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Dolf ist nicht der Klügste, aber er ist auch kein Idiot, wofür ihn viele halten. Er arbeitet als Assistent des Pathologen Doktor Sander, den er wie keinen zweiten Mann bewundert, und dem er treu ergeben ist. Sein bester Freund Walter ist nicht der attraktivste, aber ein sexsüchtiger Aufreißer, der sich mit seinen Eroberungen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit brüstet. Dolf aber frönt einer anderen Leidenschaft, er jagt und sammelt Schmetterlinge, die er mit höchster Sorgfalt behandelt und herrichtet. Eines Tages kommt die junge, hübsche Natalie in die Pathologie, um einen Leichnam zu identifizieren und für Dolf ist die Begegnung mit der schönsten Frau, die er je kennen lernen durfte der Beginn eines neuen Lebensabschnitts … Martin Gülich schrieb mit diesem Roman ein gleichermaßen unterhaltsames, wie anrührendes Stück Belletristik, das aus der Sicht des einfach strukturierten Dolf erzählt, dem Hörer, beziehungsweise dem Leser, die Welt eines liebenswerten Sonderlings nahe bringt. Dolfs Leben ist überschaubar, berechenbar und einsam. Die Eckpfeiler seiner Existenz sind seine Arbeit, die er über alles liebt, seine Schmetterlinge, die er vergöttert und sein Freund Walter, der ihn akzeptiert. In seiner grenzenlosen Gutmütigkeit merkt Dolf natürlich nicht, dass er häufig zur Zielscheibe des beißenden Spotts von Walter wird, der sich in Gegenwart seines „einfältigen“ Kameraden überlegen fühlt. Doch auch Dolf sehnt sich nach Zuneigung, Liebe und Anerkennung und hofft diese bei der wunderschönen Natalie zu finden. Durch Walters Einfluss verrennt sich Dolf immer weiter in haltlosen Tagträumereien und baut sich die schönsten Luftschlösser. Wie Dolf die Welt durch die Augen eines Insektenliebhabers betrachtet ist ein schriftstellerisches Meisterstück und unterstreicht die autistischen Züge des Protagonisten auf einfühlsame Art und Weise. „Die Umarmung“ ist eine Geschichte, voller Tragik, Gefühl und Humor, die den Hörer von der ersten Minute an gefangen nimmt und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Der Schauspieler Jürgen Tarrach leiht Dolf seine Stimme und der Verlag hätte wirklich keinen besseren Sprecher finden können, denn Tarrach versteht es mit traumwandlerischer Sicherheit immer den richtigen Ton zu treffen und die Emotionen kongenial mit seiner Stimme zu transportieren. Passend zu Dolfs Leidenschaft ziert das Hörbuch die Illustration eines Tagpfauenauges des Zeichners Jacob Hübner. Im Begleitheft findet der Hörer indes ausführliche Informationen zu Autor und Sprecher, inklusive großformatiger Fotos. Fazit: So anrührend und unterhaltsam kann Belletristik sein. Durch die geniale Interpretation von Jürgen Tarrach wird das Hören zu einer unvergessenen Erfahrung. Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon. | |||||||
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