wieder verschwindet. Kater Racket ist es dann, der Roy zur magischen Schwelle des verbotenen Tores, einer Haßelnusshecke, bringt. Nach bestandener Prüfung dürfen Roy und Racket Traumania, das Land der Träume betreten, wo sie dann auch Romi aus der Wolkenstadt Wolkaran als Freundin gewinnen und zum Trio werden. Traumania ist ein ganz besonderes Land. Es ist ein Land, in welchem besonders die Kinder zu Hause sind. Traumania ist aber auch die eigentliche Heimat von Roy, aus welchem er durch die Katastrophe des „schwarzen Regens“ vertrieben worden und von seinen Eltern getrennt worden ist. Hier leben auch Tiere wie z.B. der Drache Dragon, welche in der Welt der dritten Dimension schon längst ausgestorben sind. Im Traumland sind auch materielle Gegenstände beseelt, z.B. die lustige kleine Wolke Schössel und die Traumlinse Lars. Eine große Bedeutung hat die Schule Rapperpotz in Schloss Rapperpotz. Hier lernen die Kinder mit anderen Kindern das richtige Träumeln, ein neues Wort, das Tiras Rapkeve geprägt und der deutschen Sprache geschenkt hat, und die richtigen Methoden, wie man anderen Menschen, wenn sie schlafen und träumen, gute Träume bringen kann. Ganz köstlich erzählt Rapkeve von den Werkzeugen, welche die Träumler brauchen, z.B. Traummantel, Konkel, Träumelsprüche und eine eigene Traumsprache „Hunduisch“. Die Kinder werden in verschiedenen Fächern ausgebildet und bestehen nach einer Reihe von spannend geschilderten Turbulenzen auch die Aufnahmeprüfung in der Schule Rapperpotz. In dieser idealen Welt von Traumania gibt es auch negative Lebewesen wie Greg Haport und seine Anhänger, welche nicht nur an der Schule Rapperpotz ihr Unwesen treiben, sondern auch den Menschen verbotene Träume bringen, z.B. Kap. 3 „Roy Rapperpotz und der Traum des Spartakus“. Die „Bösen“ und „Süchtigen“ in Traumania sind auch Opfer ihres Milieus und nicht zuletzt Geschädigte des „schwarzen Regens“, welcher die Existenz von Traumania bedroht. Der zweite Teil der Erzählung ist vor allem eine Auseinandersetzung zwischen dem Trio Rapperpotz, Racket, Romi sowie Greg Haport und Konsorten, aber auch ein verzweifelter Kampf gegen den „schwarzen Regen“ und gegen die Sucht, dargestellt am suchtkranken Jungen Winny (Kap. 49 „Roy und die magischen Eicheln“ und Folgekapitel). Es gehört zur Grundidee dieses Werkes, dass Rettung für Traumania nur von der Erde kommen kann. Die Erde steht hier nicht als Planet unter Planeten, sondern als der humane Mittelpunkt des Kosmos. Dieser Weg zur Erde ist aber mit großen Schwierigkeiten gepflastert. Am Kriegerfelsen der Wolkenstadt Wolkaran müssen die Kinder, zu denen auch der geheilte Winny gehört, den sieben Kriegern, welche für die sieben Planeten des Mittelalters und die sieben Farben des Regenbogens stehen, Fragen aus dem Leben berühmter Menschen, welche die Erde in besonderem Maße geprägt haben, beantworten. In der planetarischen Konzeption, welche sich hervorragend in die strikte Gesamtkonzeption der gesamten Erzählung einpasst, entfaltet Rapkeve ein wahres Feuer seiner humanistischen Weltanschauung. Mit Hilfe des Regenbogens finden die Kinder den Weg zur Erde und gehen der aufgehenden Sonne entgegen und glauben an den Sieg gegen den schwarzen Regen und damit auch an eine bessere Welt. Fazit: Rettung kommt von den Kindern und vom Glauben an eine bessere Erde! Große Klasse!


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