Titel: Super Nova
Autor: Noir, Elea
Verlag: TayraNyx
Jahr: 2010
ISBN: 3981349407
Genre: Fantasy & Science Fiction


Gesamtwertung:

1 Bewertung
59 mal gelesen
Super Nova
Noir, Elea29.07.2010
rezensiert von: AiyanaWertung: 4 Sterne

Inhalt
Bereits seit ihrer Kindheit wacht die 19jährige Stella immer wieder mit starken Verletzungen auf, für dessen Ursache es aber keine Erklärung zu geben scheint. Beherrscht von einer panischen Angst vor Ärzten weicht sie seit Jahren Untersuchungen aus und versucht ihre Blessuren nicht ihr Leben beherrschen zu lassen.
In ihrem jungen Leben hat das Schicksal schon einige Male hart zugeschlagen und aus dessen Folgen macht Stella das Beste. Sie kümmert sich um ihre Mutter, die nach dem Verschwinden ihrer kleinen Tochter Tessa nie wieder ein Wort gesprochen hat und sorgt sich um den Haushalt. Neben all der Verantwortung, die auf ihren Schultern lastet, lebt Stella jedoch ein ganz normales Leben. Ihre große Leidenschaft sind Kinder und so hat sie sich dazu entschieden, eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Tommy besucht sie täglich die Berufsschule und, so oft es ihre Zeit erlaubt, auch das Kinderheim, wo sie ihr Herz an den kleinen Piri und den aufgeweckten Sascha verloren hat.
Am Valentinstag will Stella auf Grund ihrer neusten Verletzungen eigentlich nur noch Ruhe, als Raina sie mit ihrer Partyplanung für den Abend überfällt. Sie ist seit ihrer Kindheit Stellas beste Freundin, so etwas wie eine Schwester und so kann sie zu der Feier auch nicht Nein sagen, obwohl ihr eigentlich gar nicht die Lust danach steht. Ganz im Motto von Tausendundeine Nacht macht sich Stella, die normalerweise praktische Kleidung bevorzugt, auf den Weg zum Pavillon neben ihrem Cottage und erntet für ihr Kostüm ungewohnte Blicke. Bereits nach kurzer Zeit möchte sie sich wieder verabschieden, weil ihre Verletzungen ihr den Abend beinahe unerträglich machen, als Raina mit einem unbekannten jungen Mann auftaucht und ihre Schmerzen plötzlich verschwinden. Wie sich herausstellt ist Shiva der neue Praktikant in der Kanzlei von Rainas Vater Torben und während Stella eine unerklärliche Angst verspürt und sich zugleich zu ihm hingezogen fühlt, benehmen sich ihre Freundinnen reichlich seltsam. Unentwegt bemerkt sie seine Blicke auf ihr ruhen, nimmt wahr, wie sie sie förmlich zu durchleuchten scheinen und flüchtet schließlich nach Hause.
Bereits 2 Tage später läuft ihr Shiva erneut über den Weg und nach einem Blick in seine Augen scheint die Welt um Stella herum ganz zu verschwinden, sie verliert jedes Zeitgefühl und sogar beinahe ihr Bewusstsein. Auch in der Nacht lässt Shiva Stella nicht los und so begegnet sie ihm in einem ihrer Albträume, wo er ihre Hand hält und ihr beruhigend zuredet. Nachdem Raina ihr am folgenden Tag erzählt, Shiva sei in der Nacht bei Stella im Cottage gewesen und weiteren merkwürdigen Vorkommnissen, für die weder Raina noch Stella eine logische Erklärung haben, sucht sie den Tierpfleger Dog auf, der mehr über sie und auch über Shiva zu wissen scheint. Als sie von ihm erfährt, dass der Mann, an den sie mittlerweile ungewollt ihr Herz verloren hat, nicht von dieser Welt ist, beginnt für Stella ein Albtraum, wie sie ihn noch nie zuvor durchlebt hat..


Anmerkung zum Buch
Vampire, Werwölfe, Feen, Kobolde, Magier, gefallene Engel und noch einige andere Wesen stehen bereits seit einiger Zeit ganz oben auf der Beliebtheitsskala in der Bücherwelt und das zu Recht, denn immerhin entführen sie uns regelmäßig in aufregende, neue Welten. „Super Nova“ bietet weder das Eine, noch das andere oben genannte Wesen und doch weiß es zu verzaubern.

Die Grundthematik des Buches dürfte vielen bereits bekannt sein. Ein Universum, in dem wir nicht alleine sind, Experimente und Entführungen – das ist der Stoff, aus dem Filme gemacht sind und das ist auch der Stoff, mit dem wir in „Super Nova“, einer mystischen Fantasy Romanze, konfrontiert werden.

Der Schreibstil der Autorin ist keine schwere Kost, sondern einfach und flüssig. Dies trägt dazu bei, dass die Geschichte, welche von der 19jährigen Stella wiedergegeben wird, weder unnatürlich noch aufgesetzt wirkt. Allerdings haben sich in den Text ein paar kleine Grammatik- und auch Zeichensetzungsfehler geschlichen, die man zwar gut überlesen konnte, sobald man in der Geschichte drin war, aber nichtsdestotrotz ärgerlich sind.

Stella ist ein Charakter, der sowohl durch Stärke, als auch durch ihre Gefühle besticht. Sie ist die liebevolle und verantwortungsbewusste Tochter, die treue Freundin, die Tapfere, die alle Qualen stillschweigend erträgt, das kluge Mädchen mit einem großen Herzen für Kinder und zugleich eine junge Frau, die Angst vor der Liebe hat und ihren Gefühlen dennoch nicht entkommen kann. Sie ist eine Person, die authentisch ist und mit der man sich gut identifizieren kann, denn auch wenn die Geschichte so nicht in der Realität zu finden wäre, gibt es genug Ereignisse um Stella herum, dessen Situationen und Konsequenzen selbst in unserer Welt nicht unnormal sind.
Ihr männliches Gegenstück, Shiva, ist mein ganz persönliches Highlight in diesem Buch. Während ich ihn zuerst recht seltsam fand und nicht genau wusste, was ich mit ihm anfangen soll, änderte sich das im Laufe der Handlung. Man lernt ihn als distanziert, wortkarg und gefühlskalt kennen und als man die Hoffnung schon fast aufgegeben hat, noch einen Bezug zu ihm zu finden, wird er ganz langsam greifbarer, menschlicher und sogar sehr amüsant. Gegen seinen Willen wird er in das Leben der Erdlinge eingeführt und das führt unweigerlich zu ein paar kleinen Lachern. Das Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht“ würde hier wunderbar passen und genau diese Situationen haben ihn für mich so liebenswert und besonders gemacht.
Aber auch die Nebencharaktere Raina, Tommy, Susi, Sascha, Torben und Dog sind nicht zu verachten, denn sie alle wurden zu eigenständigen Persönlichkeiten geformt und gehen nicht in einem Einheitsbrei aus Randcharakteren unter. Das Einzige, was ich mir hier noch gewünscht hätte, sind mehr Informationen. So zum Beispiel stellt sich mir die Frage, wieso Stella mit Susi und den anderen oberflächlichen Mädels in einer Clique ist, wo sie doch verschiedener gar nicht sein könnten.

Die Handlung als solche hat mir sehr gefallen. Am Anfang hatte ich zwar ein paar kleine Schwierigkeiten, mich in die Geschichte hineinzufinden -wobei ich noch nicht einmal sagen kann, woran genau das gelegen hat- aber nach und nach packte es mich immer mehr. Immer wieder wurden dem Leser kleine Informationsbrocken vorgesetzt, die dafür sorgten, dass man gemeinsam mit Stella begann, das Rätsel um ihre Verletzungen und Shiva lüften zu wollen. Besonders spannend fand ich hier die Rava, weil ich mir das gesamte Buch über nicht sicher sein konnte, ob sie nun Freund oder Feind sind.
Nicht ganz nachvollziehen konnte ich jedoch die Tatsache, dass sowohl Sascha als auch Piri bei Stella so weit in den Hintergrund geraten sind, wo alle beide ihr doch so viel bedeuten. Auch, dass sie manche wichtigen Fragen erst zu einem so späten Zeitpunkt stellt, wo ihre persönliche Auskunft doch quasi griffbereit ist, erschließt sich mir nicht ganz. Aber vielleicht macht Liebe manchmal auch einfach blind und lässt uns den Blick aufs Wesentliche verlieren.


Fazit
Nach kleinen Startschwierigkeiten entpuppte sich „Super Nova“ für mich schlussendlich zu einem Buch, welches ich -obwohl ich nur noch ein Kapitel lesen wollte- erst wieder aus der Hand legen konnte, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte.

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