Titel: Warten auf den Anruf
Autor: Rabisch, Birgit
Verlag: Achter Verlag
Jahr: 2009
ISBN: 3981237218
Genre: Belletristik


Gesamtwertung:

3 Bewertungen
1938 mal gelesen
Warten auf den Anruf
Rabisch, Birgit24.11.2009
rezensiert von: Marita EwersWertung: 5 Sterne

In diesem Roman gelingt Birgit Rabisch das seltene Kunststück, deutsche Geschichte, Wissenschaftsgeschichte und das ganz private Leben ihrer drei Protagonistinnen in einer spannenden Story zu schildern. Obwohl die drei Frauen aus drei Generationen ganz unterschiedlich sind, habe ich mit jeder mitgefühlt: Mit Emma, der Professorengattin, die den Rechtfertigungen ihres Mannes vertraut, der im Ersten Weltkrieg Chemiewaffen entwickelt. Mit ihrer Tochter Wilhelmine, einer Physikerin, deren Arbeiten in der Nazizeit zu einer Atombombe für Hitler führen könnten. Und mit deren Tochter Irène, einer Stammzellforscherin, die sich den ethischen Herausforderungen der Gentechnologie stellen muss. Ein Buch, das mich bewegt hat und aus dem ich viel gelernt habe.

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1     Bewertung: 5 Sterne
„Warten auf den Anruf“ ist ein Familienroman, der nicht nur spannender ist als mancher so genannte Thriller, sondern auch ein Buch aus dem man sehr viel Neues erfahren kann. Über das zwanzigste Jahrhundert sind ja schon viele Romane geschrieben worden, aber hier wird es einmal aus der Sicht von Frauen und aus der Sicht der Naturwissenschaften geschildert, die ja maßgeblichen Anteil an den Konflikten und Zumutungen dieser Zeit hatten, wie z.B. durch die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen und die Infragestellung unseres Menschenbildes durch die Gentechnologie. Diese an sich schwierigen Themen werden mir als Leserin durch die handelnden Personen so lebendig und anschaulich nahe gebracht, dass ich den Roman einfach nicht aus der Hand legen konnte. Die mit diesem Buch verbrachten Stunden sind ein Gewinn.
geschrieben von: Lore Ebersbach02.12.2009

2     Bewertung: 5 Sterne
Mich hat "Warten auf den Anruf" auch total begeistert. Was für eine Fülle von Stoff ist hier verarbeitet! Deutsche Geschichte und Wissenschaftsgeschichte, der Kampf von Frauen in den Naturwissenschaften und vieles mehr. Das alles spiegelt sich im Leben von drei Frauen und man ist immer ganz dicht dran. Diese fiktiven Frauengestalten agieren zusammen mit realen Personen der Zeitgeschichte wie Fritz Haber, Clara Immerwahr, Otto Hahn, Lise Meitner, Werner Heisenberg, Carl Friedrich von Weizsäcker. Auch die schildert Rabisch so, dass sie einem als Personen sehr nahe kommen. Als ganz normale Leserin, die wenig Ahnung von Naturwissenschaften hat, bin ich gepackt worden von den Konflikten, in die sie geraten sind.

Birgit Rabisch schreibt lebendig und spannend. Man kann direkt in die Köpfe ihrer Protagonistinnen hineinschauen. Und doch gewinnt man auch immer wieder Abstand durch die Zwischenkapitel, in denen die Erzählerin Verena (die vierte im Bunde!) ihr eigenes Schreiben dieses Romans reflektiert. Und das erstaunliche ist: Mit über 500 Seiten ist dieser Roman noch viel zu kurz. Unbedingt empfehlenswert!
geschrieben von: Bettina Rohde20.01.2010


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