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Die Bücherdiebin

autor

Zusak, Markus

gesamtwertung: 2/5

verlag

Blanvalet

jahr

2009

1 bewertung

isbn

3442373956

1389 x gelesen

genre

Belletristik

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 07.02.2010 von LeseratteADMIN

Deutschland in den 30er Jahren: Liesel ist eine Halbwaise, der Vater verschollen, die Mutter unglücklicherweise Kommunistin, und so sieht sie sich eines Tages mit ihrem Bruder im Zug auf dem Weg zu ihren neuen Zieheltern. Doch der Bruder ist krank und stirbt noch im Zug. Auf einem kleinen Friedhof wird er unter Schnee begraben, und Liesel beginnt ihre Karriere als Bücherdiebin.

Die Geschichte Liesels wird erzählt vom Tod. Eine ungewöhnliche Art, eine Geschichte zu erzählen, und ein noch ungewöhnlicherer Erzähler dazu. Der Tod ist wider Erwartung nämlich ziemlich sympathisch, oft mitfühlend, meist sanft. Immer wieder wird er persönlich Liesel begegnen in diesen schweren Zeiten, als Hitler an die Macht kommt und Krieg in Europa ausbricht, der am Ende die Bomben auch in Liesels Kleinstadt kommen.

Die Figuren in diesem Roman sind herrlich liebenswert. Besonders Liesels Ziehmutter mit ihrer derben Art, die ein großes Herz nur unzureichend und hinter vielen "Saumensch"-Beschimpfungen versteckt, wuchs mir während des Lesens an Herz. Liesels Ziehvater ist ein stiller Held in einem Reich des Schreckens. Ein Humanist, der einen Juden im Keller versteckt hält, auch wenn ihn das den Kopf kosten kann. Die Kinder sind unschuldig vor den historischen Begebenheiten. Sie unterscheiden nicht zwischen Jude, Schwarzer und Deutscher. Alle sind gleich. Alle sind gleich hungrig und wollen doch nur leben. Es sind die Erwachsenen, die hier komisch sind. Mir hat diese Geschichte gut gefallen. Sie ist liebenswert erzählt, interessant und spannend. Durch die Wahl der Perspektive zu Beginn ist es vielleicht ein wenig ein schwerer Einstieg, aber dann umso ansprechender. An manchen Stellen hatte ich jedoch das Gefühl, Zusak wühlt ein wenig zu sehr im Anleitungsbuch für Schriftsteller herum, so ungeschickt versucht er ab und an, bestimmte Emotionen beim Leser zu erreichen. Aber ich habe dafür auch einen ganz besonderen Radar - viele andere Leser werden damit kein Problem haben.

Ein bisschen ausgetreten ist die magische Wirkung von Büchern für die Betroffenen in dieser Geschichte. Das kenne ich nun schon zur Genüge. In einer ungewöhnlichen hohen Anzahl von Geschichten spielen Bücher die Hauptrolle, zum Beispiel im Der Name der Rose, oder im Schatten des Windes. Ich will die Bedeutung von Büchern nicht verneinen, aber langsam werde ich dieses Themas ein wenig überdrüssig.

Ganz besonders herzig fand ich die literarischen Ergüsse des Juden, schön erzählt und illustriert.

Insgesamt hat Zusak meiner Meinung nach treffend die Nazi-Zeit in Deutschland eingefangen und ein faszinierendes Panorama aus Persönlichkeiten vor einem schrecklichen Hintergrund entstehen lassen.

Das Ende - nun... so viel Leid, muss das sein? Und der Bogen nach Australien... musste das sein, nur weil Zusak hier lebt? Ein anderes Ende, oder eine gewisse Abwandlung wäre nicht schlecht gewesen, aber insgesamt war das Buch auf jeden Fall lesens- und empfehlenswert.


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