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Johannisbeersommer

autor

Israel, A./Garfinkel, N.

gesamtwertung: 2/5

verlag

List

jahr

2010

3 bewertungen

isbn

3548610196

1087 x gelesen

genre

Belletristik

kommentare (2)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 17.06.2010 von Everett

Ein Roman in Briefform, der erst zum Ende diese Form aufgibt, gespickt mit Rezepten, die sich Lilly und Valerie schicken.
Es beginnt mit Mails, sie sich Valerie und Lilly nach langer Zeit wieder schicken, um ihre Freundschaft aufleben zu lassen. Doch die Vergangenheit steht immer noch zwischen ihnen. Dann wird anhand von Briefen mit Rezepten die Geschichte zwischen den Beiden in deren Kindheit und Jugend erzählt, und wie es zum Bruch kam.
Lilly und Valerie sind so grundverschieden, doch irgendwie besteht immer Kontakt, auch Rivalität.
Am Anfang musste ich mich erst etwas rein lesen. Man findet sich gleich beim Versuch von Valerie wieder, Kontakt mit Lilly aufzunehmen. Dann wird man in die Jahre 1967 bis 1973 zurück versetzt, in denen die eigentliche Brieffreundschaftsgeschichte stattfindet. Der Über-gang von den Mails zu den Briefen von damals war für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Doch je länger ich den Briefwechsel las, desto mehr packte mich die Geschichte. Das Verhalten von z.B. den Vätern der Beiden hat mich schon manchmal etwas gewundert.
Zum Ende schaffen es Valerie und Lilly doch noch wieder miteinander zu reden. Der Tod von Lillys Vater hält für beide Frauen eine große Überraschung bereit, mit der sie erstmal klar kommen müssen.
Ein schöner Roman, in einem guten Stil geschrieben, der die Personen und deren Gefühle gut beschreibt und rüber bringt, und den ich gerne gelesen habe.
Sicherlich sind die Rezepte lecker und ich hoffe, dass einige Leserinnen diese auch nach kochen.
Allerdings ist es auch hier wieder der deutsche Titel, der meiner Meinung nach nicht passend ist. Der Roman hat nichts mit dem Titel gemein. Der Originaltitel „The Recipe Club“ ist sehr viel passender, besser und hätte durchaus ins deutsche übernommen werden können.


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2 weitere Stimmen zum Buch

1

bewertung von Sabrina W.:

Johannisbeersommer

4

Dieses Buch erzählt von den Freundinnen Val und Lilly, die sich als Kinder kennen gelernt haben, jedoch auf Grund eines Streites erst nach 26 Jahren wieder Kontakt zueinander aufnehmen.

Val, die diplomatische unter den zweien, und Lilly, die ständig in Chaos verwickelt ist, gründen als Kinder einen Rezeptclub. Sie schreiben sich wieder und wieder Briefe und tauschen hierin nicht nur die neuesten Geheimnisse aus, sondern auch ihre Lieblingsrezepte. Im Laufe des Buches kann der Leser dann die Entwicklung der beiden Mädchen zu heranwachsenden Frauen verfolgen...sie haben erste Verabredungen, sie machen ihren Schulabschluss, sie ziehen von zu Hause aus und gehen aufs College.

Aufgrund eines Streites zwischen Val und Lilly, dessen Grund im ersten Teil des Buches noch nicht ersichtlich ist, haben die beiden fast 26 Jahre keinen Kontakt mehr zueinander. Erst nach dem schmerzlichen Verlust ihrer Mutter, versucht Val wieder per E-Mail Kontakt zu Lilly aufzunehmen und bekommt auch sofort eine Antwort. Doch um diese Freundschaft wieder aufleben zu lassen, verlangt es von den beiden nicht nur jede Menge Geduld, sondern vor allem sehr viel Verständnis und Mut, die Vergangenheit zu bewältigen.

Der erste Teil des Buches umfasst das Jahr 2000, das Jahr, in dem die Freundinnen zum ersten Mal wieder Kontakt zueinander aufnehmen. Dann gibt es einen Sprung in die Vergangenheit, zu den Anfängen ihrer Freundschaft und zu den Briefen, die sie sich in den Jahren zwischen 1964 und 1973 geschrieben haben. Der letzte Teil des Buches führt den Leser dann wieder zurück in die heutige Zeit...doch mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Zum Stil des Buches lässt sich sagen, dass große Teile im Brief und E-Mail Charakter verfasst sind. Dies macht das Lesen zu einem tollen Erlebnis, und die Seiten scheinen nur so dahinzufliegen. Zu Beginn fällt es manchmal schwer, die jeweiligen Namen mit den dazugehörigen Charaktereigenschaften auseinander zuhalten, doch das legt sich sehr schnell, zumal die beiden Frauen auch grundverschieden sind.

Dieses Buch schafft es mit häufig witzigen Anekdoten aber zuweilen auch sehr ernsthaften und traurigen Episoden, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Alles in allem also eine gelungene Zusammenarbeit von Andrea Israel und Nancy Garfinkel.

verfasst am 16.07.2010

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2

bewertung von rwe25:

Val versucht nach 25 Jahren Funkstille, den Kontakt zu ihrer ehemals besten Freundin Lilly wiederaufzunehmen. Man spürt sofort, dass beiden der enge Kontakt offenbar sehr fehlte und sie sich nichts sehnlicher gewünscht haben als die frühere Vertrautheit iwederaufzubauen. Doch plötzlich reißt der Kontakt wieder ab, wie schon damals vor 25 Jahren, weil die beiden Frauen doch so verschieden sind und der Konflikt von damals noch unterschwellig brodelt und offenbar nie geklärt wurde. Alte Verletzungen brechen wieder auf; Verzeihen ist hier wohl nicht möglich.

Andrea Israel und Nancy Garfinkel gelingt auf geschickte Weise die Enthüllung der Lebensgeschichten beider Frauen, sodass sich dem Leser die Puzzleteile erst nach und nach erschließen. Das Buch beginnt mit dem erneuten Versuch der Kontaktaufnahme nach 25 Jahren, geht zurück in die Kindheit der beiden Mädchen mit der Schilderung des Briefwechsels zwischen 1964-1973 und spannt schließlich den Bogen in die Gegenwart und der erneuten Annäherung der beiden. Der Leser lernt zwei Frauen kennen, die unterschiedlicher nicht sein können. Valerie Rudman, die ruhige, fast unscheinbare, intelligente, und Liliane Stone, die verrückte, lebensfrohe, männerverschleißende. Ihre Eltern sind befreundet, und so werden auch die beiden Mädchen unzertrennliche Freunde. Sie schreiben Briefe, tauschen Rezepte aus, erzählen sich alles und vertrauen sich Geheimnisse an, von denen noch nicht mal ihre Eltern wissen.

Anfangs war ich von diesen "Zeitbrüchen" irritiert und hätte mir gewünscht, dass der frühere Briefwechsel und die Geschichte der beiden in den E-Mails der Gegenwart eingeflochten worden wäre, aber dies wäre sicher zu kompliziert gewesen, den jeweiligen Charakter den beiden so unterschiedlichen Frauen zu verstehen. Auch hätte es den Austausch der Rezepte für mich nicht gebraucht - es hätte ausgereicht, sie in den Briefen jeweils zu erwähnen. So habe ich diese Seiten einfach überblättert. Nachkochen werde ich davon wohl nichts, auch wenn ich eigentlich gern neue Rezepte ausprobiere.

Der Titel hat sich mir auch nicht ganz erschlossen. Die einzige Parallele zwischen Johannisbeeren und der geschilderten Freundschaft ist wohl der säuerlich-süße Geschmack der Beeren und der Tatsache, dass die beiden Frauen wohl weder mit- noch ohne einander können. "Sommerlich" war an diesem Buch jedoch nichts - zumal vor allem der Schluss bewusst kalt und winterlich geschildert wird.

Nichtsdestotrotz hat mir das Buch sehr gefallen (bis auf den etwas zu kitschigen Schluss - Muss es denn immer ein zu konstruiertes Happy End geben?). Freundschaften hat jeder, sodass sich jeder Leser durchaus in die Situation hineinversetzen kann. Zwischenmenschliche Beziehungen entwickeln sich nicht linear, sondern sind durchaus komplex: Missverständnisse und gekränkte Eitelkeiten bestimmen oft die Richtung, in die sich diese Freundschaften dann entwickeln. Die Kunst besteht hier darin, auf die Eigenheiten des jeweils anderen einzugehen und ihn so zu nehmen, wie er eben ist.

verfasst am 16.07.2010

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