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Shaft und der Karneval der Killer

autor

Tidyman, Ernest (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 2/5

verlag

Pendragon

jahr

2007

1 bewertung

isbn

3934872395

1188 x gelesen

genre

Krimi

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 13.01.2010 von Florian Hilleberg

Shaft macht Urlaub auf Jamaika, als er am Strand unvermittelt in eine wüste Schlägerei gerät. Zwei Männer bedrängen eine junge Frau, und als auch noch Shafts Picknickkorb dran glauben muss, ist für den Privatdetektiv der Tag gelaufen. Er zeigt den beiden Schlägern was er von der Störung hält und findet sich kurz darauf im Polizeirevier wieder, denn die beiden Typen waren Polizisten, die Marita Dawes nachgestellt sind, die im Verdacht steht einen Anschlag auf den Premierminister zu planen. Der Polizeichef Ashton unterbreitet Shaft den Vorschlag den Fall aufzuklären und die Drahtzieher hinter dem Komplott ausfindig zu machen. Doch die Angelegenheit ist weitaus komplizierter als zuvor angenommen, und bald wird Shaft klar, dass aus seinem Urlaub einer der haarsträubendsten Fälle geworden ist, die er je erlebt hat…

Ernest Tidyman schuf mit Shaft einen der kultigsten Privatdetektive der Literatur- und Filmgeschichte. John Shaft ist so verschroben, direkt und unorthodox, dass man ihn sofort sympathisch findet. Die Ghettos von Harlem haben den Afroamerikaner hart gemacht, und den spleenigen Schnüffler mit einem staubtrockenen Humor und einem beißenden Zynismus gesegnet, welche die Romane um John Shaft zu einer kurzweiligen, amüsanten und unterhaltsamen Lektüre machen. Tidymans Stil ist unverkennbar. Flüssig, minimalistisch und actionorientiert beschreibt der Autor auch in Shafts sechstem, und vorletztem Fall wie der Privatdetektiv von einem Fettnäpfchen ins nächste Tritt und dabei in einen wirklich ungewöhnlichen Fall stolpert. Mit seinem Wortschatz, der direkt aus der Gosse stammt, bleibt John Shaft immer authentisch, und dank einer gehörigen Portion Eigenironie vermeidet Ernest Tidyman, dass sich der Roman selbst zu ernst nimmt und dadurch unglaubwürdig und langweilig wird. Sicherlich ist Shafts Vorgehen nicht unbedingt beispielhaft, doch gerade die neuübersetzte, ungekürzte und unzensierte Version des Pendragon Verlags macht den Roman so erfrischend und lesenswert. Die Geschichte ist rasant, witzig, gut durchdacht und haarsträubend. Ausgefeilte Charakterstudien sucht der Leser indes vergebens, doch wer noch eine geeignete Urlaubslektüre für den Strand sucht ist hier goldrichtig.

Das Büchlein wurde auf hochwertigem Papier mit einem gefälligen Satzspiegel gedruckt. Das Covermotiv ist unverbindlich, aber zutreffend. Das stabile Taschenbuch liegt gut in der Hand und nutzt sich auf keinen Fall schnell ab.

Fazit: Der Kultkrimi der 70er in neuer Übersetzung. Wer die Romane mit Shaft noch nicht kennt, sollte hier zugreifen. Frech, witzig und unverfroren traut sich John Shaft Dinge, die kein biederer Ermittler aus dem Vorabendprogramm wagen würde. In seinem sechsten Roman versaut Ernest Tidyman seinem geistigen Kind den Urlaub und der Leser hat seinen Spaß.


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