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Begegnung mit Skinner

autor

Weissen, Harald A.

gesamtwertung: 2/5

verlag

Sieben Verlag

jahr

2010

1 bewertung

isbn

3940235989

1170 x gelesen

genre

Horror

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 04.07.2010 von Florian Hilleberg

Die psychisch labile und stark traumatisierte Laika erfährt von ihrem personifizierten Verstand, den sie abfällig Elendes Biest nennt, dass ihre Kreativität, die Schwester der Apokalypse, eigene Pläne verfolgt und sich von Laika losgesagt hat. Um sie einzufangen benötigt Laika die Hilfe des letzten großen Illusionisten – Skinner. Dieser erweist sich als der perfekte Zauberkünstler, Alleinunterhalter und Geschichtenerzähler. Zugleich haftet dem galanten Skinner etwas Unnahbares und Bedrohliches an. Gemeinsam mit Laika und Elendes Biest macht er sich auf die Suche nach dem mysteriösen Kontrollraum, von dem aus alle Geschicke der Menschheit gesteuert werden. Doch wie es aussieht hat sich Laikas Kreativität mit einem mächtigen Wesen verbündet, das selbst nach der uneingeschränkten Macht strebt …

Die SCREAM-Reihe ist der Auftakt einer neuen, etwas anderen Reihe von Horror-Romanen. Erschien Band 1 noch im Sieben Verlag, so wechselt die Reihe mit Band 2 zu Voodoo-Press, die bereits mit einigen interessanten Titeln die Literatur-Branche bereichert hat. Idee und Konzeption der Reihe stammen einmal mehr von Alisha Bionda, die sich auch für die erstklassigen Reihen ARS AMORIS, ARS LITTERAE und SEVEN FANCYS verantwortlich zeigt. „Begegnung mit Skinner“ ist allerdings alles andere als herkömmlicher oder gar anspruchsloser Horror, des Effektes willen. Der Debütroman von Harald A. Weissen ist ein bizarrer Trip in die seelischen Abgründe einer psychisch kranken, jungen Frau, für die sich die Suche nach dem sagenumwobenen Kontrollraum, zu der Suche nach ihrem eigenen seelischen Gleichgewicht entwickelt. Dabei erlebt Laika so abstruse und surreale Dinge, die bisweilen nichts für schwache Nerven sind. Der, von der derzeitigen Horrorfilmwelle abgestumpfte, Leser dürfte seine Schwierigkeiten haben, mit der anspruchsvollen Literaturkost umzugehen. Schon allein der ausgefeilte Schreibstil, die Fülle an skurrilen Charakteren und die phantastische Storyline erfordern ein Mindestmaß an geistiger Flexibilität und Experimentierfreude. Die Wirkung des Textes hält noch lange nach dem Lesen an, was an den häufigen philosophischen Gedankenspielen der Protagonisten liegen mag. Der Leser erlebt die oftmals etwas behäbige Reise in die Gefühle und Gedanken einer Persönlichkeit, die von einem schweren Trauma erschüttert wurde. Harald A. Weissen hat offensichtlich keine Mühen gescheut, die Inhalte und Fakten seiner Geschichte gewissenhaft zu recherchieren, gerade in Bezug auf die historischen Begebenheiten. Die bisweilen abstrakte Schilderung der Ereignisse geht ein wenig auf Kosten der Unterhaltsamkeit, so dass Band 1 der SCREAM-Reihe vielleicht nicht die optimale Strandlektüre ist, dafür aber ein niveauvoller Zeitvertreib an tristen Regentagen. Für Fans der gehobenen und dennoch harten Horror-Literatur im Stil eines Clive Barker (Die Bücher des Blutes, Cabal) absolut empfehlenswert.

Das Lob für die herausragende Aufmachung gebührt niemand anderem als Mark Freier, der in Zusammenarbeit mit der Herausgeberin der Reihe, Alisha Bionda, bereits seit Jahren einige bemerkenswerte Titel gestaltet hat. Nicht nur das Serienlayout ist dem Grafiker glänzend geglückt, auch die Coverillustration sucht ihresgleichen. Hinzu kommen zwei bizarre und düstere Innengrafiken, die das Lesen angenehm auflockern. Genial!

Fazit:
Ein erstklassiges Debüt! Ein Horror-Roman der etwas anderen Art. Psychologisch, brutal und philosophisch. Clive Barker hätte an dem Buch seine Freude.


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