Titel: Das München-Komplott
AutorSchorlau, Wolfgang
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Jahr: 2009
ISBN: 3462041320
Genre: Krimi


Gesamtwertung:

4 Bewertungen
625 mal gelesen
Das München-Komplott
Schorlau, Wolfgang   (Weitere Rezensionen von diesem Autor)22.11.2009
rezensiert von: CabriofahrerinWertung: 4 Sterne

Was geschah wirklich am 26.9.1980?

2009: Der jetzige Präsident des BKA wendet sich an den ehemaligen Zielfahnder Georg Dengler, der nach 10-jähriger Tätigkeit seinen Dienst frustriert verlassen hat. Dengler soll die Akten zum größten Attentat in der Geschichte der BRD, den Bombenanschlag vom 26. 9. 1980 auf dem Münchner Oktoberfest, noch einmal untersuchen. Er erhält Einsicht in alle Akten, und mit Hilfe seines Freundes, des Journalisten Leopold Harder, kann er auch in Zeitungsartikeln aus dem Jahr 1980 recherchieren. Doch je mehr Informationen er sammelt, desto undurchdringlicher werden die Geschehnisse. Dengler fragt sich, warum man ausgerechnet ihm den Fall anvertraut hat, und warum ausgerechnet jetzt? Der Fall war doch eigentlich schon abgeschlossen und in der Versenkung verschwunden.

Wie brisant das Attentat ist, wird Dengler immer bewusster. Was geschah da 1980 auf den nationalen und internationalen Ebenen der Politik? Konnte der Anschlag etwa für manchen Politiker oder manche Partei Gewinn bringend sein?

Hinter Denglers Rücken laufen unfassbare Aktionen, von denen er selbst nichts ahnt - hier sind wir als Leser im Vorteil.

Der Verfassungsschutz bildet ein Arbeitsteam.

Gleichzeitig fühlt sich die parlamentarische Staatssekretärin Charlotte von Schmolke - dank ihres bedeutungsschweren Namens konnte sie die Karriereleiter nur herauffallen - unter Druck. Die Wahlen stehen vor der Tür. Öffentlichkeitsheischend, gleichzeitig total frustriert von ihrer Arbeit (denn man hat sie wie eine "Puppe" benutzt und ihr alles vorgekaut) muss und will sie etwas ändern ...

Das Buch ist in vielen kurzen Textsequenzen strukturiert. Orte und Personen ändern sich; dennoch verliert der Leser nie den Handlungsfaden, weil der Autor mit seinem klaren, direkten, nüchternen Schreibstil immer wieder Anknüpfungspunkte bietet. Der journalistisch berichtende Handlungsverlauf, der zeitnahe Geschehnisse wie Weltwirtschaftskrise, die Wahl Barack Obamas, ja sogar die Schweinegrippe mit einbezieht, bewirkt, dass der Leser immer mittendrin ist. Was Wolfgang Schorlau schreibt, ist präzise dokumentiert: Das kann alles nur wahr sein (also: Fiktion vom Feinsten).

Und es ist unfassbar. Denn internationale Machenschaften, die gegenseitige Infiltration von Politik, Geheimdienst und globaler Wirtschaft haben nur das eine Ziel: Jeder will seine eigenen Interessen durchsetzen, und dazu ist jedem jedes Mittel recht.

Ein beeindruckender POLIT-THRILLER: Absolut lesenswert, spannungsgeladen von der ersten bis zur letzten Zeile. TOP!

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1     Bewertung: 4.5 Sterne
Der ehemalige BKA-Mitarbeiter, und heutiger Privatermittler, Georg Dengler bekommt vom BKA die alten Ermittlungsakten des Attentates auf dem Münchener Oktoberfest 1980.

Erst skeptisch, was er mit dem alten Fall soll, liest er sich durch die Akten, und nach und nach ergeben sich Ungereimtheiten in den Ermittlungen. Erst widerwillig, doch dann auch persönlich betroffen, taucht Dengler weiter ein in den politischen und geheimdienstlichen Sumpf von nationalen und internationalen Interessen, die unfassbar zu sein scheinen.

Allein der Text von Pier Paolo Pacoline am Anfang des Buches ist schon sehr denkwürdig. Das Nachwort des Autors fand ich sehr gut, die Erklärung wie es zu diesem Roman kam und was auf Tatsachen beruht. So wird dieses Attentat wenigstens wieder in Erinnerung gerufen die Leiden der unschuldigen Opfer aus der Vergessenheit geholt. Die Figuren und Handlung sind frei erfunden, doch wie viel Wahrheit steckt dahinter? Wie weit werden wir alle von einer stillen Macht manipuliert? Wie es sein könnte wird dem Leser in diesem Roman sehr gut vor Augen geführt und es macht einen fassungslos, auch wenn vielleicht einiges schon immer geahnt wurde.

Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Der Handlungsaufbau, mit relativ kurzen Kapiteln, treibt die Geschichte gut voran. Die Informationen, Schauplatzwechsel kommen genau an den richtigen Stellen. Dazu noch gute Hintergrundinformationen, wie dem Field Manuel, runden diesen Politkrimi ab. Ich habe selten so einen guten, mit wahren Hintergründen, Krimi gelesen, der auch noch in Deutschland spielt, gut recherchiert ist und so zum Nachdenken bringt. Für mich ein absolut empfehlenswertes Buch, und ich hoffe, dass der Autor so weiter macht.
geschrieben von: Claudia Jordan (Everett)27.11.2009

2     Bewertung: 5 Sterne
Das München-Komplott ist ein Krimi der besonderen Art, denn Dengler ermittelt für das BKA um einen Fall zulösen der 30ig Jahre zurückliegt und aus dem kulturellen Gedächtnis der Deutschen verschwunden ist.

Die Ermittlung selbst ist klassisch, doch Schorlau beschreibt daneben das kulturelle und politische Leben in Deutschland. Der Leser blickt durch den Roman in einen Spiegel, der das eigene Leben wiederspiegelt und so Gesellschaftskritik übt.

Es gibt zwei Handlungsstränge, die Aufklärung des Terroranschlags, womit Dengler beschäftigt ist, der zweite Plot ist erst nach und nach erkennbar und beschreibt die Ermordung von drei Männern, die Lösung der drei Morde klärt sich am Ende und ist mit Denglers Fall eng verbunden.

Der Schreibstil ist fantastisch, durch kurze Kapitel, die anfangs nicht in Zusammenhang stehen baut sich der Roman auf, jede Geschichte ist ein Puzzelteil, welches in die Geschichte eingefügt wird. Detektiv Dengler ist von Anfang sympathisch, er führt ein Leben des Genusses und macht seine Arbeit, die den „aufrichtigen Bullen“ gewidmet ist.
geschrieben von: charlotte_3004.01.2010

3     Bewertung: 4.5 Sterne
Der ehemalige BKA-Mitarbeiter, und heutiger Privatermittler, Georg Dengler bekommt vom BKA die alten Ermittlungsakten des Attentates auf dem Münchener Oktoberfest 1980.

Erst skeptisch, was er mit dem alten Fall soll, liest er sich durch die Akten, und nach und nach ergeben sich Ungereimtheiten in den Ermittlungen. Erst widerwillig, doch dann auch persönlich betroffen, taucht Dengler weiter ein in den politischen und geheimdienstlichen Sumpf von nationalen und internationalen Interessen, die unfassbar zu sein scheinen.

Allein der Text von Pier Paolo Pacoline am Anfang des Buches ist schon sehr denkwürdig. Das Nachwort des Autors fand ich sehr gut, die Erklärung wie es zu diesem Roman kam und was auf Tatsachen beruht. So wird dieses Attentat wenigstens wieder in Erinnerung gerufen die Leiden der unschuldigen Opfer aus der Vergessenheit geholt. Die Figuren und Handlung sind frei erfunden, doch wie viel Wahrheit steckt dahinter? Wie weit werden wir alle von einer stillen Macht manipuliert? Wie es sein könnte wird dem Leser in diesem Roman sehr gut vor Augen geführt und es macht einen fassungslos, auch wenn vielleicht einiges schon immer geahnt wurde.

Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Der Handlungsaufbau, mit relativ kurzen Kapiteln, treibt die Geschichte gut voran. Die Informationen, Schauplatzwechsel kommen genau an den richtigen Stellen. Dazu noch gute Hintergrundinformationen, wie dem Field Manuel, runden diesen Politkrimi ab. Ich habe selten so einen guten, mit wahren Hintergründen, Krimi gelesen, der auch noch in Deutschland spielt, gut recherchiert ist und so zum Nachdenken bringt. Für mich ein absolut empfehlenswertes Buch, und ich hoffe, dass der Autor so weiter macht.
geschrieben von: Claudia Jordan (Everett)20.01.2010


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