Titel: Totenpfad
Autor: Griffiths, Elly
Verlag: Wunderlich Verlag
Jahr: 2009
ISBN: 380520874X
Genre: Thriller


Gesamtwertung:

2 Bewertungen
243 mal gelesen
Totenpfad
Griffiths, Elly20.12.2009
rezensiert von: CabriofahrerinWertung: 4 Sterne

Da birst das Moor, ein Seufzer geht hervor aus der tiefen Höhle ...

Ruth Galloway, 40 Jahre alt, unverheiratet, ist Archäologie-Dozentin an der University of North Norfolk, Spezialgebiet Forensik. Zusammen mit zwei Katzen bewohnt sie eines von drei kleinen Häusern am Rand des Salzmoors. Sie fühlt sich wohl, ja geradezu hingezogen zu dieser unerbittlichen, trostlosen Landschaft.

Zwei kleine Mädchen, Lucy Downey und Scarlet Henderson, sind innerhalb von zehn Jahren verschwunden. Detective Chief Inspector Harry Nelson arbeitet mit vollem Einsatz an den Fällen. Als er dann noch zwölf rätselhafte anonyme Briefe erhält, wendet er sich an Ruth. Kann sie vielleicht einige Teile deuten (wir erfahren in diesem Zusammenhang viel über nordische Mythologie) und Hinweise zu den verschwundenen Kindern finden?

Detective Nelson und Ruth fahren ins Salzmoor zum Ort des Knochenfundes - dabei handelt es sich um einen "schmalen Arm mit einem Taufarmband". Sind das die Reste eines Säuglings? Ist es eine Moorleiche, oder sind es die Überreste der vermissten Lucy? Der Horror ... Was mag noch alles zum Vorschein kommen?

Die Autorin beobachtet Handlungsorte und Personen mit scharfem Auge. Ruths einsames Haus, ihren Arbeitsplatz an der Uni, ihre Beziehung zu Eltern und Kollegen kann sich der Leser gut vorstellen. Die Novemberstimmung im Moor ( "ein gottverlassenes, unwirtliches Sumpfland") und die ihm eigene typische Flora und Fauna fängt die Autorin mit ihrer einfühlsamen Beschreibung sehr gut ein und spricht dabei alle unsere Sinne an: Wir spüren förmlich die Nässe, das Undurchsichtige, und die leise wahrgenommenen Geräusche klingen wie verstärkt. Unser Schaudern, Frösteln und Gruseln erreicht seinen Höhepunkt, wenn wir erfahren, dass sich an dieser Stelle ein henge befindet - ein steinzeitlicher kreisförmiger Erdwall, der als Kultstätte für Gaben und Opferhandlungen schon in der Eisenzeit diente. Eine perfekte Kulisse für einen spannenden forensischen Thriller.

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1     Bewertung: 4 Sterne
Ruth Galloway ist eine Enddreißigerin die einen Beruf ausübt, der sie erfüllt.

Sie arbeitet als forensische Archäologin und lehrt dieses neue Fach als Dozentin an der Unsiversity of North Norfolk. Sie gilt als Expertin für das Konservieren von Knochenmaterial. In dieser Funktion wird sie vom örtlichen Detective Chief Inspector Harry Nelson zu Rate gezogen. Im Vogelschutzgebiet des Salzmoores wurden Knochen gefunden, die vielleicht in Zusammenhang mit dem Verschwinden der fünfjährigen Lucy vor 10 Jahren stehen.

Nicht nur die Nähe des Fundortes zu ihrem Haus, sondern der Fundort selbst wecken das Interesse der Archäologin. Vor 10 Jahren kam sie hierher um Ausgrabungen an dem gerade entdeckten Seahenge zu machen. Obwohl die Gegend eher unwirtlich wirkt, verliebt sie sich in die raue Landschaft und bleibt.

Nach der ersten Sichtung der Knochen steht allerdings fest, dass diese aus der Eisenzeit stammen und nichts mit Lucy zu tun haben können. Doch dann verschwindet ein weiteres kleines Mädchen und plötzlich findet sich Ruth in einer Mordermittlung wieder, zu der sie DCI Nelson sie immer wieder zu Rate zieht.

Das Auffinden der Eisenzeitleiche zieht auch Ruths Geister der Vergangenheit an, sowohl ihr ehemaliger Mentor „ Erik der Wikinger“ und ihr Ex- Freund Peter tauchen nach und nach im Salzmoor auf, und bringen Dinge ins Rollen an deren Ende ein totes Mädchen und die Erkenntnis, dass auch alte Freundschaftsbande durch Lügen und Intrigen zerstört werden können, stehen.

Über allem steht aber die Suche nach Lucy und Scarlet und der Täter hat auch Ruth im Visier.

Elli Griffith gelingt mit ihrem ersten Krimi um das Ermittlerduo Ruth und Nelson ein spannendes Debüt.

Sie reiht sich ein in die Reihe Autorinnen englischer Kriminalromane wie Elizabeth George.

Die Beschreibung des Salzmoores und des Seahenge gelingen ihr außerordentlich gut. Der eigentliche Kriminalfall ist fesselnd geschrieben, und beleibt durch die vielen Wendungen spannend. Nur die persönlichen Verbindungen der Charaktere sind manchmal ein wenig unglaubwürdig, denn allen ist ein Übermaß an Selbstzweifeln auferlegt. Auch unsere Heldin muss jeden Tag damit beginnen, ihr „Licht unter den Scheffel zu stellen“. In jedem Kapitel wird mindestens dreimal erwähnt, das sie ja übergewichtig ist. Das hat der sonst sympathischen Figur einen leichten Abbruch getan.

Fazit: Eine spannende Geschichte, Figuren die sich noch entwickeln können, kurzum eine Autorin die ich mir merken werde.
geschrieben von: anyways07.01.2010


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