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Scarpetta Factor

autor

Cornwell, Patricia (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 2/5

verlag

Hoffmann und Campe

jahr

2010

1 bewertung

isbn

3455401732

810 x gelesen

genre

Thriller

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 05.10.2010 von Michael Lehmann-Pape

Spannung und menschliche Einblicke

Gerichtsmediziner haben kein leichtes Leben, vor allem nicht, wenn sie Kay Scarpetta heißen. Nicht nur, dass die Beziehung zum Ehemann hier und da knisternd unter Spannung steht (natürlich nicht zuletzt durch die Neigung von Kay, Tag und Nacht sich in einen Fall hinein zu knien), sondern vor allem natürlich durch das nie ruhende Verbrechen und die Unfähigkeit der Medizinerin, ausschließlich ihrer Pathologie nur nachzugehen.

Zum 17. Mal nun wird sie hineingezogen in die Ermittlungen um einen Mordfall, der, wie es in den Fällen der Kay Scarpetta gewohnt und üblich ist, lange nicht der einzige Mord im Buch bleiben wird. Der konkrete Mord war noch nicht einmal der Erste. Schon bald stellt sich heraus, dass ein Serienmörder am Werk ist und zumindest eine weitere Person vermisst wird.

Eine junge Frau wird in Joggingkleidung ermordet am Rande des New Yorker Central Parks aufgefunden. Ein Zeuge hatte beobachtet, dass die Frau vorher aus einem Taxi gestiegen war. Als weitere Morde geschehen, hat der Mörder seinen Namen. Der „Taxi Mörder“. Weihnachten wird in diesem Jahr in New York kein ungetrübtes Fest der Freude, soviel ist schon nach dem ersten Teil des Buches klar. Auch für Kay Scarpetta nicht, denn schon bald nach einem öffentlichen Auftritt meldet sich der Mörder per Post bei ihr. Kay Scarpetta steht auf seiner Liste und so beginnt ein Katz und Maus Spiel auf gut 570 Seiten, dass an Spannung, Intensität, Gefahr und eindrücklich geschilderter Gewalt wenig zu wünschen übrig lässt.

Zudem entwickelt Patricia Cornwell auch die persönliche Welt der Kay Scarpetta weiter. Im Rahmen ihrer Vertrauten, Ehemann Benton, Nichte Lucy und Officer Marino verknüpft Cornwell geschickt Fäden der Vergangenheit mit der weiteren Entwicklung ihrer Protagonisten im privaten Bereich. Jede der handelnden Personen wird auch im Innenerleben differenziert charakterisiert und erhält so fassbare Konturen.

Manches Mal vielleicht in zu weitschweifiger Weise, hier und da leidet der rote Faden und das Weiterführen des eigentlichen Falles an den breiten Schilderungen der Gedanken, Gefühle und der Beziehungen untereinander.

Dies aber bildet nur einen kleinen Wermutstropfen im gewohnt komplex aufgebauten neuen Fall von Kay Scarpetta, der in einem hervorragend konzipierten Finale seinen Abschluss findet und in der eigentlichen Geschichte bis zur letzten Seite zu fesseln vermag. Die breiter angelegte Erzählweise, die einerseits hier und da zu Langatmigkeiten führt, kommt im Gegenzug dafür der eigentlichen Geschichte der Jagd auf den Taxi Mörder zu gute. Denn auch die dort beteiligten Personen erhalten ein mehr Tiefe, das ihnen nicht schlecht bekommt.


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