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Die Werwölfe

autor

Hardebusch, Christoph (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 2/5

verlag

Heyne

jahr

2009

1 bewertung

isbn

345353316X

1234 x gelesen

genre

Horror

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 29.11.2009 von Florian Hilleberg

Der junge Adelige Niccolo Viviani wird von seinem Vater auf die Grand Tour geschickt, damit er zum Mann wird und sich die dichterischen Flausen aus dem Kopf schlägt. Anschließend soll er im Militärdienst den letzten Schliff erhalten, um später die Geschäfte des Vaters übernehmen zu können. Einzig die Gesellschaft der ebenso zarten wie liebreizenden Valentine stimmt Niccolo milde, denn das Kindermädchen seiner kleinen Schwester Marcella soll Niccolo auf einem Teil seiner Reise begleiten, um ihrer eigenen Familie einen Besuch abstatten zu können. Dort, am Genfer See, macht Niccolo die Bekanntschaft mit dem berühmtberüchtigten englischen Dichter und Lebemann Lord Byron, der mit einer illustren Gesellschaft in der Villa Diodati haust und dort, laut Volksmund, rauschende Feste und wilde Orgien feiert. Auch Valentine und ihre Familie sind nicht begeistert davon, dass Niccolo die Einladung des Lords annimmt ihn und seine Freunde in der Villa zu besuchen. Von da an verbringt der junge Aristokrat immer mehr Zeit im Kreise der Engländer, die ein dunkles Geheimnis zu hüten scheinen. Eines Nachts beobachtet Niccolo den Lord und seine Gefährten bei einem schrecklichen, aber nicht minder faszinierenden Ritual. Von da ab gibt es für Niccolo Viviani kein Zurück mehr. Schon bald müssen er und seine neuen Freunde feststellen, dass auch Werwölfe mächtige Feinde haben …

Deutschlands neue Hoffnung in Sachen Fantasy-Literatur, Christoph Hardebusch, hat sich einer häufig vernachlässigten Spezies der Dunkelheit angenommen und den Werwölfen ein eigenes Epos gewidmet. „Die Werwölfe“ ist historische Dark-Fantasy im Stil von Markus Heitz’ „Ritus“ und „Sanctum“. Glänzend recherchiert mixt Hardebusch Fakten mit Fiktion und entwirft ein packendes Szenario, das geradezu nach einer Verfilmung schreit. Lord Byron und seine Gesellschaft, bestehend aus dem englischen Dichter Percy Shelley, dessen Verlobter Mary Godwin und ihrer Stiefschwester Claire, sowie Byrons Leibarzt Polidori, hat tatsächlich im Jahr 1816 in der Villa Diodati am Genfer See einen vergnügten Sommer verbracht, in dessen Verlauf Mary Shelleys weltberühmter Roman „Frankenstein“ entstand. Nicht neu, aber spannend beschrieben, wurde auch die Geheimorganisation der Kirche, die im Namen Gottes, Jagd auf die Geschöpfe der Finsternis macht. Kapitel voll dramatischer Action wechseln sich ab mit ruhigen, atmosphärischen Passagen, die der charakterlichen Tiefe der Pro- und Antagonisten dienlich sind. Bisweilen erhält man als Leser den Eindruck, dass einige dieser ruhigen Abschnitte zu lang sind, doch erst dadurch gewinnen die Figuren an Glaubwürdigkeit und Tiefe und lassen ihr Tun authentisch wirken. Ganz ohne Vampire kommt der Roman aber dann doch nicht aus, so dass mit Ludovico, alias Graf Karnstein, ein charismatischer Blutsauger eine Schlüsselrolle spielt. Gekonnt spielt Hardebusch mit seinen Figuren, lässt ihre Absichten bis zuletzt im Dunkeln, so dass nicht nur Niccolo im Ungewissen bleibt, wem er trauen kann, und wem nicht. Überraschende Wendungen und viele farbenprächtige Schauplätze lassen dem Leser nur wenige Verschnaufpausen und wenn man droht die Orientierung zu verlieren, kann man zum Anfang des Buches zurückblättern, wo nicht nur die Dramatis Personae (die mitwirkenden Figuren) aufgeführt werden, sondern auch eine detaillierte Landkarte des neunzehnten Jahrhunderts zu finden ist. Die Verwandlung der Werwölfe wird sehr dramatisch dargestellt und wenn die Wolfsmenschen zu wüten beginnen, kann man vor dem geistigen Auge bereits sehen, wie die Traumfabrik derartige Szenen filmisch umsetzen könnte. „Die Werwölfe“ ist ein grandioser Unterhaltungsroman, der sehr visuell geschrieben wurde und den Leser bis zuletzt in Atem hält. Eine Fortsetzung indes ist absolut möglich und wünschenswert.

Für das grandiose Titelbild zeigt sich Arndt Drechsler verantwortlich, dessen Werke bereits auf vielen Erstveröffentlichungen des Heyne-Verlags zu finden sind. Auch für den vorliegenden Roman hat er ein stimmungsvolles, detailreiches Kunstwerk geschaffen. Papier, Satz und Lektorat lassen beim Leser kaum Wünsche offen.

Fazit: Mit diesem Werk lässt Christoph Hardebusch die Werwölfe aus dem Schatten der Blutsauger heraustreten. Ein Dark-Fantasy-Abenteuer par excellence vor historischer Kulisse.


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