Titel: Cleo: Wie ich das Lachen wieder lernte
Autor: Brown, Helen
Verlag: Deuticke
Jahr: 2010
ISBN: 3552061363
Genre: Belletristik


Gesamtwertung:

3 Bewertungen
82 mal gelesen
Cleo: Wie ich das Lachen wieder lernte
Brown, Helen21.07.2010
rezensiert von: Claudia Jordan (Everett)Wertung: 5 Sterne

Die Autorin, las Ich-Erzählerin, verliert durch einen Unfall ihren älteren Sohn. Das normale Leben vorher und das Leben voller Trauer nach diesem Unglück wird sehr einfühlsam beschrieben und man kann sofort voll mit fühlen und die verschiedenen Gefühlslagen nachvollziehen. Dann wird das Kätzchen Cleo gebracht, welches ihr Sohn einst ausgesucht hatte. Die kleine Cleo bringt den Haushalt, die Autorin und ihren jüngeren Sohn wieder mit Vollgas ins Leben zurück. Wobei, die Anfänge von Cleo im Haushalt hätten mich persönlich schon in den Wahnsinn getrieben und ob ich die Geduld aufgebracht hätte, das Tier nicht vor die Tür zu setzen?
Cleo wird nach und nach zur Herrscherin im Haus und der Familie. Als die Familie noch ein Baby bekommt, wird es von Cleo sofort angenommen und sie steht der Ich-Erzählerin zur Seite als die Ehe zu Ende geht. Sie hilft auch bei der Auswahl eines neuen Partners, auch wenn dieser nun wieder eher unkonventionell ist. Die Art, wie Cleo sich einmischt lässt den Leser schon schmunzeln.
Am Anfang musste ich mich erst noch einlesen, zweifelte noch daran, ob dieses Buch was für mich ist. Aber dann konnte ich es kaum aus der Hand legen. So einfühlsam geschrieben, so nah dran am Leben und auch nicht nur für Katzenliebhaber. Vielleicht gibt es nach diesem Buch noch ein paar mehr Leute, die sich Katzenliebhaber nennen. Aber, wie es auch im Roman schon geschrieben steht, eine Katze sucht sich ihren Menschen, von dem sie gebraucht wird!
Dies ist eine autobiographische Geschichte, die Mut macht, ans Herz geht und die ich jedem nur empfehlen kann. Dazu ist es wunderbar geschrieben und ein Lesegenuss. Keine überflüssigen Längen, alles bleibt bei dieser Geschichte im Fluss und man kann das Leben der Autorin und ihrer Familie gut nachvollziehen. Sehr interessant und mutmachend für jeden, finde ich.

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Kommentare:

1     Bewertung: 5 Sterne
Herzerwärmend!

Selten habe ich bei einem Buch so gelacht und so geweint! Es berührte mich durch und durch. Helen Brown hat da ein kleines Juwel geschaffen, dass nicht nur für jeden, der gerne liest, nicht nur für Katzenmenschen, die glauben, sie sind keine und tief in ihrem Inneren wissen, dass sie doch welche sind geschrieben wurde - ich finde es wurde auch für alle geschrieben, die Traumatisches erlebt haben. Dieses Buch kann begleiten auf dem Weg des Heilens.

Geweint habe ich über die Leere, die die ganze Familie (auch die treure Hündin) befiel, als Sam starb. Und ich fand so gut beschrieben, wieviel Zorn hochkommt auf die Welt, wie sehr man jedem sagen möchte, was einem widerfahren ist, ohne Rücksicht darauf, was es mit dem anderen macht. Ich fand das so ehrlich und stimmig, es niederzuschreiben. Manchmal konnte ich die Gedankengänge oder Handlungen zwar nicht ganz nachvollziehen, weil sie mir fremd waren, aber ich kann das Gesamterleben mir sehr gut vorstellen.

Gelacht habe ich, wenn Cleo Leopardenbetten attakierte, um dann zu fliehen.



Helen Brown hat eine ganz wundervolle Art zu schreiben (man muß erstmal auf die Idee kommen, dass Socken, getrennt von einander, als Gegner weniger gefährlich sind!!! Das ist einfach genial!). Ich freue mich schon jetzt auf ihr nächstes Werk!

Fazit: "Seelenheil! Auf jeden Fall kaufen!"
geschrieben von: Irrlicht08.08.2010

2     Bewertung: 5 Sterne
Rob und seine Eltern Helen und Steve sind traumatisiert: Der ältere Sohn Sam wurde von einem Auto angefahren und starb. Kurze Zeit nach der Tragödie bekommen die drei jedoch neuen Familienzuwachs: das Kätzchen Cleo. Eigentlich sollte sie Sams Geburtstagsgeschenk werden, doch daraus wird jetzt nichts. Stattdessen hilft sie der kleinen Familie, ihr Leben neu in die Hand zu nehmen, ohne Sam je ganz zu vergessen. Cleo schafft es nicht, weitere kleinere und größere Tragödien zu verhindern, aber sie beschert ihnen dafür auch unglaubliche Momente des Glücks. Sie beweist sich sogar als Krankenschwester, Lebensretterin und Heiratsvermittlerin, bevor sie, uralt und nach mehreren Umzügen, im Kreis ihrer Familie stirbt.

Die Geschichte setzt sich sehr gut und intensiv mit dem Thema Tod und Trauer auseinander, ohne dabei zu rührselig und traurig zu werden. Sie zeigt meiner Meinung nach sehr gut, dass trauern nicht gleichbedeutend sein muss, mit sich abkapseln, nur schwarze Kleidung zu tragen und mit niemandem mehr zu sprechen; sondern dass man trotz Trauer weiterhin ein „normales“ Leben führen und Spaß haben und lachen darf. Und dass man deswegen, oder wenn man einmal für zwei Stunden nicht an den Verstorbenen denkt, noch lange kein schlechtes Gewissen haben muss.

Die Sprache ist sehr feinfühlig und die meiste Zeit sehr detailreich, letzteres besonders bei den Passagen, in denen das Verhalten und Aussehen von Cleo beschrieben werden.

Die Geschichte ist durchgehend aus der Ich- Perspektive der Mutter Helen geschrieben, was dem Leser einen genauen Blick in die Welt ihrer Gedanken und Gefühle bietet.

Jeder der dieses Buch gelesen hat und noch keine Katze zuhause hat, wird sich eine Katze wie Cleo wünschen, die einen wirklich zu verstehen scheint. Die, die eine Katze zuhause haben, werden sich wohl oft denken „Oh ja, genau wie meine Katze“ oder „Oh Gott, gut, dass meine Katze so etwas nicht macht“.

Das Buch ist wahnsinnig toll, mit einem Happy End, ohne dass dieses überzogen oder kitschig wirkt. Außerdem ist es bestimmt nicht nur für Katzenfans und Katzenbesitzer beeignet.
geschrieben von: Verena09.08.2010


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