| Gesamtwertung: ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() 1 Bewertung 256 mal gelesen |
Erntedank ist der zweite Band der im Allgäu spielenden Kommissar-Kluftinger-Reihe, und auch dieses Mal ist ein Mordfall zu lösen. Kritikpunkt an dem ersten Teil war der etwas einfach gehaltene Fall - damit räumt der Zweite auf: Der Fall gestaltet sich deutlich komplizierter, es sind im Laufe der Handlung mehrere Tote zu verzeichnen und auch die Art der Tötungen ist etwas "schwedischer", also "brutaler" und detaillierter beschrieben als zuvor. Brutal in Anführungszeichen, da richtig "brutale" Szenen nicht vorkommen, in diesem Bereich nähert sich der Roman eher dem für Krimis vom Rezensenten als normal empfundenen Niveau an. Dies wirkt sich auch auf den Umfang des Romans aus, der gut 70 Seiten gegenüber des ersten Bandes zugelegt hat. Übergeordnetes Thema sind die Sagen des Allgäu, die auf irgend eine Weise mit den Morden verwoben scheinen. Der Leser erhält hierbei - vielleicht etwas zu ausführlich - Einblicke in die Welt der allgäuischen Sagen und ist versucht, selbst mitzuraten - an sich ein gutes Zeichen für einen Krimi. Auch Kluftingers Privatleben kommt nicht zu kurz, aufgrund eines Wasserrohrbruches zu den ungeliebten Bekannten zu ziehen. Unter Anderem hier ergeben sich die für die Buchreihe charakteristischen urkomischen Szenen - die allerdings zuweilen auf ein geteiltes Echo stoßen. So schreibt ein augenscheinlich genervter Leser: "Der Kommissar kann einfach nichts, weder eine email öffnen (diese Beschreibung hat sage und schreibe drei Seiten gedauert), noch sich angemessen bei seiner Frau, Bekannten oder Kollegen durchsetzen." In der Tat ist der Kommissar genauso wenig Held wie bei seinem ersten Fall, sein Hang zur Tollpatschigkeit scheint sich allerdings noch ein wenig verstärkt zu haben. Allerdings sind die Beschreibungen dieser Vorfälle humorvoll - und realitätsnah, sie lassen den Kommissar sehr lebensecht erscheinen, allerdings sollte man ein gewisses Maß an Geduld mitbringen, nicht aufgrund unnötiger Längen, sondern weil sich der Roman nicht ständig nur um den Fall dreht. Insgesamt halte ich Erntedank für empfehlenswert, allerdings sollte man ein gewisses Interesse nicht nur für den Fall, sondern auch für das Privatleben des Kommissars mitbringen - es ist empfehlenswert, in dieser Krimiserie mit dem ersten Teil anzufangen, schon alleine, um mit dem Kommissar, dem der Leser auf Schritt und Tritt folgt, vertraut zu sein. Demjenigen, dem der erste Teil gefallen hat, wird auch dieser Teil wieder sehr zusagen, die Verkomplizierung des Plots hat dem Gesamteindruck jedenfalls gutgetan. Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon. | |||||||
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