Titel: Mädchenfänger
AutorHoffman, Jilliane
Verlag: Wunderlich
Jahr: 2010
ISBN: 3805208928
Genre: Thriller


Gesamtwertung:

2 Bewertungen
117 mal gelesen
Mädchenfänger
Hoffman, Jilliane   (Weitere Rezensionen von diesem Autor)20.07.2010
rezensiert von: ThrillerKillerWertung: 5 Sterne

Mädchenfänger – Endlich wieder ein gutes Buch von Jilliane Hoffman

Kurbeschreibung (Quelle: amazon.de)
„P.S. Pink steht dir. CUL8R“. Die zwölfjährige Lainey kann es kaum fassen. Zach, der gut aussehende Sonnyboy aus dem Chatroom steht offensichtlich auf sie. Und er will sie treffen. Als sie von der Schule nicht nach Hause kommt, nehmen alle an, dass Lainey weggelaufen ist. So wie ihre ältere Schwester Denise vor ein paar Jahren. Routinemäßig wird FBI Agent Bob Dees in die Untersuchung miteinbezogen. Bobby ist Spezialist für verschwundene Kinder – nicht nur beruflich, sondern auch privat. Seine eigene Tochter Katy verschwand vor fast einem Jahr und niemand hat seitdem wieder etwas von ihr gehört. Lainey ist nicht weggelaufen, da ist sich Bob sicher. Doch zunächst führen alle Spuren ins Nichts. Bis ihm ein schreckliches Gemälde zugespielt wird – es zeigt eine gefesselte junge Frau. Anhand des Gemäldes findet Bobby heraus, wo das Mädchen gefangen gehalten wird – doch sie kommen zu spät. Das Mädchen ist tot. Es ist nicht Lainey, doch im Bild finden sich Hinweise auf sie. Bobby kommt der Verdacht, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben, der es auf junge Mädchen abgesehen hat, von denen alle denken, sie seien weggelaufen. So wie Katy…

Endlich wieder ein gutes Buch
Nach ihrem super Start mit „Cupido“ und dem passablen Nachfolger „Morpheus“, war ich von ihrem 3. Buch „Vater Unser“ leider sehr enttäuscht. Ich kann nicht mehr genau sagen warum, dafür ist es zu lange her, aber jeder Bücherwurm weiß, dass man so etwas nicht vergisst.
Dann war es lange Zeit ruhig um Jilliane Hoffman bis letzte Woche endlich ihr neues Buch „Mädchenfänger“ auf den Markt kam. Ich konnte vorab schon durch die Leseprobe hineinschnuppern und es wurde direkt klar, dass es wieder was neues und frisches ist und glücklicherweise nichts mit „Vater Unser“ gemeinsam hat.
Im Mittelpunkt stehen die Möglichkeiten die vor allem Sexualverbrecher und Pädophile heute mit Hilfe des Internets haben, um an ihre Opfer zu kommen. Dies geht von „harmlosen“ Trojanern mit deren Hilfe die Webcam gesteuert werden kann, bis hin zu ausgeklügelten Profilen auf Social Network Seiten auf denen sie sich als 17 jährige Highschool-Schüler ausgeben, um sich mit den jungen Mädchen zu treffen. Jilliane Hoffman zeigt hier auf wie einfach es heutzutage ist sich Opfer im Internet zu suchen und wie leicht es ist an Informationen über seine Opfer zu kommen.

Hoffman hat das Buch in sehr viele kleine Kapitel eingeteilt, was ich persönlich sehr angenehm finde, denn es hilft alles etwas aufzulockern. Sie springt zwischen verschiedenen Perspektiven hin und her, erzählt einmal aus der Sicht von Bobby Dees, dem Ermittler, aus der Sicht von Lainey, der Entführten und aus der Sicht des Bösen. Zu keiner Zeit fühlt man sich verwirrt oder verloren zwischen den verschiedenen Personen und Hoffman versteht es dem Leser geschickt falsche Fährten zu legen. Brisanz bekommt das ganze, als man erfährt, dass auch die Tochter von Dees verschwunden ist und möglicherweise vom selben Mann entführt wurde, denn Lainey lernt durch die Wände ihres Gefängnisses eine Katy kennen, die schon länger in der Gewalt des Entführers ist.

Die Autorin verrät dem Leser nie genau, was der Entführer mit den Mädchen anstellt, aber man kann es sich durchaus denken. Ein sehr schönes Mittel die Spannung zu steigern ist die Beschreibung der Gemälde, die der Reporter Fielding vom Mörder erhält und auf denen die Mädchen kurz vor ihrer Ermordung zu sehen sind.
Sehr gut steigert sich die Spannung von der Entführung Laineys, den ersten Verdächtigen, dem scheinbaren Tod des Entführers und der darauf folgenden Beurlaubung von Dees bis hin zu den überraschenden Wendungen am Schluss. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn ich kann nur jedem ans Herz legen diesen Thriller selbst zu lesen, denn es ist endlich wieder ein Buch, dass seinen Platz auf den Bestsellerlisten meiner Meinung nach verdient hat. Volle Punktzahl!

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1     Bewertung: 5 Sterne
Für die 13jährige Lainey ist das Leben zurzeit ziemlich ätzend. Sie geht auf eine neue Schule, da ihre Mutter und ihr unmöglicher Stiefvater beschlossen hatten, aus ihrem alten Stadtviertel wegzuziehen. Ihre große Schwester macht ihr eigenes Ding (kommt dabei aber dann und wann mit der Polizei in Berührung) und sie selbst darf sich während ihre Mutter arbeitet noch um ihren jüngeren Bruder kümmern.

Sie will raus, sie möchte mal was erleben und ihr erstes richtiges date hätte sie auch schon ganz gerne. Da bleibt ihr nur noch ihre beste Freundin und das Internet.

Dort chattet sie wenigstens mit einem wirklich heißen Typen. Zach.

ElCapitan wie er sich im Blog auch nennt. Mit ihm zusammen kann sie im Netz ihrer Wirklichkeit für ein paar Minuten entfliehen. Er hört ihr zu, scheint dieselbe Musik und sogar dieselben albernen Filme zu mögen. Sie hat sich etwas älter geschummelt, da Zach schon 17 ist, der will bestimmt nicht eine 13 jährige angraben. Das Foto das sie ihm schickt sieht ziemlich heiß aus, sie hat alles gegeben um sich aufzubrezeln um nicht mehr wie ein junges Küken auszusehen. Lainey ahnt allerdings drei Dinge nicht: Ihr PC wurde schon vor Wochen gehackt und sie ist für einen Unbekannten die ganze Zeit via Monitor sichtbar, der supersüße Zach existiert zwar aber von Lainey hat er noch nie was gehört und zu guter Letzt wird das Treffen mit ihm zu einer Reise ohne Wiederkehr.

Nach ihrem Verschwinden wird Special Agent Supervisor Bobby Dees mit dem Fall beauftragt. Er steht in dem Ruf, alle entführten Kinder aufzuspüren. Manchmal, und das macht ihm zu schaffen, nicht mehr lebend. Zu Beginn der Ermittlungen wird eine Pressekonferenz einberufen, in der Dees von einem ziemlich rücksichtslosen Reporter attackiert wird. Eben dieser meldet sich Tage später bei Dees, da in seinem Postfach ein Ölbild für Dees hinterlegt wurde.

Das Bild zeigt das Portrait eines jungen Mädchens, die Kleidung ist deutlich herausgearbeitet, dafür fehlt das Gesicht, die Augen sind schwarze Höhlen und das Blut fliest ihr über die Wangen. Was für ein kranker Künstler. Hat er was mit der Entführung der 13 jährigen zu tun? Wenig später wird ein Mädchen aufgefunden, das dem Portrait entspricht. Der Künstler hat das Portrait zusätzlich mit einem Hintergrund versehen, der Rückschlüsse auf den Entstehungsort dieses Bildes machen konnte. Selbst das Bild konnte die Ermittler nicht vor dem verstörenden Anblick des Horrors warnen.

Dees Ahnungen bestätigen sich. Sie haben es mit einem Täter der übelsten Sorte zu tun. Er fängt an wie ein Besessener zu ermitteln, auch vor dem Hintergrund, dass seine eigene Tochter vor ca. 1 Jahr verschwand und trotz intensivster Polizeiarbeit, nicht gefunden wurde. Ist sie diesem Wahnsinnigen vielleicht in die Hände gefallen?

Jilliane Hoffmann gehört zur Crème de la Crème unter den Thrillerautoren. Jedes Mal bange ich völlig umsonst, ob sie ihr letztes Buch übertreffen kann.

Sie fesselt den Leser nicht nur durch perfekte Recherche gut eingebettet in einen schnörkellosen Sprachstil sondern bezieht ihn durch die Aktualität und Brisanz ihrer Fälle mit ein.

Sie zeigt uns ein Spiegelbild der eigenen Ängste und Ohnmachten im Bezug auf das Zusammenleben mit pubertierenden Heranwachsenden.

Sie versteht es meisterhaft die Sorgen und Nöte, Freude und Leid hormongestresster Teenies darzustellen. Auch die Sorgen der Eltern kommen nicht zu kurz, denn heutzutage reicht die Warnung vor „dem Mann mit der Schokolade“ bei weitem nicht mehr aus.

Ein Thriller der auch lange nach dem Lesen in Erinnerung bleibt und nachhallt.
geschrieben von: anyways10.08.2010


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