Titel: Toter Mann
Autor: Edwardson, Åke
Verlag: Ullstein Tb.
Jahr: 2009
ISBN: 3550087128
Genre: Krimi


Gesamtwertung:

2 Bewertungen
177 mal gelesen
Toter Mann
Edwardson, Åke04.01.2010
rezensiert von: CharlotteWertung: 5 Sterne

Åke Edwardson neues Buch ist mehr Roman als Krimi. Edwardson beschreibt im Motiv des Jahreszeitenwechsel sehr einfühlsam die Charaktere seiner Figuren. Jede Figur wartet auf den Winter, auf die Dunkelheit und die Kälte. Die Brutalität, die in vergangenen Romanen eine besondere Rolle spielte, fehlt im neuen Roman. Die Psyche des Menschens rückt in den Vordergrund. Der Roman ähnelt im Aufbau Gerhard Donovan Romans „Winter in Maine“, erst durch die Opferrolle wird der Täter zum Täter. Die Frage die sich stellt, können wir alle zu Tätern werden wenn unser Ich zerstört oder traumatisiert wird. Edwardson inszeniert diese Traumatisierung in fantastischen Naturbildern: das letzte Aufbegehren des Sommers.

Winter und seine Kollegen begegnen ihren innersten Gefühlen und Ängsten und müssen in dieser angespannten Situation einen besonderen Fall lösen. Der Fall beginnt zeitlich gesehen in der Jugend von Winter und endet im Jetzt. Der Auslöser für diese Tat ist das Wegsehen der Gesellschaft und der Verlust von geliebten Menschen. Diese zwei Dinge haften am Täter und er will sich rächen an allen.

Die Nebenhandlung im Roman dreht sich um Lars Bergenhem, seine Homosexualität und die Toleranz im Polizeidienst. Edwardson beschreibt diesen Strang nüchtern und ohne Sensibilität und regt das Nachdenken des Lesers an.

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1     Bewertung: 2 Sterne
Am 23. Juli 1975 verschwindet der Teenager Beatrice Kolland auf Bännö, einer kleinen Insel in den Schären. Für Kinder mittelloser Familien wurden dort Sommerlager eingerichtet, die unter den Einheimischen den Spitznamen „ Lager“ trugen.

Kommissar Eric Winter und sein Team werden über 30 Jahre später wieder mit diesem Fall konfrontiert, und er scheint viel mehr an seine eigene Vergangenheit erinnert zu werden als alle anderen. Schmerzhaft sind seine heftigen Migräneanfälle, die ihm außer den üblichen Symptomen auch Bilderfetzen aus seiner Jugend zeigen, aber jedes Mal wenn er sich zu erinnern versucht entfliehen sie ihm wieder.

Eine durchaus spannende Story: Das Verschwinden eines jungen Mädchens vor langer Zeit, das zufällige Auftauchen der daran Beteiligten und die persönliche Einbindung des Hauptermittlers. Nur leider zerredet Edwardson dies alles. Auf den ersten 200 Seiten gibt es ständig konfuse Szenenwechsel manchmal bis zu dreimal auf einer Seite. Alle an der Ermittlung Beteiligten haben schwierige persönliche Probleme zu meistern deren Zusammenhang nur erfasst werden kann, wenn man alle Bücher dieser Reihe gelesen hat.

Auch das wäre nicht weiter schlimm, aber durch die Anzahl der Personen, deren Gefühle, Gedanken, Interpretationen derselben, wird die eigentliche Geschichte aus den Augen verloren, und das Buch meiner Meinung nach unnötig auf über 500 Seiten „aufgebläht“.

Ebenfalls als sehr störend empfand ich den Umgang mit den Tatverdächtigen, statt ein wenig Autorität an den Tag zu legen waren alle Kommissare darauf bedacht die Freizeit-Psychologen zu mimen und das totale Verständnis zu signalisieren.

Zum Schluss möchte ich noch die depressive Grundstimmung dieses Buches erwähnen.

Alles in Allem kein Lesegenuss für mich!
geschrieben von: anyways15.01.2010


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